Mirò
Gast
Ich (40) habe meine Partnerin (37) vor zwei Jahren kennen gelernt. Wir haben uns auf anhieb gut verstanden und kamen schnell zusammen. Was Charakter, Temperamten und Weltanschauung anbelangt sind wir sehr ähnlich. Unsere Beziehung war sehr harmonisch. Wir sind immer sehr sorgsam und rücksichtsvoll miteinander umgegangen.
Meine Partnerin ist mit Job, Hobbies, Familie stark ausgelastet, so dass wir unsere Paar-Zeit immer "zusammensparen" mussten. Dies belastete uns beide. Mich, weil ich gerne mehr Zeit mit ihr verbracht hätte, um eine tiefere Beziehung zu entwickeln. Sie, weil sie sich bewusst war, dass sie "zu wenig" für unsere Beziehung da war. Ich habe ihr von Anfang an klar gemacht, dass ich unsere Beziehung als schöne Ergänzung zu unserem bisherigen Leben sah und ich ihr nichts wegnehmen wollte. Obwohl sie sich alledem bewusst war, gab und gibt es irgendetwas in ihr drin, das sie blockiert und ihr nicht ermöglicht(e) mehr Energie in unsere Beziehung zu investieren.
Obwohl wir immer täglich Kontakt hatten, wurden unsere Treffen in der realen Welt immer seltener. So kam es wie es leider kommen musste. Obwohl wir uns gut verstehen, wir zueinander passen, nie Streitigkeiten hatten und uns immer noch gern haben, haben wir uns vor kurzem getrennt. Die Trennung lief wie folgt ab: Wir haben uns zu einem Spaziergang getroffen. Wir haben lange Hand in Hand miteinander gesprochen. Ich habe versucht ihre Gründe zu verstehen, wieso sie die Beziehung, in welcher sie sich eigentlich wohl fühlte, beenden wollte. Als ich dann verstanden hatte, dass sie diesen Entschluss für sich schon fix getroffen hatte, haben wir uns lange umarmt und beide geweint. Wir sind danach weiter Hand in Hand spaziert und waren zusammen etwas trinken. Danach haben wir uns nochmals umarmt und uns beide mit den Worten "ich hab' dich lieb" verabschiedet. In den zwei darauf folgenden Tagen habe ich per Textnachrichten soviel Zuneigung von meiner Partnerin erfahren, wie schon lange nicht mehr. Vor zwei Tagen haben wir uns nochmals gesehen. Wir hatten schon längere Zeit eine Führung gebucht und wollten diese nicht absagen/verschieben. Im Vorfeld hat sie mir geschrieben, dass sie sich sehr freue mich zu sehen. An diesem Treffen hat sie immer wieder den Körperkontakt gesucht und wir waren wiederum viel Hand in Hand unterwegs. Es fühlte sich vertraut und richtig an. Wir haben noch etwas zusammen gegessen und ich habe sie zur Arbeit gefahren. Dort haben wir uns wieder lange Umarmt und innig geküsst. Sie hat mich gefragt, ob sie mir weiterhin Nachrichten schreiben dürfe und ob wir uns wieder sehen werden. Ich habe ihr gesagt, dass dies für mich sehr verwirrend sei. Monatelang sei sie extrem reserviert und zurückhaltend gewesen und jetzt, wo sie einen Schlussstrich gezogen hatte, war sie plötzlich wieder offen, nahe und zärtlich. Ich müsse ein wenig Abstand gewinnen.
Ich werde aus ihrem Verhalten nicht schlau. ich versuche nun für den Moment den Kontakt auf ein Minimum zu reduzieren, was mir ungemein schwer fällt. Momentan weiss ich nicht, wie ich mich verhalten soll und bin um jede Meinung und Interpretationshilfe dankbar.