Zitat von alleswirdbesser: Ich vermute mal, dass der „Zwischenfall“ mit den zwei Zwanzigjährigen einer war, der aufflog und sie Ärger bekam. Von dem Rest weiß niemand. Wenn sie in eurer Beziehung bereits 12 Mal, von denen du weißt , nötig hatte fremdzugehen, wird sie hier keine 5 Jahre ein treues Weib gewesen sein. Kann ich mir unmöglich vorstellen. Von daher weiß ihr Partner vielleicht noch weniger als du. Und bei ihr galt - neue Beziehung, neue Lügen, nichts gelernt, Augen zu und durch. Warum? Sie ahnt wohl, dass es weniger Männer gibt, die das so haben wollen.
Also noch einmal zu diesen ominösen mindestens 12 Männern: Das war ja nicht verteilt über die gesamte Beziehungslaufbahn, sondern hat sich innerhalb ca. eines halben Jahres sehr kompakt abgespielt. Ich sagte ja schon: Sie hat damals in ein Wespennest gestochen,und dann ist es losgegangen, einer nach dem anderen oder auch parallel zwei, drei oder was weiß ich. Und dadurch, dass sie sich dann in einen ernsthaft verliebt hat, wurde das bunteTreiben gestoppt.
Ich glaube, wenn ich das mal so dazwischen einwerfen darf, man muss bei seinen Urteilen ja auch einmal die grundsätzlichen menschlichen Lebens- und Daseinsbedingungen bedenken, also wie "funktioniert" der Mensch dem Grunde nach im Groben.
Eine Ebene, meinetwegen die unterste, sind einfach die Instinkte. Die - zumindest vorläufig - oberste ist die Welt der kulturellen sowie individuellen Denkkonstrukte, Ideale, Normen, vorgestellten Wünsche usw. Und dazwischen liegt das sogenannte "Bauchgefühl". In dessen Kern es wiederum zwei Pole gibt: Lustvermehrung - Unlustvermeidung.
Und nun gibt es eben Menschen, die mehr von dem einen Pol bestimmt sind, und andere, die vom anderen Pol beherrscht werden. Also hier die Ausrichtung, die Lust zu mehren (womit natürlich nicht allein die sexuelle Lust gemeint ist, sondern alles, was eben so froh und freudig und glücklich macht oder zumindest diese Verlockung an sich hat), dort die Ausrichtung, Unlust (Kummer, Unglück, Trauer, Fehlschläge usw.) zu vermeiden. Man könnte also von aktiv und passiv sprechen. Oder von optimistisch - pessimistisch. Oder von extrovertiert und introvertiert. Oder von lebenszugewandt und lebensabgewandt. Während der eine um mehr Lust kämpft, kämpft der andere um weniger Unlust.
Und daraus ergeben sich diese zwei so unterschiedlichen Zustandsbilder, die sich gegenseitig auch nie verstehen können werden, weil des einen Hauptprinzip eben das Gegenteil von jenem des anderen ist.
Zitat von alleswirdbesser: Ist sie noch bei ihm? Das würde ja bedeuten, dass er ihr mindestens gefällt, so wie er ist. Einen so offenen und toleranten Mann wie du wollte sie nicht haben. Fehlende Spannung? Manche spielen gerne mit Feuer und sehen die Eifersucht als Zeichen der Liebe. Dass sie ihn hintergeht, interessiert sie nicht die Bohne, sie beschwert sich lieber bei dir über seine Ausflipperei.
Ja, sie ist noch mit ihm zusammen.
Ob er ihr "gefällt", weiß ich nicht, aber das will ich nun ja doch einmal annehmen.
Ich kann auch nicht sagen, dass sie mich nicht haben wollte. Immerhin zumindest 14 Jahren hat sie mich sehr wohl gewollt. Diese Geschichte mit den "Lebensabschnittspartnern" ist heute ja nicht so selten.
Was bei ihr halt auch eine Rolle spielt, ist, dass sie allein in diesem Haus verloren wäre (das ist so ein altes, recht großes Bauernhaus mit zwei Wohntrakten, Scheune, großer Wiese usw.). D. h., dieser Umstand bremst sie sicher am meisten ein. Das war, unter anderem, auch damals eine ihrer größten Sorgen. Wenn ihr Lg sie verlassen hätte oder sie ihn, das wäre gar nicht machbar gewesen. Denn einen dieser Jungspunde wollte sie sich keinesfalls ins Haus holen. Zwar hat sie darüber, nach ihrer Schilderung, zwar auch kurzfristig nachgedacht, aber dann erkannt, dass das ganz unmöglich wäre. Alleine schon, weil diese exotischen Mentalitäten eine Frau ja erst recht als ihren Besitz ansehen und sie dann so richtig in der Tinte gelandet wäre (sie ist ja insgesamt sehr umtriebig, veranstaltet Flohmärkte, Schreibkurse, hält Deutschkurse, trifft sich mit Freundinnen usw. und würde eingehen in so einem krassen Gefangensein).
Dass sie Eifersucht für ein Zeichen der Liebe hält, stimmt allerdings. Aber das kommt, glaube ich, nicht so selten vor. (Und somit kannst Du Dir vielleicht auch vorstellen, wie meine Uneifersucht bei den Frauen ankommt und wie sie gedeutet wird

. Was mir das eindeutigste Zeichen von Liebe ist, ist ihnen das eindeutigste von Nichtliebe.

Könnte ich nicht schwimmen, ich würde mich glatt in die Wellen stürzen.

)