Menschenskind
Gast
ich bin neu hier und um euch abzuholen, schildere ich erstmal meine derzeitige Herausforderung. Natürlich rein aus meinem Blickwinkel.
Also. letztes Jahr führte ich eine emotional sehr anstrengende Beziehung. Es liegt in der Natur der Sache, dass auch ich meinen Beitrag geleistet und Fehler gemacht habe. Es gab immer wieder Reibereien und ich hatte mich fortwährend emotional unter Druck gesetzt gefühlt und die Gründe zum überwiegenden Teil auch klar benannt. Will hier nicht zu sehr ins Detail gehen. Aber egal was ich gemacht habe, kaum etwas konnte ihren Ansprüchen gerecht werden - immer Ganz große Gefühle, sonst hat es keinen Wert. Ich denke, dass man ja trotz Partnerschaft immer noch sein Leben lebt. Also ab und an Freunde treffen etc. - hielt sich aber wirklich in Grenzen. Wenn denn mal für eine Harmonie eingekehrt war, dann dauert es nicht lange und ich habe scheinbar wieder etwas bei ihr angetriggert, sodass die Sache von jetzt auf gleich explodiert ist.
Unbemerkt habe ich mich irgendwann immer weiter zurückgezogen und das Ende quasi herbeigesehnt. Immer wieder haben wir uns getrennt. Da mir meine Ex allerdings sehr wichtig war und wir viele Interessen teilten, habe ich mich immer wieder weichklopfen lassen und daran geglaubt, dass wirs trotz aller Schwierigkeit packen. Bis zum Schluss hatte sie Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass wir uns nicht gut tun. Bisher sei sie bei Männern immer an den Flaschen geraten, die ihr immer nur weh getan haben. Ich wäre so ein toller Mensch und sie wäre nicht auf Krawall aus, sondern würde Harmonie genauso schätzen wie ich. Auch ihre Mutter habe sich gefreut, dass sie endlich mal an einen normalen Partner geraten ist. Das hat mich natürlich gefreut zu hören - also nicht, dass ihre vorherigen Freunde ihr nicht gut getan haben, denn diese Geschehnisse haben natürlich auch unsere Beziehung belastet.
Schlussendlich haben wir den Kontakt im Oktober auslaufen lassen und sie hatte mich gebeten, dass ich mich in ein paar Monaten nochmal melden solle, wenn sie sich entliebt hat, da wir uns ja trotz allem sehr wichtig seien. Für mich kein Problem, denn auch mir war sie als Person ans Herz gewachsen. Groll hab eich keinen empfunden - bin nunmal nicht so nachtragend und eher verständnisvoll.
Ich hatte ihr während unserer Beziehung Karten für ein Konzert versprochen, da sie eine davon zu Weihnachten an ihren Bruder verschenken wollte. Und was ich verspreche, das halte ich auch. Also habe ich Anfang Dezember eine Weihnachtskarte besorgt, die Konzertkarten beigelegt und ihr schöne Festtage gewünscht. Hierauf erhielt ich kein Rückmeldung - nicht mal ein Danke - nun ja, schön wars zwar nicht, aber klar, sie war wahrscheinlich verletzt und ich hatte sie auch nicht aufgefordert sich zu melden. Also habe ich auch nicht weiter nachgebohrt. Ich habe neue Frauen gedatet, hatte aber im Hintergrund ein total schlechtes Gewissen. Irgendwie verrückt, oder? Also habe ich es erstmal gelassen.
