Pepper07
Gast
Was würdet ihr tun, wenn ihr merkt, dass ihr in Gesellschaft, insbesondere im familiären Bereich, mit dem Verhalten eures Partners/eurer Partnerin nicht klarkommt? Ich habe zu meinen Eltern heute als Erwachsener ein neutral-freundschaftliches, aber leicht distanziertes Verhältnis. Das war nicht immer so, da ich als Kind sehr unter ihrem Verhalten gelitten habe, u.a. auch mit Gewalterfahrungen usw. Ich möchte das im Detail nicht alles ausbreiten, es ist auch lange her. Aber meine Partnerin weiß davon. Sie weiß auch, dass Humor für mich immer eine gute Strategie war, damit umzugehen. Die ein oder andere kleine Spitze gegen meine Eltern verschafft mir die notwendige Distanz und gibt mir ein gutes Gefühl, ohne gleich einen Streit vom Zaun zu brechen. In meinen jungen Erwachsenenjahren sind Besuche oft in Schreiduellen ausgeartet, weil ich noch eine zu große Wut wegen der Schläge etc. hatte. Als ich schrie, wurde mir als Kind auch oft der Mund zugehalten, bis ich keinen Ton mehr von mir gab, wobei ich Todesängste ausstand. Dies nur zum Verständnis.
Meine Partnerin hat völlig andere Kindheitserinnerungen - harmonische Großfamilie, liebevolle Eltern etc. Es würde mein Zusammengehörigkeitsgefühl zu ihr sehr stärken, wenn sie in Anwesenheit meiner Eltern über meine Witze lachen würde. Leider macht sie eher das Gegenteil und versucht, das auszugleichen, was ich nicht möchte. Sie macht ihnen Geschenke, hört ihnen zu etc. Ich empfinde das als sehr kränkend, zumal sie a.) von meiner Kindheit weiß und b.) auch weiß, wie schön ich es finde, wenn sie über meine Geschichten und Kommentare lacht. Letzteres ist auch in anderen sozialen Settings ein Problem, aber dort stört es mich nicht so, weil ich weiß, dass sie mit mir allein wenn es für sie passt gerne lacht.
Also was tun? Wenn ich die "Reaktion einfordere" blockt sie ab oder fühlt sich unter Druck gesetzt und eingeengt. Wir haben ohnehin nicht viele Freunde und besuchen meine Eltern auch nicht allzu oft, aber ich überlege ernsthaft, das gemeinsam gar nicht mehr zu tun, um diesem Gefühl des Nicht-Zusammengehörens zu entgehen.