Meine Vorredner haben eigentlich schon alles gesagt.
Noch mal zur Opferrolle bzw. zum Reflektieren:
Du hast viele Jahre mit deiner Frau verbracht und in dieser Zeit wird sie sicher nicht nur shoppen gegangen sein und in der Hängematte gebaumelt haben während du das Haus gebaut und finanziert,- und die Kinder gezeugt hast

Oder?
Es wird dir etwas gegeben haben, sonst hättest du es nicht getan. Und ich nehme an, dass auch deine Frau viel geleistet hat.
Ich habe selbst viele Jahre mit einem Mann zusammen gelebt und wir entschieden uns damals bewusst für diese altmodische, klassische Rollenverteilung...Aus heutiger Sicht nicht besonders klug aber wir wollten es so.
Mit den Jahren entwickelten wir uns auseinander, wie das so oft der Fall ist.
Schließlich begann er eine (zunächst heimliche) Affäre, die schließlich zu einer festen Beziehung führte (es geht also doch

).
ABER wir trennten uns sehr respektvoll und liebevoll. Er verstand mich, ich verstand ihn und wir machten uns beide weitesgehend den Weg frei um beide eine schöne Zukunft zu haben.
Nie wäre er auf die Idee gekommen, mich im nachhinein in die Rolle derjenigen zu drängen, die sich hat nur aushalten lassen, auch hat er niemandem die Schuld in die Schuhe geschoben weils im Bett nicht mehr lief. Und ich genau so...
Im Gegenteil, er bedankte sich für all die Jahre und ihm tat es Leid dass ich mich zu sehr (auch finanziell) auf ihn verlassen hatte. Wiederholt sagte er "Du hättest dir in all den Jahren etwas anderes aufbauen können...so dass du jetzt besser dastündest...Du hast sehr viel für mich getan..."
Ich kann mir von beiden Seiten keine bessere Trennung vorstellen.
So und deswegen empfinde ich deine Haltung als eine unreflektierte Opferhaltung: Du hast all die Jahre nur gegeben und gezahlt und hast dann noch auf Se,x verzichtet. Da fehlt einfach dein Part bei der Sache und es fehlt auch die Einfühlung in deine Frau,- hast denn du ihr das Gefühl gegeben begehrenswert zu sein? Frau zu sein? Statt nur funktionierende Gattin? Denkst du die Umstände mit, die nicht nur in eurer Ehe zum Libido-Verlust auf beiden Seiten führen? usw.
Und auch deine Geliebte stellst du wie ein Opfer ihres bösen Ex dar. Sie hat dazu natürlich rein gar nichts beigetragen. Das gefällt mir einfach nicht.
Die Vergangenheit, die dir selbst lange nur zu Recht war, wirfst du in den Schmutz. Muss das sein? Mir hätte es sehr weh getan, wenn mein Ex mich und unsere Zeit so betrachtet hätte wie du jetzt deine Frau und euer Leben...
Wieso kann man nicht sagen: ich habe es jahrelang so gelebt weil es zu jener Zeit genau das richtige war...Ich danke dir dafür...und jetzt möchte ich etwas anderes leben?