Zitat von Heli5:Wer keine Zeit hat, hat kein Interesse.
Ich sehe es so, daß jeder Mensch seine eigenen Prioritäten im Leben setzt. Wie gesagt, manche (auch ich) räumen dem Beruf zumindest werktags klar Vorrang ein und nehmen sich für private Verabredungen nur am Wochenende Zeit. Natürlich ist es legitim zu hinterfragen, ob eine Beziehung unter solchen Voraussetzungen dann
überhaupt Sinn macht. Dies vor allem dann, wenn man noch jung ist und womöglich auch noch vorhat, irgendwann eine Familie gründen zu wollen.
Manche Menschen beschließen schon aus diesem Grund, lieber Single zu bleiben. Andere wiederum daten zwar, faseln auch was von ernsten Absichten, kommen aber de facto nicht über wechselnde Beziehungen-im-Werden hinaus - sofern sie es nicht gleich wie @Schlurfi2020 halten und sich von vornherein nur noch auf ONS und Affairen focussieren.
Es ist ein freies Land; jeder Mensch hat nun mal seine ganz eigene Persönlichkeit und führt diesbezüglich auch sein eigenes Leben, daher gibt es hier kein "richtig" oder "falsch". Entscheidend in Sachen faires Verhalten ist, daß man die eigene Lebenssituation und Absichten offen und deutlich kommuniziert, so daß der andere sich keine falschen Hoffnungen macht und für sich selbst rechtzeitig einordnen kann, ob das eigene Bedürfnis nach Nähe und Distanz mit dem des anderen überhaupt kompatibel ist, oder ob er lieber die Finger von weiteren Treffen läßt.
Was ganz sicher nicht funktionieren wird ist, jemand umzupolen. Selbst wenn das gelänge, so wäre am Ende vermutlich die Luft raus - und zwar schon deshalb, weil man dann offensichtlich ein Chamäleon, aber sicher keinen Charaktermenschen (also mit Ecken und Kanten) zum Partner hat.
Auch von allgemeinen Urteilen über die Prioritätensetzung eines anderen Menschen halte ich nichts. Vor Jahren gab es mal eine Zeit, da habe ich wirklich gearbeitet wie bescheuert und mich auch privat bis auf allerengste Kontakte sehr isoliert. Ich weiß heute noch, warum ich das so und nicht anders wollte und bereue es kein Stück. Wieviele Menschen mir damals einzureden suchten, ich solle mein Leben doch anders leben, ich weiß es nicht mehr. Umso mehr allerdings ziehe ich seit Corona dann doch die Augenbraue hoch, wenn es heutzutage ausgerechnet dieselben Leute sind, die u.a. auch mir jetzt - wo ich Beruf und Privates zumindest am Wochenende deutlich trenne - eintrichtern wollen, man "müsse" sich wohl darauf einstellen, künftig jederzeit und überall für den Arbeitgeber verfügbar zu sein und ständig mantramäßig was von "new normal" faseln.
Kurz gesagt: Auf das Gerede in den Medien ebenso wie das der "Leute" sollte man schlicht sch.ßen. Es gibt leider eine Menge Opportunisten da draußen, denen Gruppenkonformität viel zu wichtig ist und nachdem so ziemlich alles, was in den USA läuft, mit ein paar Jahren Verspätung auch nach Westeuropa rüberschwappt, ist es eine Frage der persönlichen Bewußtseinsbildung ebenso wie der Courage, nicht blind hinterherzulaufen, wenn wieder mal eine S.au durchs Dorf getrieben wird, sondern speziell im Privaten voll und ganz nach unseren eigenen Standards zu leben. Wir alle haben einen eigenen Kopf und sollten ihn auch selbst benutzen, denn außer unseren Eltern (und auch da ist es leider nicht immer so) wird kein Mensch es je besser mit uns meinen als wir selbst.
Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie wichtig es ist, sich klarzumachen, daß Menschen Individuen mit eigenen Persönlichkeitsmerkmalen sind und entsprechend unterschiedliche Bedürfnisse haben. Deshalb besteht auch kein Anlaß, sich offenbarende Unterschiede persönlicher zu nehmen als nötig, wo immer sie sich offenbaren (hier z.B. in einem unterschiedlichen Nähe-Distanz-Bedürfnis der TE und ihres Datingpartners). Stattdessen kann man ggfs. für sich entscheiden, inwieweit hier ein Kompromiss machbar ist und dies entsprechend aushandeln, oder die Situation verlassen wenn letzteres nicht möglich ist.
Die TE kam mit dem Meldeverhalten des Datingpartners offenkundig so schlecht zurecht, daß sie diese Entscheidung für sich nun getroffen, kommuniziert und ihn dann auch konsequent ignoriert hat seither. IMO wäre der nächste Schritt jetzt eine Kontaktsperre damit die Anrufe aufhören, aber das muß sie selbst wissen. Entscheidend ist, daß sie sich offenbar recht wohlfühlt mit ihrer Entscheidung, also ist der Drops doch gelutscht jetzt.
Zudem kann sie dank der diesbezüglich recht einhelligen Reaktionen hier sicher die Erkenntnis für sich mitnehmen, daß sie künftig besser für sich sorgen muß. Konkrete Tipps dafür wurden ihr vielfach unterbreitet, insofern würde ich sagen: Auch wenn dieser Datingkontakt ein kurzer blieb, so hat er eben dies getriggert und insofern eben doch das Potential, zumindest als lehrreiche Erfahrungskerbe auf ihrer Männerbüchse seinen kleinen Platz einzunehmen.
In diesem Sinne,