Zitat:Ich bin davon überzeugt, dass er kein abgezockter Fremdgänger ist, sondern von all den Geschehnissen kalt erwischt wurde und letztendlich mit der Situation überfordert war. Ich glaube ihm immer noch alles, was er gesagt hat.
Aber seine Affäre werde ich deshalb nicht.
Also ich finde es ja, wie ich ganz am Anfang schrieb, echt statthaft von Dir, dass Du das mit dem S. gelassen hast. Ich hätte es ja umgekehrt gemacht und lieber auf die Gefühlsduselei verzichtet, aber sei´s drum.
Ich fand Deine Begründung, dass Du seiner Frau dabei Respekt zollst, auch etwas merkwürdig. Du dringst zwar in ihre privateste Sphäre ein (habe ich auch mal gemacht. Ich habe mich ausschließlich unwohl gefühlt), in ihr Zuhause, und hast da keine Skrupel, aber Du hast Skrupel, mit ihrem Mann zu schlafen. Die Frau würde es im Zweifel eh nicht glauben.
Ich stelle mir so vor, mein Partner führt irgendeine Frau, auf die er scharf ist, durch unser Zuhause. Das ist die totale Entweihung von allem, was man gemeinsam hat. Du achtest zwar seine materielle Einstellung, nicht aber den Schutzraum der Frau.
Also mal ehrlich: ihr zuhause kann sich nicht wehren. Ihr Mann könnte es schon! Er hat den Deal mit ihr. Nicht Du. Aber egal, jedem seine Ausdehnung und Einschränkung von Moral, das wollte ich eigentlich gar nicht schreiben.
Was ich schreiben wollte: Ihr habt genauso sehr eine Affäre (jedenfalls was jetzt die Gefühlslage angeht), wie jeder der das Ganze auch körperlich ausgelebt hätte. Du steckst doch kopfüber drin und er tat oder tut es auch.
Zitat:Ich bin davon überzeugt, dass er kein abgezockter Fremdgänger ist, sondern von all den Geschehnissen kalt erwischt wurde und letztendlich mit der Situation überfordert war. Ich glaube ihm immer noch alles, was er gesagt hat.
Das ist im Übrigen eine Denke, die den meisten Affärenpartnern zu eigen ist, bis sie so viel Leid erfahren haben, dass selbst sie die Realität nicht mehr ausblenden können.
Zitat:Vielleicht hatte er nur die Funktion in meinem Leben, mich aufzuwecken und ich ihn.
Ich finde, dass ist genau der richtige Ansatz. Besondere Begegnungen sind immer zu etwas gut. Sie lehren uns etwas. Meist kann man das nicht sofort erkennen. Es dauert eine Weile, bis dahin muss man eben alle tiefen Täler des Kummers durchschreiten. Leider.
Halte Dir das immer wieder vor Augen, wenn Du anfängst zu zweifeln und die Sehnsucht riesig ist. Nicht umsonst ist es in der Regel nicht gut, von einer Beziehung in die nächste zu tapern. Dir bliebe wirklich auch für den Fall, dass er sich getrennt hätte, viel Kummer erspart.