Daran kann es echt liegen.
Also meine Kindheit ist dadurch geprägt, dass mein Vater durch Schichtarbeit nicht wirklich zu Hause war. Meine Mutter hat mich also quasi aufgezogen und ist ein sehr impulsiver Mensch. Bedeutet, dass sie bei Konflikten sehr leicht laut wurde. Leider wurde ich zwar nicht oft, aber bei Ungehorsam manchmal mit dem Kochlöffel gehauen.
Mein Vater fährt die Linie, wenn meine Mutter laut wird und eine hitzige Diskussion entfacht, dass er einfach dies ignoriert bzw. sein Ding macht. Ich verabscheue aufgrund dieser Erfahrung jegliche Gewalt. Zusätzlich vermeide ich Streitsituationen, da ich diese als Kind bei meinen Eltern echt nicht mochte. Ich bin quasi das Gegenteil meiner Mutter in dieser Sache.
Ist in diesem Fall meine Ex ein passiver Vermeider? Ich meine, sie war nie wirklich alleine und war schnell in den nächsten Beziehungen, die meines Erachtens nicht wirklich gesund waren. (Dro., Gewalt etc.) Nur ihre letzte Beziehung dauerte 5 Jahre an, aber dort hat der Mann ihrer Aussage nach sich immer mehr zurückgezogen, wollte keinen Sex mehr und sie lebten nebeneinander her, bis sie nicht mehr konnte und die Beziehung beendete, weil sie total unglücklich war.
Bin ich dann der aktive Vermeider?
Ich habe noch nie eine Frau betrogen, bzw. angelogen. Für mich sind Treue und Ehrlichkeit feste Werte, die meine Partnerin auch so sehen sollte. Ich habe einmal mit einer Frau Schluss gemacht, dass lag aber daran, dass ich nichts gefühlt habe. Irgendwie passt es mit der Aussage von Körperklaus zusammen. Sprich, es kribbelt nur bei Problembehafteten, aber nicht bei denen ohne Probleme?
Ich weiß nun nicht genau, was sie mir gespiegelt hat. Vielleicht ist einfach das Bedürfnis Anerkennung, Lob und Zuneigung zu bekommen, weil dies mir durch meine Mum nicht gegeben wurde bzw. nichts gut genug war? Und ja, mir ist es wichtig, dass ich mich auf meine Partnerin verlassen kann und sie hinter mir steht, was ja auch normal ist. Ist würde ich mal sagen ein ganz normales Bedürfnis in jeder Beziehung?
Vielleicht ist es auch immer dieser Schock, was alle Beziehungen gemeinsam haben. Am Anfang ist es echt immer wahnsinnig schön, aber dann lassen die Bemühungen der Frauen nach. Sprich ich investiere einfach wie bisher und der Invest der Partnerinnen wird immer weniger. Meine Ex-Freundin hat am Anfang alles getan etc, aber dann wie auf einmal kommt der Alltag und sie fällt wie Tobias Beck sagt, in einer Art Bestandskundenbetreuung. Dann bin ich der + Part der gibt und sie der - Part, welcher nur nimmt.
Aber wie kann ich nun dieses Bedürfnis nach Anerkennung, Lob etc. also einfach geliebt zu werden wie ich bin, umsetzen. Ich habe das Gefühl, dass ich dann in Zukunft zwar immer geben werden, aber mir es dann egal wird, ob der andere Mensch gibt. Ich würde quasi diese Bedürfnisse mir selbst erfüllen. Vielleicht werde ich dann auch zu einem - Part, der nicht mehr gibt und es passt dann mit der Partnerin, weil sie ebenfalls nicht gibt und es beide nicht stört.
Wie schon zur Harmonie angemerkt, strebe ich diese an, weil ich Streiten halt als echt schlimm empfunden habe in meiner Kindheit. Bei meiner Ex war es so, dass wir wirklich wenig gestritten haben. Sie wollte das ja auch nicht, da es, wenn es dazu kam, sehr energieraubend war. Jedoch hat sie mir ihr Sorgen, Gefühle und Gedanken mitgeteilt und ich habe meine Gedanken und Gefühle ihr ebenfalls entgegen gebracht. Ich bin ja kein gefühlloser Mensch.
