BloomyDoom
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ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
Wir sind seit 2,5 Jahren zusammen. 2 meiner Kinder stammen aus meiner vorherigen (extrem traumatischen) Ehe. Gemeinsam haben wir einen Sohn. Also 3 Kids hier im Haus bei uns. Mein Freund (wir sind verlobt, aber ich möchte ihn nicht mehr heiraten, zumindest aktuell nicht) ist eine Art „Bad Boy“ wie aus dem Bilderbuch.
Emotional nicht zugänglich, macht alles mit sich selbst aus, ist nicht wirklich kommunikativ und voll von Negativität.
Er entwickelt sich aber sehr viel weiter. Anfangs konnte er bei Problemen zb nicht mit mir sprechen, jetzt schafft er es fast immer. Wenn er etwas falsch macht, das mich verletzt, oder mich etwas stört, passt er sein Verhalten oft an. Das kann alles mögliche sein.
Ich bin mir auch sicher, dass er mich liebt. Er fässt mich oft an, kuschelt, wir haben Sex etc. Er kann sehr einfühlsam sein, wenn ich sanft und liebevoll auf ihn zukomme und zB weine.
Und es schmerzt mich unendlich, mir vorzustellen, dass eine Trennung besser wäre. Dass er mich mehr aufhält und ich weiß, dass ich besseres verdient habe.
Streit ist quasi nicht lösbar. Er macht früher oder später zu, selbst wenn es in meinen Augen gar kein Streit ist. Er wirft mir dann vor, ich würde immer streiten. Ich sage ihm: ich will mich ja aber gerade vertragen. Du machst dicht und willst es nicht klären.
Mir hat Urlaub bzw. Reisen immer viel bedeutet. Ihn stresst es. Gerade wenn wir allein mit den 3 Kids sind. Zuhause unterstützen uns viel die Omas. Er bemüht sich, aber er hat in jedem Urlaub Momente, wo ihm alles zu viel wird und er sich ohne etwas zu sagen, zurückzieht. Spreche ich ihn darauf an, lügt er und sagt, alles wäre gut. Er behauptet, ich müsse ihn dann nur alleine lassen, dann würde er sich schon wieder beruhigen. Ich schaffe es aber nicht, ihn dann einfach in Ruhe zu lassen. Oft löse ich seinen Rückzug aus. ZB habe ich einmal den Urlaub verlängert. Da war er den ganzen Tag emotional nicht erreichbar und hat sich zurückgezogen. Er fühlt sich während des Urlaubs „gefangen“, braucht einen Rückzugsort, den er im Urlaub nicht hat. Ich kann damit nicht umgehen.
Es war bisher in JEDEM Urlaub so. Daher habe ich große Angst, in den Urlaub mit ihm zu fahren. Drüber reden ist für ihn Streit. Ich kann eigentlich recht gut kommunizieren. Ich-Botschaften, bleibe ruhig. Ich teile ihm mit, dass ich mir sorgen mache oder Ängste habe, weil ich mit seinem Wunsch nach Rückzug nicht gut umgehen kann. Ich versuche wirklich alles, um ihn verbal zu erreichen.
Das ist nur das akute Problem, weil wir heute auf einen kurztrip fahren. Dazu kommt: ich bin gesundheitlich angeschlagen, sage ihm, ich kann gerade nicht schlafen, dieses Thema lässt mich nicht los. Er nennt mich „gestört“, sagt, „dass ich immer Drama brauche, gerade vorm schlafen gehen“, „dass ich immer Streit provoziere“. Ich versuche dann zu schlafen, aber meine Gedanken kreisen, ich fange an zu weinen, verlasse den Raum. Hinterher mault er mich an, weil ich beim verlassen des Raumes laut war.
Auch wenn das so klingt: ich kenne mich mit Narzissmus aus und er ist auf jeden Fall kein Narzisst. Vielleicht narzisstische Züge aufgrund seiner Depressionen.
Er ist depressiv.
Ich habe einen lukrativen Job, den ich sehr liebe, brauche manchmal seine Unterstützung, weshalb er nicht mehr arbeitet. Er hasst es aber, mich zu unterstützen. Bringt ihm keine Freude. Er macht kaum etwas im Haushalt. Glühbirnen auswechseln oder die Klingel reparieren: nur nach 10 facher Aufforderung und dann auch nur auf „nette, liebe, süße“ Art, sonst „macht er es auf keinen Fall“. Er erwartet, wenn er dann mal etwas tut, Lobeshymnen. Er nimmt zwar unseren Sohn nachmittags, damit ich arbeiten oder Me-Time machen kann, aber er sitzt mit ihm nur im Wohnzimmer und schaut, dass er überlebt. Keine Ausflüge, keine Eigeninitiative.
Er hat einen Hund. Um den kümmert sich seine Mutter, die bei uns hilft. Seine Mutter kocht auch regelmäßig für uns für etwas Geld. So müssen wir den kleinen nicht in einer Krippe betreuen lassen. Mein Freund würde es nicht „aushalten“, sich um den Haushalt oder rund um die Uhr um den Kleinen zu kümmern.
Ein- oder zweimal im Jahr spielt er phasenweise intensiv ein Computerspiel. Manchmal widmet er sich Hobbys. Alles davon verliert schnell seinen Reiz. Er ist depressiv. Geht nicht raus. Lässt sich nicht motivieren und jammert mir die Ohren voll.
Ich habe riesige Angst davor, mich zu trennen, weil:
A ich ohne die Hilfe seiner Mama nicht weiß, was ich tun soll
B ich dann 3 trennungskinder zu Hause habe
C ich mich vor den Konsequenzen fürchte: jeder auf der Arbeit bekäme es mit, es gäbe viel Gerede usw.
D meine Familie mich nicht unterstützt und nur verurteilt
E ich evtl. nie wieder einen Partner finde und dann ist so ein Partner immer noch besser als keiner … oder es ist die Angst vorm allein sein
Gerade kam er zB zu mir und meinte wieder, ich hätte aus heiterem Himmel einen Streit erfunden. Ich bin nicht darauf eingegangen. Auf meine Bitte hin brachte er mir Tee. Dann kam er zu mir und kuschelte mich. Innerlich schreie ich, weil ich die halbe Nacht nicht schlafen konnte und es ihm egal war. Ich hasse es, wenn er so tut, als wäre nichts gewesen.
Aber ich sage nichts, weil dann „provoziere ich ja den nächsten Streit“.
In meiner Brust schlagen 2 Herzen: das eine möchte sich aus dieser Beziehung befreien und hofft auf etwas besseres. Das andere hat Angst, ihn zu verlieren, schämt sich für die Fehlentscheidung, mit so einem Typen ein Kind zu zeugen, und fürchtet sich davor, für immer allein zu sein.
Was soll ich tun?