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Zitat von Ungeliebt:@frechdachs1
Da hilft leider kein reden, denn Choleriker können nicht aus ihrer Haut. Es tut ihnen auch aufrichtig leid, aber sie können sich nicht aus eigener Kraft ändern. Meist hilft nichtmal eine Therapie.
Ich bin in einer solchen Hölle aufgewachsen und glaube mir, liebe TE - Dein Kind wird es dir von Herzen danken, wenn du ihm das ersparst.
EDIT: Das wird auch nicht besser. Sondern schlimmer. Irgendwann werden solche Menschen handgreiflich und ticken völlig aus.
Es geht mir genauso. Ich habe mir als Kind gewünscht, dass meine Mutter sich trennt. Ich konnte und kann bis heute nicht verstehen, warum sie es zugelassen hat, dass so mit ihr und mir umgegangen wurde. Es gab immer mal gute Phasen, aber es war ein Leben auf dem Pulverfass. Oft explodierte mein Vater wegen quasi gar nichts und demütigte uns. Er war dabei maßlos und wurde nicht müde, uns brüllend zu erklären, wie wahlweise dumm, ungeschickt und undankbar wir wären. Auch nicht wenn Dritte dabei waren. Oft versuchte mein Opa, mich aus der Schusslinie zu bringen. Ich hätte nicht zählen können, wie oft mir mein ganzes Leben lang erklärt wurde, er sei eigentlich ganz anders.
Ja, er hatte bzw. hat tolle, liebevolle und aufopferungsvolle Seiten. Aber wir lebten dennoch auf einem Pulverfass und in ständiger Alarmbereitschaft. Es war unkalkulierbar. Was ihn heute nicht kratzte, brachte ihn morgen zum Ausrasten und umgekehrt. Es gab nie Verhaltenssicherheit.
Ich fragte mich schon als Kind immer, was dieses "eigentlich ganz anders" eigentlich heißen soll, denn es nützte mir gar nichts und machte alles nur noch schlimmer, weil dann auch noch Schuldgefühle hinzu kamen.
Meist ist Cholerik ein Ausdruck von Minderwertigkeitsgefühlen, fehlender Problemlösefähigkeit und Hilflosigkeit. Indem ein Choleriket andere herabwürdigt, erhöht er sich.
Wenn er nicht wenigstens versucht, das mit professioneller Unterstützung in den Griff zu bekommen, wird es nicht besser werden. Er braucht jedoch vermutlich die Pistole auf die Brust und ich fürchte, die kannst Du nur erzeugen, indem Du ihn beim nächsten Ausbruch verlässt und ganz klar damit Grenzen setzt. Vorher würde ich versuchen, in einem ruhigen Gespräch zu klären, was ihn so auf die Palme bringt (vielleicht ist die Ursache ganz leicht zu beheben. Leider glaube ich das nicht. Aber einen Versuch ist es wert) und ihm die Konsequenz beim nächsten Mal deutlich machen. Andernfalls hat er nämlich keinen Anlass, etwas zu unternehmen.