Unsere Konflikte waren immer sehr sachlich. Keiner hat geschrieben, nur es wurde, bis es nicht mehr ging, lange diskutiert und versucht den anderen von seinem Standpunkt zu überzeugen. Zu Beginn habe ich oft dagegen gehalten, aber irgendwann fast ich es sehr anstrengend und es nervte mich. Jedoch kam dies nicht häufig vor. Oft hatten wir die gleichen Ansichten, Ziele und Pläne, viele Überschneidungen.
Ich gebe niemanden die Schuld, ich bin eher derjenige, der nach der Trennung sagt, dass beide dazu beigetragen haben und es nicht einen Alleinschuldigen gibt.
Bewusstsein dafür ist geschafft, aber wie arbeite ich daran. Ich muss anscheinend lernen, das ich nicht bedürftig nach Rückhalt in einer Beziehung bin. Außerdem sollte ich nicht auf 6 bestehen, da es Bedürftigkeit signalisiert? Zu emotionaler Leere fällt mir nun nichts ein. Abhängigkeit würde dahingehen passen, dass ich natürlich auch möchte, dass meine Bedürfnisse und Wünsche erfüllt werden?
Zum Selbstwert fällt mir nun direkt nichts ein. Eigene Glaubenssätze und Werte habe ich, die mir wichtig sind, die hier ja schon genannt habe.
Ich muss gerade sagen, dass ich meine Ex-Partnerin vermisse. Ich vermisse es mit ihr jetzt zu kuscheln bzw. einfach nur bei ihr zu sein... Leider ist dies Geschichte. Ich mag und liebe sie wirklich, aber irgendwie hat es nicht so gepasst, wie ihr es sicher schon merkt.
Eigentlich durchzieht sich wirklich immer dieses Muster, dass die Ex-Partnerinnen irgendwann den Invest zurückfahren. Sehr zurückfahren, sodass ein Ungleichgewicht entsteht. In diesem Fall, war es vor allem der fehlende Sex und das man in den Modus der "Bestandskundenbetreuung" fiel.
Deshalb auch die Aussage ihrerseits, dass wir gemeinsam nicht glücklich werden. Weil sie nach der rosaroten Phase einfach nicht mehr geben kann und ich weiterhin gebe. Schließlich würde ich es verstehen, wenn ich selbst nichts geben würde und der andere dann auch nicht gibt.
Das hat auf Dauer dazu geführt, das ich unsicher wurde bzw. sie damit konfrontiert habe. Ihre "Bemühungen" reichten mir aber nicht aus. Man hat zwar gekuschelt und sich geküsst, was für mich zu wenig war, aber für sie ausreichte. Sie war so mit der Beziehungsstruktur zufrieden, aber ich halt nicht. Deshalb vielleicht auch die Aussage, "das sie mir nicht das geben kann, was ich verdiene"?.
Und ich gerate halt immer wieder an Partnerinnen, bei denen anfangs alles super ist, aber mein Unterbewusstsein weiß einfach, dass die Partnerinnen meiner Mutter gleichen und mir dann irgendwann nicht die Aufmerksamkeit/Liebe etc geben, was ja in einer Beziehung dazu gehört. Und ich meine damit jetzt nicht, dass es 24/7 sein soll. Schließlich haben beide ihren Job, Freunde, Hobbys usw.
Aber unterbewusst sehne ich mich nach diesen Frauen, die nicht geben können, da ich meine negativ Erfahrungen mit meiner Mutter durch ein Erfolgserlebnis mit meiner Partnerin, die meiner Mutter in dieser Sache gleicht, umkehren möchte. Das funktioniert aber nicht, weil wie ihr schon sagtet, die Frauen ihr eigenes Päckchen zu tragen haben und nicht "geben" können. Aber warum sind dann die Frauen mit mir zusammen? Was spiegel ich bei Ihnen wieder? Schließlich fassen die Ex-Partnerinnen den Entschluss sich zu trennen. Tun sie dies nur, weil sie sehen, was mein Problem ist? Wäre über eure Meinung dazu sehr dankbar