32

Ich weine noch jeden Tag - Hoffnungslos

Chrissy89

Chrissy89

24
3
17
Hallo Ihr Lieben

Ich schreibe euch weil ich einfach völlig am Ende bin. Vor knapp 4 Monaten hat mich mein Verlobter für eine andere Verlassen, hat mein Geld genommen und die Wohnung gekündigt. Soweit die Ultrakurzform. Jetzt steht bei mir der Umzug an, den ich nie wollte. Ich mag diese Wohnung sehr aber alleine kann ich sie nicht bezahlen.
Ich bringe nichts auf die Reihe, sollte mich um so vieles kümmern aber wenn ich gerade nicht bei der Arbeit bin, bin ich nur am heulen. Manchmal überkommt es mich sogar bei der Arbeit und ich muss mich gewaltig zusammenreissen.

Es ist nicht besser geworden die letzten Wochen, Monate. Eher schlimmer. Ich realisiere dass es kein Zurück gibt. Dass ich nie wieder in seinen Armen einschlafen darf und aus dieser geliebten Wohnung muss. Es zerreisst mich innerlich. Am liebsten würde ich nur noch schreien und heulen. Dazu kommt dass mein Ex absolut kalt und böse zu mir ist und eine Kontaktsperre will obwohl ich mich nur extrem selten bei ihm melde wegen den Dingen die wegen der Wohnung noch zu regeln sind. Ich bin diesem Menschen, dem ich alles anvertraut und so geliebt habe, völlig gleichgültig geworden. Ich kenne ihn nicht mehr.

Die einfachsten Dinge sind fast unmachbar geworden. Ich sehe keinen Sinn mehr und hadere mit dem Leben. Mir fehlt einfach die Kraft weiterzumachen, ich habe immer das Gefühl für diese Welt nicht gut genug zu sein. Es beschleicht mich das Gefühl da nie wieder raus zu kommen aus diesem Loch und meine Kräfte sind aufgebraucht.
Wie habt ihr diese Zeit überwunden? Wann hört es endlich auf so sehr wehzutun?

18.12.2019 21:34 • x 3 #1


histef


hi, halt durch

kann das so gut nachempfinden..
alle Tipps sind kacke: es tut immer wieder weh..
das EINZIGE was mit seit 6 Monaten langsam hilft ist sehr viel schlafen, weniger arbeiten und absolut banale Sachen machen die mir schon immer Spaß gemacht haben, Sport, Playstation...
ach ja, versuch Zeit allein zu verbringen...umso mehr Schmerz du allein aushälst, umso schneller entwickelst du die seelische Hornhaut..
Dro. etc bringen nix, glaub mir

18.12.2019 21:49 • x 2 #2


Thomas69

Thomas69


11584
3
23587
Zitat von Chrissy89:
Wann hört es endlich auf so sehr wehzutun?

Das kann man pauschal nicht sagen. Kommt ja auf vieles an, die Art der Trennung, die persönlichen Umstände und die Verfassung, ob man Hilfe hat oder sich mit Dingen ablenken kann etc etc...
Wenn du gar überhaupt keine Power mehr hast, schon mal überlegt bei einem Arzt vorzusprechen? Das reden darüber könnte gut tun, und eventuell hilft ein leichtes Antidepressiva dir über die schlimmste Zeit hinweg. Ich wünsch dir auf jeden Fall das deine Lebensfreude irgendwann wieder zurück kommt. Es wird sicher auch für dich wieder gute Zeiten geben können

18.12.2019 22:38 • x 2 #3


Catalina

Catalina


498
2
665
Zitat von Chrissy89:
Es ist nicht besser geworden die letzten Wochen, Monate. Eher schlimmer. Ich realisiere dass es kein Zurück gibt. Dass ich nie wieder in seinen Armen einschlafen darf und aus dieser geliebten Wohnung muss. Es zerreisst mich innerlich.

Ich kann dir das gut nachfühlen. Trotzdem frage ich mich, ob du nach all dem

Zitat von Chrissy89:
Vor knapp 4 Monaten hat mich mein Verlobter für eine andere Verlassen, hat mein Geld genommen und die Wohnung gekündigt.

nicht auch wütend auf ihn bist. Ich wäre extrem sauer, wenn mir das jemand antun würde. Und glaub mir, Wut fühlt sich tausendmal besser an als heulendes Elend. Willst du wegen dem Geld nichts unternehmen?

