Zitat von Sommer80: Wenn ich das überwunden habe, bin ich davon überzeugt mich wieder neu in meinen Mann verlieben zu können. Ich hoffe wir beide schaffen das. Ich schäme mich sehr für das, was ich getan und geglaubt habe.
Jetzt kommt die Erkenntnis und die tut weh und man fragt sich, was habe ich mir dabei gedacht? Wie konnte ich nur so leichgläubigb und leichtsinnig und leichfertig sein? Wie konnte ich meinen Ehemann, der mich aushält und ausgehalten hat, so behandeln? War ich nicht bei Sinnen?
Jepp, warst du nicht, weil verknallt. Das ist ein Hormonschub sondergleichen und da zeigt sich dann auch ganz rasch der bodenlose Egoisten der Verliebten, die gefühlt über Leichen gehen. Naja, ein paar Verschiebungen im Hormonhaushalt und der gesunde Menschenverstand geht flöten.
Ansonsten alles eins zu eins wie bei mir vor 10 Jahren. Träume vom idealen Mann, der mich aufwertet, mein Leben bunt macht und auf den ich dann wechsle, um in eine glorreiche Zukunft zu zweit zu starten. Ich würde eines Tages aufwachen und dann würde ich es wissen ... und durchziehen. Aha, sooo einfach wäre es wohl nicht gewesen.
Diese blöden Träume, diese Sehnsüchte und schließlich dieses Leiden und Vermissen. Ich hatte es mir selbst ausgesucht und musste da durch.
Was möchte ich Dir damit sagen? Es ist passiert, es war nicht gut, man legte Eigenschaften an den Tag, die man bei sich nicht vermutet hätte. Bereuen, Beschämung gehören dazu, aber irgendwann muss man es als Bestandteil der Vergangenheit akzeptieren und damit leben und sich selbst verzeihen. Mit dem Vorsatz, dass man ab jetzt "seriöser" lebt und sich nicht so von Gefühlen dominieren lässt unf ncht jedem halbwegs attraktiven Mann, mit dem man sich ja so gut versteht, hinterher laufen.
Man kann die Ehe auf ein neues Fundament stellen, aber das dauert und in Dir muss eine Wandlung eintreten. Eine andere Einstellung zur Ehe und zum Mann. Nicht mehr das Irgendwie und Sowieso, sondern die Orientierung zu einer ernsthafteren Einstellung dazu. Und dann kannst du auch glücklich sein, es ist nicht mehr dieses "schreiende" Glück, sondern ein stilleres und bescheideneres, das aber stabilerund haltbarer ist.
Wahrscheinlich habe ich diese Klatsche gebraucht, dass ich mich besser verstehe und nicht erwartet, dass mich mein Mann rundum glücklich macht. Selbstfürsorge ist auch ein Schlüssel zu mehr Glück und Zufriedenheit, Selbstliebe unverzichtbar.
Es gibt einen alten Spruch, der viel aussagt, wenn er auch pauschaliert: Liebe Dich sebst und es ist egal wen Du heiratest.
Das sagt sehr viel darüber aus, dass Du ohne Selbstliebe und Selbstakzeptanz kaum in der Lage bist den Partner so zu akzeptieren wie er ist. Der muss dich ja auch aushalten und das ist sicher auch nicht eitel Sonnenschein.
Die Zukunft kann gut aussehen, wenn man daran arbeitet und akzeptiert dass man sich getäuscht hat und sich was genommen hat, was einem später Leid tut. Aber schließlich beinhaltet ein Fehltritt auch die Erkenntnis und den Vorsatz dass man es künftig besser macht. Nutze die Chance und schätze Deinen Mann, der wahrlich etwas mit Dir durchstehen muss und trotzdem noch zu Dir hält, hofffentlich von Dauer.