Zitat von Themoststupid:@blumenfrau
Danke für deinen Beitrag.,
Und wie lief dann das Ende?
Was führte dazu dass du nicht mehr rückfällig geworden bist?
Gab es da einen ausschlaggebenden Moment...?
Es war die ständige Wiederholung seines unmöglichen Verhaltens! Ich stumpfte langsam ab.
Schön wäre es gewesen, wenn ich nach seinem ersten Schlussmachen (das war nach einem Dreiviertel Jahr Beziehung) konsequent geblieben wäre.
Aber leider ging es insgesamt 2,5 Jahre hin und her. Die Respektlosigkeiten nahmen zu, weil der Mann ja weiß, dass ich nachgiebig, harmoniestrebend und bedürftig bin.
Ich konnte es lange nicht glauben, dass es nicht wieder wie am Anfang sein kann. Ich habe mich angepasst und verbogen...hat alles nicht geholfen. Er saß am Mischpult der Beziehung und bestimmte über Nähe und Distanz, über Zusammensein oder Ende, über gute und schlechte Tage. Ich war wie eine Süchti ge, hatte so viel investiert...
Aber ich wurde von mal zu mal auch abgebrühter. Bei den ersten verbalen Ausrastern, bei dem ersten Schlussmachen, war ich noch verzweifelt und habe geweint.
Als ich Ende Februar in diesem Forum aufschlug - er hatte mal wieder Schluss gemacht (weil ich fragte, ob er bei mir übernachtet) - war ich völlig zerstört.
Ich schrieb hier (auch wenn ich einige Antworten schlimm fand, aber es gab auch hilfreiche User), ich las viel Literatur über das Thema und ich erkannte, dass ich meine sozialen Kontakte durch ihn vernachlässigte und das Alleinsein verlernt hatte.
Das änderte ich nach und nach.
Als erstes ging ich in eine Selbsthilfegruppe für co-Abhängige und Beziehungssüchtige, in der ich nette Menschen kennen lernte und ich unternahm wieder viel mit alten und neuen Freunden.
Ich wurde im August nochmal rückfällig, blieb aber vorsichtig, war nicht mehr euphorisch.
Er schaffte es keine drei Wochen, freundlich und respektvoll zu bleiben, machte auch wieder Schluss. Diesmal berührte es mich nicht mehr besonders.
Auch als er rumschrie lächelte ich nur müde und ging. Geweint habe ich gar nicht mehr. Ich hatte sofort die Vorteile vor Augen, die ich ohne ihn haben werde.
Wir kamen uns dann noch mal für eine Woche näher. Wieder Schluss, weil ich etwas falsches sagte. War mir egal. Für mich war es eigentlich gar keine Beziehung mehr. Wenn er denkt, das war eine, dann hat er keine Ahnung wie eine erwachsene Beziehung aussieht.
Normalerweise soll man, so sagen es Betroffene und auch die Fachliteratur, mit sofortiger Kontaktsperre arbeiten. Das hätte ich nicht geschafft. Bei mir war es eher ein Ausschleichen des Gifts. Ich fand ihn von Wutausbruch zu Wutausbruch lächerlicher.
Das mit dem Ausschleichen klappt aber meiner Meinung nach nur, wenn man getrennte Wohnungen hat.
Heute bin ich ihm noch nicht mal böse. Er hätte sicher anders gehandelt, wenn er gekonnt hätte. Aber er kann halt nicht anders. Er hat noch nie eine gesunde und nahe Beziehung gehabt, was für ihn ok ist. Für mich passt es halt nicht, ich genieße jetzt die Ruhe und den Frieden in meinem Leben.
Wenn ich mal in ein Loch falle, dann denke ich daran, dass ich mit ihm eigentlich auch einsam war.
Die Zeit bereue ich nicht, obwohl ich an Selbstbewusstsein, Gesundheit und Geld eingebüßt habe. Ich habe nämlich sehr viel über mich gelernt. Es hatte ja einen Grund, warum ich das so lange mitgemacht habe. Warum ich so bedürftig war. Daran arbeite ich weiter.