Zitat:
Wann hört es endlich auf so sehr wehzutun?

Das ist bei jedem unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig. Mir hat das Schreiben sehr geholfen, hab damals angefangen Tagebuch zu schreiben und hab da alles reingepackt. Und auch, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind, auch wenn es wehtut. Irgendwann geht auch der schlimmste Schmerz vorbei. Die menschliche Enttäuschung wird wohl leider bleiben...

18.12.2019 22:51 • x 1 #4


MAMP


375
2
411
Zitat von Thomas69:
Wenn du gar überhaupt keine Power mehr hast, schon mal überlegt bei einem Arzt vorzusprechen?

Das halte ich auch durchaus für eine sehr gute Idee, vor allem wenn es bei dir innerhalb von 4 Monaten schlimmer statt besser geworden ist. Vielleicht auch mal ein Gespräch beim Psychologen in Betracht ziehen ? Diese haben in der Regel enorm lange Wartezeiten - wenn du diesen dann doch nicht mehr brauchst, kannst du den Termin noch immer absagen. Ist aber nur so eine Idee

18.12.2019 23:03 • x 2 #5


Lottii


26
2
21
Es gibt auch kostenlose Beratungsstellen, die z.B. von der Stadt und/oder der Kirche finanziert werden, dort kannst du in der Regel einfacher und schneller hingehen. Mir hat es auch sehr geholfen, aber so wie du es beschreibst und wie ich es selber erfahren habe machst du am besten direkt auch wieder einen Folgetermin. Das gibt Sicherheit und man kann sich daran entlang hangeln.
Fühle mich gerade wieder sehr ähnlich wie du und daher im wahrsten Sinne des Wortes sehr mit dir Wer weiß, was sich bei den Menschen verändert oder in ihnen geschlummert hat und dann so plötzlich ausbrach. Versuch, dir ganz viel Zeit für dich zu nehmen wenn du sie brauchst und auf dich zu hören, was dir in dem Moment gut tut und die Gedanken vielleicht ein wenig positiver werden lässt. Ist leichter gesagt als getan, ich weiß - mir hilft es trotzdem oft ein bisschen, so in mich reinzuhören.
Alles Liebe für dich!

18.12.2019 23:22 • x 1 #6


Klinky


Hey Chrissy,
Du hast in Deinem anderen Thread geschrieben, Du hättest keine Freunde? Was ist mit Deiner Familie? Kollegen?
Denn Du brauchst einen Ansprechpartner.
Gehe doch bitte zur Caritas, zu einem Frauenzentrum oder was es sonst so gibt in Deiner Stadt an Lebenshilfe-Beratung.

UND zum Arzt. Ein leichtes Antidepressivum wäre erstmal gut.

Versuche, Dir täglich etwas Gutes zu tun. - Sauna. Spaziergang. Museum.

Kannst Du nicht ein Zimmer in der Wohnung untervermieten?


*

18.12.2019 23:23 • x 1 #7


Chrissy89

Chrissy89


24
3
17
Erstmal vielen, vielen Dank für eure lieben Antworten.

Zitat:
das EINZIGE was mit seit 6 Monaten langsam hilft ist sehr viel schlafen, weniger arbeiten und absolut banale Sachen machen die mir schon immer Spaß gemacht haben, Sport, Playstation...

Schlafen hilft wirklich aber ich kann nicht immer nur schlafen - leider. Ich arbeite viel und müsste eigentlich so vieles noch
erledigen.
Zitat:
seelische Hornhaut
Diesen Ausdruck finde ich gut

Zitat:
Wenn du gar überhaupt keine Power mehr hast, schon mal überlegt bei einem Arzt vorzusprechen?
.
Überlegt habe ich das schon oft, hatte aber noch nie den Mut dazu. Ich würde mir wohl blöd vorkommen und wüsste gar nicht was ich sagen soll.

