thilo63
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ich bin froh, dass ich nach langer Suche dieses Forum gefunden habe, in der Hoffnung, dass man hier ohne schlechtes Gewissen und Scheu über seinen Schmerz berichten kann. Im Freundes- oder Bekanntenkreis kann und will ich das Thema kaum noch anschneiden, weil ich schon Verständnis dafür habe, dass man auch irgendwann wieder über andere Dinge mit mir sprechen will, zumal ich gerade die zweite Trennung innerhalb von drei Jahren zu verarbeiten habe.
Im Februar 2009 hat sich meine Frau nach 25 Jahren Ehe von mir getrennt und ist zu ihrem Freund gezogen. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen, auch, weil ich sie immer noch stark geliebt habe.
Aber über diese Geschichte bin ich inzwischen hinweg, und sie ist auch nicht der Grund, warum ich hier bin.
Trotz meines damaligen Schmerzes habe ich im August 2009 eine neue Frau kennengelernt, mit der ich dann auch sehr schnell und heftig zusammengekommen bin.
Obwohl wir aus ziemlich unterschiedlichen Welten kamen und es immer wieder Differenzen gab, hatten wir dennoch eine wunderschöne Zeit.
Seit Oktober letzten Jahres wollte sie keine Beziehung mehr mit mir, so richtig voneinander loslassen konnten wir trotzdem nicht.
Seit ein paar Wochen ist auch das vorbei, weil sie sich neu verliebt hat.
Ich muss hier wahrscheinlich keinem berichten, wie es mir inzwischen geht, das ganze Programm von ständiger innerer Unruhe, Schlaflosigkeit, unendlicher Traurigkeit, Einsamkeit, und und und, kennt ihr ja wahrscheinlich alle zur Genüge.
Es ist schlimm genug, dass die Frau, die ich immer noch liebe, aus meinem Leben verschwunden ist, aber das Wissen, dass sie mit jemand anderem zusammen ist, macht die ganze Situation nahezu unerträglich.
Ich ertappe mich jeden Tag ständig dabei, wie immer und immer wieder, wie bei einer Schallplatte mit Sprung, die gleichen Gedanken durch meinen Kopf kreisen.
Es ist nach wie vor so, dass meine Ex-Freundin den Kontakt zu mir nicht verlieren möchte, auch, weil es ihr leid tut, dass es mir so schlecht geht. Ich versuche immer wieder, ihr deutlich zu machen, dass ich keinen Kontakt mehr will, weil ich den Sprung von der Liebe zur Freundschaft absolut nicht schaffen kann. Dieser Sprung ist sicherlich auch leichter für denjenigen, der neu verliebt ist.
Im Moment ist es wie ein Teufelskreis. Ich habe Angst davor, ihr irgendwo zu begegnen oder mit ihr zu sprechen. Ich gehe so gut wie nie ans Telefon, wenn sie anruft, bin aber genauso verzweifelt, wenn sie nicht anruft.
Ich habe absolut keine Ahnung, wie ich aus diesem Loch wieder herauskommen soll. Ich hoffe, dass es mir hilft, mich hier im Forum zu bewegen, auch weil ich dann merke, dass ich mit meinem Schmerz nicht alleine bin, und man sich entsprechend austauschen und vielleicht sogar helfen kann.
Irgendwie blickt man in so einer Situation nicht über den eigenen Tellerrand, verliert sich in Trauer und Verzweiflung, und erkennt nicht, dass es anderen Menschen auf dieser Welt noch viel dreckiger geht. Gleichzeitig verliert man völlig den Blick für alles Schöne, was das Leben bereithält, oder weiß es nicht zu schätzen.
Ich hoffe, dass es mir bald gelingt, diesen Blick wieder etwas zu schärfen.
Thilo
hier bist Du in jedem Fall schon mal richtig; schreib' Dir einfach alles von der Seele, und wenn Du es für Dich selbst tust...