Zitat von Kelaw: Jedem kann geholfen werden auch einem psychisch kranken.
Deshalb schrieb ich in Beitrag #150 auch, daß es ärztlich relevant sei.
Zitat von Kelaw: wenn das Bein noch dran ist dann versucht man ja auch erst es zu flicken
Natürlich. Und wenn das nicht geht, versucht man halt das zu machen, was noch geht: Prothese, Rollstuhl, etc.
Der Unterschied ist wohl eher, daß man die Partnerschaft mit einem Beinamputierten fortsetzen kann, da der ja weiterhin in der Lage bleibt, sich Dir gegenüber korrekt zu verhalten. Eben das war und ist ist bei Deinem Ex aber nicht gegeben, wie sein Hochzeitsstunt einmal mehr demonstriert.
Zitat von Kelaw: natürlich ist mein Ex präsent in meinem Leben, weil man Gefühle nicht einfach so abstellen kann.
Natürlich kann man seine Gefühle nicht einfach abstellen. Aber man sollte damit auf eine Weise umzugehen wissen, daß man sich nicht in ihnen verliert und stattdessen wieder auf die Hufe kommt.
Zitat von Kelaw: ich würde dann auf ihn herabschauen weil er krank ist?
Nein, das wäre anmaßend.
Aber Du solltest zu Dir aufsehen und Dir klarmachen, daß sein Verhalten Dir schadet und daher für eine Partnerschaft inakzeptabel ist.
Zitat von Kelaw: Wenn mein Ex Hilfe bekommen würde, dann würde es ihm besser gehen, er würde nicht mehr so leiden in seinem Leben,
Dafür muß der Leidensdruck erst mal groß genug sein, daß er sich Hilfe sucht. Eben das ist hier aber nicht der Fall. Nicht die Krankheit, sondern sein Umgang damit disqualifiziert ihn als Beziehungskandidaten.
Zitat von Kelaw: Die Konsequenz aus dieser Heiratsgeschichte ist, das jetzt Feierabend ist, und wenn er nochmal etwas tut dann gibt es halt eine Anzeige.
Klingt vernünftig.
Zitat von Kelaw: ich werde ihm nichts verzeihen
Das ist natürlich Deine Entscheidung. Die Krankheit macht sein Verhalten zumindest nachvollziehbar. Insofern mag man es ihm irgendwann - mit etwas mehr Abstand und Ruhe - sehr wohl sogar verzeihen, sollte aber IMO dennoch einen gedanklichen Schlußstrich unter die Beziehung setzen, für nachhaltigen Abstand sorgen und weiterziehen im eigenen Leben.
Zitat von Kelaw: Ihr stellt mich da als völlig dumm und unterbelichtet hin , nur weil ich Gefühle für einen Menschen hatte?
Wie kommst Du denn auf das dünne Brett?
Ich finde es toll, daß Du Deinen Herrn Vater so aufopfernd gepflegt hast und auch für Deine krebskranke Freundin da bist.
Was Deinen Ex betrifft, so kann ich nachvollziehen, daß Du ihn (während Eurer ursprünglichen Beziehung) nicht gleich hast fallen lassen wie eine heiße Kartoffel, sondern zumindest versucht hast, ihn dazu zu bewegen, daß er sich Hilfe sucht.
Allerdings zeigt der von Dir selbst geschilderte, weitere Lauf der Dinge, daß dabei Deine Grenzen mehrfach deutlich überschritten worden sind. Es ist eine Sache, an so jemand zu geraten und dann erst nach und nach drauf zu kommen, wie böse da etwas aber auch wirklich so gar nicht stimmt, statt beim ersten falschen Wort gleich die Beine unter den Arm zu nehmen - geschenkt. Aber es ist eine völlig andere, wenn jemand sich selbst immer mehr überfordert und nicht rechtzeitig abzugrenzen weiß, wenn andere Menschen ihn nur noch aussaugen.
Ich bin (seit einigen Jahren) nicht (mehr) der Meinung, daß man sich erst bis zum letzten Blutstropfen aufopfern muß, ehe man sich von Menschen zurückziehen "darf", die einem nicht nur nicht gut-, sondern richtiggehend weh tun und das mehr als einmal und in einem auf Dauer enorm schädlichen Ausmaß für einen selbst. Es hat verdammt lange gebraucht, bis ich das verinnerlichte, denn dafür mußte ich Werte zumindest hinterfragen, die mir von frühester Kindheit an nicht nur vorgelebt, sondern auch eingeredet wurden und das auch außerhalb des eigenen Elternhauses.
Partnerschaftliche Fürsorgepflicht hat für meine Begriffe ihre Grenze dort zu finden, wo man selbst vor die Hunde zu gehen droht, wenn man sich dem anderen noch länger aussetzt. In Deinem Fall war es sogar bereits zu einer Trennung gekommen - Du schreibst selbst, wieviel Material Du inzwischen gesammelt hast, das Deinen Ex schwer belastet. Dennoch hast Du zugelassen, daß er sich Dir wieder nähert - und prompt hat er Dir das nächste blaue Auge verpasst (bildlich gesprochen).
Deshalb nochmal meine Empfehlung: Hak ihn ab, wahre ab nun endgültig (!) Abstand, werde Dir klar darüber, wie Du überhaupt in so eine bizarre Situation hineingeraten konntest und was Dein eigener Anteil daran war und denk mal drüber nach, wer Du eigentlich bist, wo Deine Grenzen überhaupt sind und wie Du künftig damit umgehen willst, um künftig so weit wie irgend möglich (Garantien gibt es natürlich nie) zu vermeiden, daß Du Dich nochmal in so einem Film wiederfindest.
Und nein: Ich schreibe das nicht, weil ich irgendwie auf Dich herabblicke, sondern aus einer wohlwollenden, fürsorglichen Haltung heraus, die nicht zuletzt dem Umstand entspringt, daß auch ich in Sachen "Chance geben", "sich aufopfern für die Partnerschaft" usw. so manchen eigenen Fehler beging, dessen Folgen ich hier und woanders niemand an den Hals wünsche - Dich eingeschlossen.
O.k.?
