Zitat von Eddi:Ben !
Ließ Dir mal bitte meinen Post von gestern nochmal durch, quasi vor ein paar Stunden ! Mir geht es doch hin und wieder ganz ähnlich, insbesondere an den Wochenende ist es merklich schlimmer. Mir fehlt da einfach die Struktur, die ich unter der Woche habe und es ist viel zu viel Zeit übrig sich Gedanken machen zu können. Es sind die Art von Einbrüchen, die die winzigen aber stetigen Erfolge als Nichts abstempeln. Das Ego spürt genau den schwachen Moment, sieht seine Chance gekommen und grätscht voll dazwischen. Was das Selbstfindungsdingens alles bringen würde, wieviel Zeit man darin noch investieren will und voller Überzeugung sagt... schau, besser fühlst du dich nun damit auf Dauer auch nicht, es gibt keine Mittel dagen, also wehr dich nicht und gib dich mir hin, so Sch... bin ich zu dir doch gar nicht.
Argh, verdammt. JA. Diese dämliche Ego. Verdammte Axt nochmal.
Schleicht sich klammheimlich von Hinten an und stícht gnadenlos zu... grrrr
Im großen und ganzen, geht es allerdings die meiste Zeit ganz gut. Ich bin nicht gut oder schlecht drauf. Eher neutral. Aber ich hab das gefühl, das dass nur "schein" ist. Und in wahrheit unterdrücke ich meine Gefühle, lenk mich mit anderem Kram ab um ja nicht dahin schauen zu müssen, wo es eigentlich brennt, wo es am meisten weh tut... Das Problem dabei ist, das ich es nicht sehe. Nicht kann oder sogar, überhaupt nicht will. Unterbewusst versteht sich. Ich befinde mich irgendwie in einem Konflikt mit mir selbst. Auf der einen Seite will ich (bewusst) schauen, was das Problem ist, finde es aber (unterbewusst?) nicht oder will es mir nicht zeigen und entsprechend eingestehen. Da fehlt mir völlig der ansatz. Zumal ich mit aller Ehrlichkeit und Offenheit versuche, eben das herauszufinden. WO ist das (bzw die) Problem(e) gerade. Das merke ich vor allem, wenn ich mich selbst Frage, oder versuche mich zu erinnern wie ich mal war, was dazu geführt hat. Es endet immer wieder ziemlich schnell darin, das ich aufhöre und etwas anderes "viel wichtigeres" mache. Und genau da, nerv ich mich selbst. Ich will es, und will es auch wieder nicht. Geb zu schnell auf, wenn nach 2-3 Minuten nachdenken NICHTS dabei raus kommt, lass ich es bleiben und mach was anderes. klingt für mich arg nach selbstsabotage, nach angst und verweigerung. Teufelskreis³
Zitat:Schwups ergießt man sich wieder in den Gedanken, was habe ich alles falsch gemacht, was macht sie gerade, denkt sie wenigstens noch ein bischen an mich, wenn nicht, wird sie in (baldiger) Zukunft merken dass sie doch vermisst. Und schon malt man sich diesen Tag in den schönsten Farben aus und und hofft regelrecht, dass man dann selbst nicht schon damit abgeschlossen hat. Ist doch völlig idiotisch nicht wahr !? Im Umkehrschluss bedeutet das, dass man sich doch schon nahezu gegen das Loslassen wehrt. Nach dem Motto... huch... ich mache ja Fortschritte damit... so schnell wollt ich das aber nun doch wieder nicht, was ist wenn sie morgen, übermorgen oder über über morgen anruft... so lange gönne ich mir noch. Aber dann, ja dann lasse ich weiter los ! Naja, zumindest geht es mir so ab und zu. Erschaffe mir in Gedanken voll meine eigene Realität und glaube zu wissen was in ihr vorgeht oder passieren wird. Totaler Schwachsinn wenn ichs mir grad so nochmal durchlese,... aber passiert immer wieder.
Eigentlich mach ich mir darüber nur sehr selten gedanken. Es sind meistens Erinnerung. Wir waren im Mai einen Monat in Neuseeland mit nem Camper unterwegs. Jetzt kommen mir die ganzen Erinnerungen hoch so als ob es gestern erst gewesen ist. Da steckt viel Wehmut, Trauer und Bedauern drin.
Und das mit der Angst vorm loslassen. Bingo. So ist es, zumindest auf eine gewisse art. Es wird weniger und ist auch nicht mehr so intensiv wie "früher".