Vor gut drei Wochen kam in mir der Wunsch auf, nochmals mit ihr in Kontakt zu treten. Denn auch das hatte ich ihr seinerzeit zugesagt. Also schrieb ich ihr einen Brief - irgendwie persönlicher als eine SMS oder so. Zumal ich ihre Handynummer nicht mehr greifbar hatte. Nun gut Als ich auf meinen Brief kein Feedback erhalten habe, kam in mir ein wenig Sorge auf, ob es ihr gut geht. So ein Verhalten kannte ich von ihr bisher nicht und es waren ja auch ein paar Monate vergangen. Wer weiß. Und dann nahm das Unglück seinen Lauf. Ich kannte ihren Heimweg von der Arbeit nach Hause und habe auf sie gewartet. Klar, sie war total perplex und ich habe mich dafür entschuldigt, dass ich einfach so hier aufkreuzen würde. Wir waren irgendwie beide übermannt von der Situation. Sie habe meinen Brief nicht erhalten und klar war sie überrascht, aber es sei kein Problem. Ich solle mir da nicht so einen Kopf machen. Sie selber habe auch überlegt, ob sie sich melden solle, um nochmals einen besseren Abschluss zu finden. Sie habe sich aber nicht getraut, aber da das Eis ja jetzt gebrochen sei, könne man sich doch mal auf ein Bierchen treffen. Ich solle mich aber melden, da sie dies nicht tun würde. Darauf habe ich dann geantwortet, dass es ja nichts bringe, wenn sie sich nicht sicher sei, ob ihr dies gut täte. Ich muss erwähnen, dass sie mir zu verstehen gab, dass sie das letzte Jahr - nicht nur wegen mir - ganz schön gefordert hatte und auch ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen musste, um darüber hinweg zukommen (wohl auch eine Kur). Sie sagte, ich solle Angebote annehmen, wenn sich diese bieten. Auch meine Anmerkung, dass wir uns besser nicht mehr sehen sollten, hatte sie widersprochen Nun ja, was schloss ich daraus? Sie hatte abgeschlossen und einem harmonischen Miteinander sei durchaus im Bereich des Möglichen.
Also steckte ich ihr zu Ostern ein kleines Präsent in den Briefkasten mit einem Gutschein für ein Treffen. Handynummer drauf, da sie diese bereits aus ihrem Handy gelöscht und auf irgendeinen Zettel notiert hatte. Ich hatte natürlich gehofft, dass sie sich meldet, was aber nicht geschah. Mmmhhh, blöde Kiste Ein Nein war da für mich nach all dem nicht herauszulesen. So bin ich ihr nochmals auf dem Heimweg entgegengegangen. Hierzu vielleicht noch eine kurze Randnotiz. Sie hatte während unserer Beziehung immer "bemängelt", dass ich emotional zu wenig investiere und dass da aus ihrer Sicht mehr Einsatz kommen müsste. Nun gut.
Sie war allerdings nicht alleine, sondern eine Freundin hatte sie begleitet. Mir schlug blanker Hass entgegen. Ich solle sie endlich in Ruhe lassen und sie nicht mehr belästigen. Sie möchte keinen Kontakt mehr. Ups, was ist denn hier los? Logo, war blöd von mir, aber ich ging davon aus, dass ich mehr Einsatz hätte zeigen sollen. hätte sie mir ihre klare Botschaft nicht per Handy mitteilen können? Klar, musste sie nicht, aber ich hatte es wohl zumindest angenommen Ich war so perplex, dass ich ihr dann nachgegangen bin und um Erklärung für den Sinneswandel gebeten habe - ich wußte selber, klever ist das jetzt nicht, aber ich war wie fremdgesteuert. Daraufhin nannten mich beide einen Stalker und drohten die Polizei zu rufen, denn sonst bekommt man mich nie los. Das hat mich echt umgehauen. Ja, sch. wars irgendwie. Aber Stalker? Krass. Ich sei ein Psycho, der dringend einen Therapeuten braucht und im Grunde sei ich dafür verantwortlich, dass das letzte Jahr so ein Horror für sie war. Die Worte haben mich tief getroffen. Ich glaube, dass sie davon ausgeht, dass ich sie zurückhaben möchte. Sie hätte letztes Jahr Bock auf mich gehabt, jetzt nicht mehr. Ja gut, OK. Eine Beziehung kann ich mir auch nicht mehr vorstellen - mein Herz pumpt halt nicht, wenn ich an sie denke oder ein Bild von ihr sehe. Für mich ein klares Signal. Aber die Verwürfe treiben mich wirklich um. Vor allem, da ich keine Möglichkeit habe, das Ganze aus meiner Sicht klarzustellen. Habe ich aus meiner Sicht doch "nur" gemacht, worum sie mich gebeten hatte. Keine unzähligen Nachrichten, Anrufe etc. über Monate.
Um auch für mich besser abschließen zu können, habe ich an eine Abschluss-SMS gedacht.
Bin mir allerdings unsicher, da dies wahrscheinlich nur den Eindruck verstärkt, dass ich, wie ein Stalker, nicht los lassen kann und weiter den Kontakt suche. Schon klar, irgendwie auch gekränkte Eitelkeit.
Freue mich über eure Ratschläge.

Danke dafür.