Zitat von Wirdschon: Du bist der Schlüssel zur Klarheit, nicht AM.
Ein sehr wahrer Satz.
Derjenige, den der Absprung des AP überrascht hat, wünscht sich immer einen Abschluss wie jeder, der vor dem Dilemma Trennung steht.
Wenn er es mir erklären würde, warum, wieso weshalb er sich zurückgezogen hat, dann wäre es für mich leichter. Wenn er mir sagen würde, wie er die Sache sieht und was er sich denkt, dann würde ich es verstehen und fröhlich und beschwingt nach Hause gehen.
Das ist Unsinn, denn bei diesen berühmten "Abschlussgesprächen" geht es meist nur darum, nochmals Kontakt herzustellen und zu haben und Nähe zu empfinden, wenn auch unter unerfreulichen Vorzeichen. Und in den wenigsten Fällen wird hier ehrlich gesprochen. Erstens ist er nichts weiter als eine Affäre, die immer ihren Abschluss finden, früher oder später. Er ist Dir nicht verpflichtet und umgekehrt. Und kein Mensch ist jemals verpflichtet Dir seine Gedanken mitzuteilen.
Und die ganze Wahrheit würde er Dir sowieso nicht sagen. Es könnten unerfeuliche Wahrheiten für Dich sein, die man schon nicht sagt, weil sie kränkend sein könnten.
Der Wert dieser Abschlussgespräche wird maßlos überschätzt. Er hat sich zurückgezogen. Ist das nicht Aussage und Botschaft genug. Aber nein, ein Gespräch, eine Erklärung muss her, weil Du sonst nicht abschließen kannst. Der Andere muss Dir offenbar ins Gesicht sagen, dass die Affäre nun vorbei ist, damit Du es akzeptierst.
Das Aufdecken der Affäre verändert die Vorzeichen und auf einmal ist die Affäre nicht mehr interessant. Im Gegenteil, man zieht sich regelrecht aus der Affäre, indem man auf Rückzug geht.
Du willst Deine Ehe retten, sagst Du zumindest. Und Du warst unglücklich in der Ehe und daran war sicher Dein Mann "Schuld". Und dann hast Du mal ein wenig umgeschaut, vermutlich eher unbewusst und dann trat er auf den Plan und auf einmal war Dein Leben wieder voller Spannung und Glück.
Anstatt in einer Anspruchshaltung zu sein, dass Dein Mann für das Glück euerer Ehe sorgen soll, hättest Du Dich auch mal selbst hinterfragen können. Was fehlt mir, was hätte ich gerne und was kann ich dazu beitragen, dass es mir besser geht?. Du hättest Kontakte mit Freundinnen pflegen können, einen Sprachkurs belegen können, Sport treiben können, etwas, was Farbe in Dein Leben bringt. Initiaive hilft und man kann sich auch selbst Glücksgefühle verschaffen, vielleicht nicht die überschwänglichen, aber solche, die zu innerer Zufriedenheit führen können.
Aber nein, man kann mit sich nicht anfangen, man fühlt nur irgendwie eine Leere, eine lämende Unzufriedenheit und Perspektivlosigkeit und noch weniger hat man Ahnung, wie man sich selbst helfen könnte. Und dann fängt man in der Außenwelt zu suchen an. Man fährt Antennen aus und sendet auch unbewusst Signale aus und siehe da, sie werden empfangen und erwidert. Dann ist die Freude groß und das Glück hält wieder Einzug. Auf einmal macht das Leben wieder Spaß, man empfindet Freude, aber der Einlfuss muss schon von außen kommen weil man mit sich nichts anfangen kann. Man wird abhängig davon und will den Glückstzustand bewahren und man träumt sich die happy Patchworkfamily zusammen, denn mit diesem Mann könnte es klappen. Mit dem eigenen aber nicht.
Man könnte zufrieden sein, aber man weiß nicht wie das geht. Und kaum jemand fragt sich, was kann ICH tun, um meine Lage zu verbessern, um mich besser und zufriedener zu fühlen? Nein, daran ist meist der Andere Schuld, weil der nicht so ist wie er sein sollte und schon gar nicht alle Wünsche erfüllen kann.
Aber der Affärenmann ist schon ein anderes Kaliber, der erfüllt Wünsche und wie! Auf einmal ist man wieder wer, auf einmal fühlt man sich wieder am Leben und könnte Bäume ausreißen vor Freude.
Und wieder ist am eigenen Zustand die Außenwelt beteiligt. Der eine macht unglücklich, der andere glücklich, aber selbst muss man nichts tun. Wenn Du so durchs Leben gehst, wirst Du nie zufrieden sein, denn der Schlüssel zu allem liegt in Dir selbst. Du kannst nur Dich ändern, etwas gerade rücken, etwas weglassen, was stört, aber keinen anderen. Auch nicht Deinen Mann. Wenn Du ihn nicht akzeptieren kannst so wie er ist, wirst Du ewig unzufrieden sein.
Und auch der glorreiche AM hätte seine Schattenseiten, die Du aber nicht kennengelernt hast, denn eine Affäre kennt keinen Alltag. Aber gerade im Alltag zufrieden zu sein, ist die Kunst.
Mach Dich selbst glücklich und Du kannst auch andere glücklich machen. Aber der Mensch denkt meistens anders rum. Der Andere muss mich glücklich machen, dass ich mich glückllich fühle.
Lass dieses Abschlussgepräch sein, es wird eh nicht oder nicht zu Deiner Zufriedenheit verlaufen, sondern eher runterziehen und wieder jede Menge Platz für Interpretationen lassen. Du wärst vermutlich unglücklicher als jetzt.
Verarbeite die Affäre und vor allem, wirf einen Blick auf Dich und nicht auf den Anderen. Der hat für sich entschieden, über Dich wurde entschieden. Und das ist etwas was der Mensch schlecht verträgt, weil er sich ausgeliefert, hilflos und weggeworfen fühlt.
Aber Du darfst Dich auch entscheiden, den AM sein zu lassen, Dich von ihm zu befreien, auch wenn die Loslösung meistens einige Monate Minimum dauert.
Ich weiß nicht, ob eine Paartherapie angesichts Deines jetzigen Zustandes überhaupt Sinn macht. Es könnte zu viel sein, denn Du schaltest nicht von Affäre auf Nichtaffäre und von halber Ehe zu einer ganzen Ehe innerhallb von Tagen oder wenigen Wochen um. Alles braucht seine Zeit, man muss die Dinge auch verarbeiten.
Und wenn Du mit einem Fuss noch in der Affäre steckst, frage ich mich, ob es für eine Paartherapie derzeit nicht zu früh ist.
Es ist derzeit alles offen, es kann so oder anders ausgehen. Aber alles dauert seine Zeit. Verlieben geht schnell, entlieben geht langsam.
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