Zitat von Mienchen:Weil das für mich keine Vorstellung von Beziehung ist. Das wußte er von Anfang an, ich hab da kein Geheimnis draus gemacht.
[Über Living-apart-together:]
Zitat von Mienchen:Mein Traum von einer Beziehung ist es nicht. Ich möchte den Alltag bewusst mit dem Menschen erleben. Und für ihn schien es auch in Ordnung. Wir haben uns ein Jahr lang drauf vorbereitet, es kam nicht plötzlich von mir
Zitat von Mienchen:Ich finde es einfach nicht schön, alleine zu leben trotz Partnerschaft. Wenn man sich nur an den Wochenenden sieht und in Urlaubszeiten. Wozu eine Partnerschaft dann?
Just for the record:
Das ist
Deine Vorstellung von Beziehung (also auf lange Sicht). Nicht mehr, nicht weniger. Ich finde, sie ist klar und deutlich formuliert und gehe davon aus, daß Du das auch ihm gegenüber schon in der Kennenlernphase geäußert hast. Oder?
Zitat von huhu79:Er war ehrlich zu Dir! Und zwar rechtzeitig!
Rechtzeitige Ehrlichkeit wäre es gewesen, wenn er von vornherein gesagt hätte, daß er das Living-Apart-Together-Modell als Beziehungsform klar präferiert, auch wenn er sich ansonsten Exklusivität wünscht und sie auch zu geben bereit ist.
Zitat von Emma75:Ich würde mich auch nicht mehr auf ein Zusammenleben mit einem Partner einlassen.
Mir geht es ähnlich. Aber hier geht es um Mienchen und wie oben klar ersichtlich, hat sie völlig andere Vorstellungen.
Zitat von Shakur:Er sagte, dass er nicht weiss, was in 2-3 Jahren ist.
Übersetzt heißt das: "Vielleicht sind wir in 2-3 Jahren nicht mehr zusammen."
Zitat von Shakur:Er möchte sich nicht trennen.
Jetzt noch nicht. Aber was in 2-3 Jahren ist, das weiß er ja nicht.
Zitat von nush:Ist dieses Rumgeeiere nicht meistens der Anfang vom Ende?
Ja.
Zitat von Alex-ander:Es ist doch wohl verständlich das er nicht direkt sagen möchte, das ihm etwas nicht passt weil er sie nicht verlieren will.
In der Tat ist Gier eine Grundemotion, so wie Angst oder Furcht ja auch. Insofern ist das nachvollziehbar.
Doch es ist eine Frage des Anstands, mit offenen Karten zu spielen, was essentielle Beziehungsvorstellungen betrifft. Im Fremdgehforum nebenan sind tonnenweise Beiträge von Affairenfrauen oder betrogenen Eheleuten, deren "Partner" ihnen nicht direkt sagen möchte, was ihm fehlt und das dann so "löst", daß er es sich heimlich woanders holt.
Ich bleibe dabei: Beziehungsreif ist man erst, wenn man sich seine eigenen Bedürfnisse bewußt gemacht hat, sie klar zu benennen versteht und dies dann auch deutlich tut - und zwar noch ehe man jemand näher an sich heranläßt.
Im hier geschilderten Fall sehe ich es relativ milde, denn die beiden hatten ja offenbar Meilensteine miteinander vereinbart, die er bis dato eingehalten hat, etwa was ihre Vorstellung bei seinen Eltern und Freunden betrifft. Er hat ja noch nie mit jemand zusammen gewohnt, insofern ist durchaus denkbar, daß er sich selbst tatsächlich vorgenommen hatte, diesen nächsten Schritt mit ihr "in zwei Jahren" zu tun - nur um sich jetzt doch wieder soviel Ängsten erfüllt zu spüren, daß er vor dem Hindernis verweigert hat.
Klar ist das menschlich. Und natürlich kann man daran auch arbeiten. Aber eben das sehe ich bei ihm nicht. Was ich aus Mienchens Schilderung entnehme ist vielmehr, daß er ein Drama inszeniert, mit Rumgeheule, Geklammer und vor allem mit viel ich-ich-ich und wieder ich. Erwartet hätte ich mir stattdessen einen lösungsorientierten Ansatz im Sinne von:
"Ich kann jetzt nicht mit Dir zusammenziehen und das tut mir aufrichtig leid.
Aber ich werde mir Hilfe suchen, um herauszufinden, wo diese Ängste herkommen, die mir regelrecht den Hals zuschnüren, wenn ich nur ans Zusammenleben mit jemand anders denke - obwohl es jemand ist, den ich so sehr liebe.
Das muß einen Grund haben. Den finde ich heraus und dann werde ich mich diesen Ängsten stellen. Vorher kann ich keine Entscheidung treffen. Bitte, können wir mal gemeinsam zu einer Paarberatung gehen, um herauszufinden, wie wir nun am besten vorgehen. Bitte, laß uns nicht aufgeben, ehe wir nicht mindestens das noch versucht haben. Vielleicht hilft uns eine Paartherapie - oder vielleicht muß ich in eine Einzeltherapie - und das wird eventuell nochmal ein Jahr kosten. Aber dann wissen wir beide wirklich Bescheid."
Mit sowas könnte ich umgehen, da hier ein redliches Bemühen erkennbar wäre, eine nachhaltige Veränderung des Status Quo zu erzielen, um die gemeinsam gesteckten Beziehungsziele doch noch zu erreichen. Und wenn sich nach einem Jahr Therapie herausstellen sollte, daß da nichts zu wollen ist - dann könnten sie einander zumindest in die Augen sehen und sich im Wissen voneinander verabschieden, daß sie es redlich versucht haben. Es hat dann eben nicht sollen sein.
Aber jetzt seinem Geweine nachzugeben und sich auf unbestimmte Zeit hinhalten lassen, ohne daß sich erkennbar etwas tut?
Das wäre mir dann nicht nur zu weinerlich, sondern auch zu schwach. Sorry for the harsh word, aber so sehe ich das.