Zitat:
Ich wäre extrem sauer, wenn mir das jemand antun würde. Und glaub mir, Wut fühlt sich tausendmal besser an als heulendes Elend. Willst du wegen dem Geld nichts unternehmen?

Sauer war ich, eine Weile - dann hat aber die Trauer wieder überhand genommen. Ich kann leider wegen dem Geld nichts machen... Wir hatten für dieses Konto beide die Vollmacht und als ich ein Häufchen Elend war und an so etwas nicht einmal dachte, hat er sich bedient.
Zitat:
Mir hat das Schreiben sehr geholfen, hab damals angefangen Tagebuch zu schreiben und hab da alles reingepackt.
Schreiben finde ich eine sehr gute Idee. Das könnte mir vielleicht auch helfen.

Zitat:
Fühle mich gerade wieder sehr ähnlich wie du und daher im wahrsten Sinne des Wortes sehr mit dir Wer weiß, was sich bei den Menschen verändert oder in ihnen geschlummert hat und dann so plötzlich ausbrach.

Ich glaube man meint immer einen Menschen zu kennen, gerade wenn man mehrere Jahre mit dieser Person verbracht hat und alles gemeinsam gemacht und durchgestanden hat. Für mich ist sein Verhalten unerklärlich und es fühlt sich an als wäre diese Person die ich einst so geliebt habe gestorben.
Ich wünsche dir jedenfalls auch ganz viel Kraft für diese schwierige Zeit.

Zitat:
Du hast in Deinem anderen Thread geschrieben, Du hättest keine Freunde? Was ist mit Deiner Familie? Kollegen?
Denn Du brauchst einen Ansprechpartner.

Ich konnte eine alte Freundschaft reaktivieren und sie ist mir momentan eine grosse Stütze, genauso wie auch meine Schwester.
Der Rest der Familie versteht mich nicht. Gerade meine Mutter spielt es völlig runter "ich soll mich nicht so anstellen und doch nicht fast depressiv werden wegen so einem Kerl." Sie versteht nicht wie sehr ich Leide - oder sie will es nicht verstehen. Gefühle waren aber sowieso nie so ihr Ding... dazu muss ich leider sagen, sie ist auch unheilbar krank und hat natürlich selbst zu kämpfen.
Zitat:
Kannst Du nicht ein Zimmer in der Wohnung untervermieten?

Dieser Zug ist schon abgefahren. Diese Wohnung ist gekündigt und der Mietvertrag bei der Neuen unterschrieben. Ich wäre aber wahrscheinlich auch nicht der Typ dafür.


Angenommen ich könnte mich durchringen zum Arzt zu gehen... Was sagt man da? Ich wüsste nicht was ich wie sagen sollte, wahrscheinlich auch aus Angst man könnte mich entweder nicht ernst nehmen - oder das andere Extrem, einweisen wollen.
Ich traue mir im Moment selbst nicht richtig...

19.12.2019 01:16 • #8


VictoriaSiempre

VictoriaSiempre


5438
3
9513
Hallo Chrissy,

Zitat von Chrissy89:
Angenommen ich könnte mich durchringen zum Arzt zu gehen... Was sagt man da? Ich wüsste nicht was ich wie sagen sollte, wahrscheinlich auch aus Angst man könnte mich entweder nicht ernst nehmen - oder das andere Extrem, einweisen wollen.


Dem Arzt sagst Du, was Sache ist. Du wirst nicht die Erste sein, vom dem er so eine Geschichte, gepaart mit Verzweiflung, hört. Falls der dann völlig unempathisch reagiert oder Dich nicht ernst nimmt (was ich nicht glaube), dann brauchst Du einen anderen Arzt.

Und nein - so schnell wird man nicht eingewiesen, keine Sorge!

19.12.2019 01:38 • x 1 #9


MAMP


375
2
411
Zitat von Chrissy89:
Was sagt man da? Ich wüsste nicht was ich wie sagen sollte, wahrscheinlich auch aus Angst man könnte mich entweder nicht ernst nehmen - oder das andere Extrem, einweisen wollen.