Zitat:Daneben ertappe ich mich auch bei dem Gedanken, wie sie es finden würde, wie ich grad an mir selbst arbeite und zu mir finde(n will). Da frag ich mich dann auch was das soll... ich mach das doch für mich ! Die einfache Erklärung ist, weil es der Strohalm ist an dem wir noch klammern, wenn wir mal wieder zusammenkommen, dann wird es funktionieren, ich bin ja dann mit mir und habe mir Dinge angeeignet, mit denen ich mich nicht nur selbst, sondern auch unsere Beziehung, wenn nicht sogar die gesamte Menschheit aushalten und immer wieder aufbauen kann. Hört sich irgenwie noch grusliger an als der obere Absatz !
Ich wünschte natürlich das sie sehen könnte, wissen würde, was ich tue. Aber ich glaube nicht, das dieses Wissen etwas an der Situation ändern würde. Da bin ich glaube ziemlich realistisch. Es ist mir eigentlich auch "egal", da ich es ja auch nur für mich mache.
Zitat:Ben, weißt du worum ich dich "beneide" ! Es ist genau eben dieser Wunsch, dieser Traum von Amerika, mit den konkreten Ansätzen mit der sich bietenden Gelegenheit. Und du hast völlig recht, das ist Leben, das ist Hoffnung ! Ich suche in mir immer noch nach so einem großen Wunsch... hab ihn aber nicht. Was ist da schon ein temporäres Hochgefühl von heute Morgen ? Von all deinen Gründen die du aufgezeigt hast wird bei Lichte betrachtet objektiv nur jener mit deiner Hündin übrig bleiben. Dann die Frage... ist das wirklich unlösbar ?
Was hät dich zumindest in der aktuellen Lage also wirklich davon ab sich mit dem Thema auseinanderzusetzen ?
Genau, die Ex könnte zurück zu dir wollen und du bist nicht da, oder noch schlimmer, du kommst zurück und bist innerlich frei und willst selbst nicht zurück, hm !? Das macht Dir Angst ! Mir würde es jedenfalls eine Sch... Angst einjagen !
Danke, das du das sagst. Das erfüllt mich wieder ein wenig mit Hoffnung und nimmt mir etwas den Zweifel nicht völlig auf der falschen Fährte zu sein. Meine Angst. Ganz nüchtern betrachtet, genau das. Die Angst davor, das sie während ich weg bin, jemand neues kennen und lieben lernt. Ich rechne nicht damit, das sie sich von heute auf morgen überlegt: Hey, ich vermisse ihn so sehr, ich will ihn zurück! Das glaube ich eigentlich überhaupt nicht. Wäre auch reines Wunschdenken, ohne Fundament. Selbst wenn sie so fühlen sollte, haben wir inzwischen so viel abstand von einander das ich nichts davon weiß oder erfahre und es ist auch nicht das was ich möchte. Ja, davor hab ich auch echt schiss. Zu erkennen, das es eine schöne Zeit war, aber alles gut ist, so wie es dann ist. Das ich weiter gehe und jemand anderen finde. Und wie verrückt sich das anhört... ist ja geradezu lächerlich und absurd.
Zitat:Es ist allerdings jene Angst die einen lähmt sich weiterzuentwickeln, jene Angst die durch alte Glaubenssaätze erzeugt wird, jene Angst, die durch die noch nicht verarbeitete Beziehung hervorgerufen wird, jene Angst die unsere alten Muster wieder zu unseren aktuellen und zukünftigen Mustern werden lässt und es ist auch die schärfste Waffe des Ego um zu manipulieren.
Das glaube ich auch. Aber die ist so versteckt und "unbewusst" da, das sie mich regelrecht zu kontrollieren scheint. Da greift wohl wieder mal eins ins andere... Und davon gibts auch noch ne menge...
Zitat:Ergreife diese Chance deines Lebens und erfülle dir diesen Traum !
LG Eddi
Ich glaube, das werd ich auch tun. Im Moment fühlt sich der Gedanke eigentlich gut an und, der weg ist ja das Ziel, oder? Und wenn ich schon dabei bin mich von Dingen zu trennen, kann ich auch noch weiter gehen und die Dinge verkaufen, die ich eigentlich nicht brauche um dieses Abenteuer zu finanzieren.
Alles was du besitzt, besitzt irgendwann dich... war es nicht so, Tyler?

Danke dir Eddie! Wirklich!
Liebe Grüße,
Ben[/quote]