Regenwürmchen
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Er trat am Anfang so souverän auf. So selbstbewusst. Jemand, der sein Ding durchzieht und eine klare Linie verfolgt.
Aber eigentlich ziehe ich mein Ding durch. Ich zog Grenzen. Er überschritt sie ohne Probleme.
Wenn er souverän seine Ehe beendet hätte, dann würde es anders aussehen. Dann könnte man Respekt haben.
Oder er hätte mit ganz klar sagen müssen, dass er keine Beziehung mit mir eingehen kann, weil er verheiratet ist und seine Frau nicht verlässt.
Er sagte aber, dass er nicht glücklich in seiner Ehe sei. Er sei auch nicht wirklich unglücklich, weil ja alles eingespielt ist. Jeder funktioniert. Es gäbe keine großen Reibungspunkte. Alles plätschert so dahin. Aber ihm sei schon der Gedanke gekommen, wie es wäre, seine Frau zu verlassen. Er hätte schon oft darüber nachgedacht. Er bräuchte nur den richtigen Grund. (Dann brauchte er nur immer mehr Zeit...)
Ein wahrer Charakter klärt vorher, was er will. A oder B. Seine Bereitschaft, seine Ehefrau zu betrügen, zeugt nicht von einem starken Charakter. Eigentlich ziemlich schwaches und armseliges Verhalten. So etwas ist gar nicht straight - wie er sein eigenes Verhalten gerne nennt.
Ich weiß das alles. Ich habe sein Verhalten damit entschuldigt, dass es eine schwere Entscheidung ist, die folgenreiche Konsequenzen nach sich zieht - nicht nur finanziell. Das will wohl überlegt sein. Es betrifft ja nicht nur ihn, sondern auch seine Frau und seine Kinder (auch wenn diese schon erwachsen sind). Aber diese Entscheidung muss allein er treffen.
Und wer weiß, wenn ich mich wirklich voll auf eine Affäre eingelassen hätte, vielleicht hätte das wirklich etwas geändert. So manche Affäre endet tatsächlich in eine Beziehung. Ich glaube sogar öfter, als die Statistik besagt, denn nicht immer tritt die Affäre so schnell offiziell in Erscheinung. Es fließen bestimmt viele Trennungen aufgrund einer Affäre mit anschließender Beziehung gar nicht in die Statistik ein. Die Dunkelziffer ist mit Sicherheit höher. Da bin ich mir ganz sicher...
Es ist wie es ist, ich kann nichts mehr ändern. Ich bin wie ich bin. Letztendlich würde ich wieder genauso handeln.