Zitat von huhu79:Rechtzeitig ist, bevor Wohnungen und Jobs gekündigt oder Verträge geschlossen werden.
Rechtzeitig wäre aus meiner Sicht vor zwei Jahren gewesen, als sie sich kennenlernten. Denn da war Mienchen noch nicht emotional involviert und hätte noch vor dem ersten Date dankend abwinken können, ohne daß es jemand weh tut.
Eben drum hat er es ihr vermutlich nicht gesagt, sondern sie erst mal emotional eingefangen, dann über zwei Jahre hingehalten und selbst jetzt versucht er das noch,
ohne eine konkrete Lösung anzubieten.
Bei mir wäre schon angesichts dieser Salamitaktik die Luft raus; so kann man vielleicht im Geschäftsleben agieren, aber bitte nicht gegenüber einem Menschen, dessen Herz und Vertrauen man für sich gewinnen will. Aber es ist Mienchens Beziehung - auch wenn sie nun eine Wendung genommen hat, die
ihren eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Vorstellungen klar widerspricht. Sie muß wissen, ob sie sich nun
für ihn verbiegen oder für sich selbst sorgen will und wird.
Ich finde es o.k., jetzt erst mal den Gang rauszunehmen und mal ein paar Wochenenden lang auch mit anderen Leuten was zu unternehmen. Aber lösen wird das nichts; aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Die Frage ist, was er mit dem so gewonnenen Aufschub anfangen wird. Ist
ihm überhaupt klar geworden, daß
er was
tun muß? Oder wird er sich in der neuen Situation einrichten und dann irgendwann nur noch sowas sagen wie "Aber es war doch seit damals klar, daß wir nicht mehr zusammenziehen. Was willst Du eigentlich von mir?"
Ich kann Mienchen nur wiederholt empfehlen, jetzt auf sich selbst zu schauen.
Sie wollte einen Mann, mit dem sie zusammen leben
kann. Warum, ist ihre Sache, dafür muß sie sich auch vor niemand rechtfertigen - zumal sie mit dieser Vorstellung in bester Gesellschaft ist, immerhin leben hierzulande die meisten Festbeziehungspaare zusammen und nicht in getrennten Wohnungen.
Mit jedem Tag, den sie jetzt noch in der Fernbeziehung verweilt, wird sie sich ein Stückchen mehr verbiegen. Denn ab hier geht das Beziehungsleben jetzt offen an ihren Bedürfnissen vorbei. Sie wird sich also überlegen müssen, ob sie bereit ist, ihre Vorstellungen zu kompromittieren - oder ob sie nicht lieber geht, wenn er sich in der neuen Situation nun einzurichten beginnt, statt seine Problematik ernsthaft zu bearbeiten. Letzteres müsste sich in den kommenden Wochen zeigen - allzu lange warten würde ich da jedenfalls nicht.