Zitat von Malena3:@Kaetzchen
Lustiger Text. Aber wie war es denn vor den letzten 200 Jahren? Da haben sich Leute so gar nicht verliebt? Meine ich ganz anders gelesen zu haben.
Ach, echt? Hm, damals gab es doch vor allem diese Variante:
Bauer A hat eine Tochter, 18, und 500ha Land. Bauer B hat einen Sohn, 20, und 400ha Land. Juhu, eine Hochzeit!
Noch viel früher (und für einen sehr viel längeren Zeitraum als die beiden modernen Varianten):
Höhlenmännchen ist auf der Pirsch und sichtet am Horizont eine kurvige Frau. Er trommelt sich auf die Brust und macht sich an sie ran, weil er ihr unbedingt ein Höhlenkind machen möchte. Die Frau findet das Höhlenmännchen ganz scharf, er sieht stark aus und gut genährt, könnte was taugen. Aber sie lässt ihn ein bisschen zappeln, er muss sich ihr erst beweisen. Also schleppt das Höhlenmännchen die Frau in seine Höhle und bringt ihr erlegte Beute. Eine Ratte - oh weia. Das Weibchen rümpft die Nase - da hat der Karl-Heinz aus Höhle 734 doch neulich was Besseres mitgebracht. Offenbar handelt es sich bei diesem Männchen um ein Beta-Männchen, das gar nicht in der Lage ist, sie gut zu versorgen. Sie schickt ihn also wieder weg.
Das Männchen versucht es erneut und bringt einen Hasen. Hm, schon besser. Reicht dem Weibchen aber noch nicht. Erst als das Männchen unter Aufbietung all seiner Kräfte ein Mammut erlegt und in die Höhle schleppt, lässt sie sich endlich erweichen und gibt ihm das, was er haben wollte. S.. Und weil sie ihn jetzt nach seinem Werben so toll findet, so groß und stark und beschützend, gibt sie sich ihm richtig hin. Juhu, verliebt! Das Männchen genießt das sehr, beide produzieren Oxytocin, das zur Bindung führt. Das Männchen verlässt die Höhle, um weiter zu jagen, kehrt nach drei Tagen zurück. Das Weibchen sitzt noch immer in der Höhle, produziert beim Anblick des vermissten Männchens Dopamin und Endorphine, sie haben S., der bildet wieder Oxytocin, führt zur Bindung - und ehe sie sich versehen, ist das Weibchen schwanger und damit die Bindung etabliert. Zumindest für die nächsten 3-4 Jahre, danach verschwinden die biologisch bedingten "Gefühle" (Hormone) nämlich und das Weibchen ist empfänglich für Karl-Heinz aus Höhle 734, der nun seinerseits beweist, was für ein toller Versorger er ist.
Heute:
Der verheiratete Karl-Heinz verdient ganz gut, die Kinder sind aus dem Gröbsten raus und seine Frau hat ihn längst zum Weichei betaisiert. Also herrscht im Bett Flaute. Karl-Heinz findet aber die Gabi aus der Personalabteilung total scharf, also macht er sich auf, sie zu erobern. Ein kleiner Flirt in der Kaffeeküche, ein verstohlener Blick hier, dann geht er aufs Ganze - er schickt ihr eine WA

macht ihr Komplimente ... man kommt sich heimlich etwas näher, irgendwann sitzt man händchenhaltend in der Mittagspause im Café und Karl-Heinz klagt Gabi sein Leid ... über seine Ehe, die eigentlich längst beendet ist, seine Gefühle ... er lässt alles raus. Gabis Herz wird groß und weit. Eigentlich ist Karl-Heinz gar nicht ihr Typ, aber sie hat ihn schon immer bewundert für seinen beruflichen Erfolg. Und er bewohnt ein tolles, großes Haus. Seine Frau ist älter als sie, etwas pummelig, hausbacken - und offenbar auch noch ein echter Drachen, der den armen Karl-Heinz gar nicht mehr liebt. Hm. Kein Wunder, dass Karl-Heinz die Gabi so toll findet. Und jetzt will er auch noch mit ihr ins Bett - der arme Mann ist ja auch s. total unausgelastet, schon seit Jahren unbefriedigt, weil seine Frau keine Lust mehr hat. Und er schmeichelt so schön, er begehrt sie so sehr ... Gabi lässt sich auf ihn ein. Obwohl Karl-Heinz maximal eine tote Ratte in die Höhle geschleppt hat

das Mammut bringt er ja nach wie vor regelmäßig zu seiner Frau. Ist Gabi aber egal, sie ist hungrig, und außerdem kann sie sich ja auch gut selbst versorgen. Irgendwann, da ist sie sicher, wird Karl-Heinz schon erkennen, dass sie es wert ist, ein Mammut zu bekommen. Und dann ...

*tbc*
Und wenn sie nicht gestorben sind ...