Guten Morgen Chrissy,

ich war selbst beim Arzt und kann dir versichern: Das ist nichts wofür du dich schämen musst, und die meisten Ärzte haben auch Verständnis für so eine Situation. Sag ihm einfach wie du dich gerade fühlst, und recht kompakt gehalten was bei dir die letzten Monate los war. Wahrscheinlich wirst du nach einer Krankschreibung gefragt, bekommst ein vorerst leichtes Antidepressivum und es wird dir nahegelegt dich bei der Telefonseelsorge zu melden bzw. die Unterstützung durch einen Psychologen in Betracht zu ziehen - das war's. So war es zumindest bei mir, also nichts wildes. Aber keine Sorge, so schnell geht das nicht mit dem "einweisen " dazu muss man (glaube ich) schon einiges auf dem Kerbholz haben - oder man weist sich selbst ein.

19.12.2019 07:00 • x 2 #10


clarissa1


64
3
16
du arme!

so wie du es beschreibst ist es hart. es nagt am selbstbewusstsein wenn man für jemand anderen verlassen wird.alles andere würde es mir leicht machen ihn zu vergessen . es klingt als wäre er ein ars... lg

19.12.2019 07:14 • x 1 #11


Thomas69

Thomas69


11584
3
23587
Zitat von Chrissy89:
Überlegt habe ich das schon oft, hatte aber noch nie den Mut dazu. Ich würde mir wohl blöd vorkommen und wüsste gar nicht was ich sagen soll.

Das sagen was dich bewegt, zermürbt, wie es dir geht. Dann kommst du keinem Arzt blöd vor, sondern man wird normalerweise sehen das du Hilfe brauchst
Depressive Episoden sind heutzutage kein rotes Tuch mehr, Lebenskrisen führen zu ihnen, das weiß jeder der schon mal betroffen war oder damit zu tun hat. Nur Mut

19.12.2019 09:55 • x 3 #12


MAMP


375
2
411
Zitat von Chrissy89:
Ich würde mir wohl blöd vorkommen

Thomas hat es schon ziemlich gut getroffen, ich würde nur noch gerne einen Punkt ergänzen:

Du brauchst dich wegen gar nichts "blöd" vorkommen wenn du zu einem Arzt gehst weil es dir nicht gut geht. Schmerzen müssen nich immer Physisch sein. Viele neigen dazu den Gedanken "Ist doch nur Liebeskummer, da haben andere Menschen ganz andere Probleme" - natürlich haben andere Menschen ganz andere Probleme. Es kommt aber primär nicht darauf an wieso es dir schlecht geht, sondern wie schlecht es dir wirklich geht. Dein Leidensdruck ist enorm - und dieser kann genau so groß sein wie von jemandem, der anderes durchgemacht hat. Dir wurde einfach mehr zugemutet als du verkraften kannst, deshalb geht es dir nun so schlecht.

Fühle dich also bitte nicht "blöd" oder "komisch" dabei, Ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen - schaden kann es dir auf gar keinen Fall !

19.12.2019 10:02 • x 2 #13


GodsMistake


40
1
35
Mir hat meine freundin gestern gebeichtet dass sie seit 6 wochen in einen arbeitskollegen verliebt ist....und hat mit mir schluss gemacht nach 9 jahren ... kennen tun wir uns 17 jahre.... ich befürchte bei mir wird der schmerz auch ne weile dauern ..... hab gehofft sowas hier nicht lesen zu müssen dass der schmerz nicht aufhört

Hoffe bald lesen zu können dass du es überstanden hast ...vllt schaff ich das dann auch

Lg

19.12.2019 18:35 • #14


Lyrah


3
Gibt es bei dir eine Diakonie? Da habe ich innerhalb von 2 Tagen einen Termin beim Psychologen bekommen.

In deiner Situation würde ich auch noch mal zum Arzt gehen und mich wegen eines Antidepressivums beraten lassen.
Ich halte eigentlich nicht viel davon, bei Trennungsschmerzen Antidepressiva zu nehmen, aber wenn nach 4 Monaten noch keine Besserung eingetreten ist, oder es immer schlimmer wird, sehe ich das durchaus als geeignete Maßnahme, erstmal wieder auf die Beine zu kommen. Lass dich event. auch mal für 1-2 Wochen aus dem Verkehr ziehen (sprich Krankmeldung).

20.12.2019 15:33 • #15




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag