Zitat von stillsad:Ich habe jetzt vier Jahre die Zeit maximal intensiv für mich genutzt und habe kein Problem mit dem Alleinsein. Aber ich bin nunmal ein sozialer Mensch und es ist ja auch wissenschaftlich bewiesen, dass Körperberührungen für die menschliche Psyche total wichtig sind. Von der Kraft, die man aus einer Beziehung ziehen kann mal ganz abgesehen. Deshalb wünsche ich mir eine neue Liebe, ohne darauf fixiert zu sein. Ansonsten hätte ich bestimmt schon viel eher einen "Lückenbüßer" finden können. Das will ich aber nicht, ich sehne mich nach einer wahren Verbundenheit. Ich fürchte nur, dass das nicht oft passiert. Da bin ich einfach ein bisschen mutlos aktuell. Corona verstärkt das natürlich. Einmal das einsam fühlen. Andererseits die Fixierung auf Tinder und Co, weil gerade nichts anderes geht. Und wenn dann der Ex einem das vermeintliche Gegenbeispiel vorlebt, ist das einfach hart.
Liebe @stillsad !
Jede/r Next ist ein/e "Lückenbüßer/in", egal wann, wer, wo, wie. Denn es ist doch so, dass diese Person nur deshalb in einem bzw Deinem Leben wäre, weil Du nicht alleine sein möchtest. Liebe, Zuneigung,6 - das sind alles nette Beiwerte, nicht mehr. Meine AFs über die letzten 20 Jahre haben mir auch nur eine Lücke gefüllt und die war schlicht, primitiv und einfach: Ich wollte nur 6 und nichts mehr.
Es gab keine Gefühlsdusseleien, kein Verliebtheitsgefühl, keine Verbundenheit. Das beruhte auf Gegenseitigkeit und wenn mal eine aus der Reihe tanzte, wurde sie schlicht abserviert. Weil sie der Vereinbarung widersprach.
Ich halte von Liebe zu nur einem Partner bzw Partnerin absolut gar nichts, weil jede Frau, wie auch jeder Mann, die von einen auf den anderen Moment die Aufkündigung der Partnerschaft aussprechen kann. Affären sehe ich da noch nicht mal als ein "Problem", weil sie im Grunde nur die niederen Bedürfnisse eines Menschen erfüllen, die er oder sie in der regulären Partnerschaft leider nicht erhalten. Bei meiner Exfrau war das auch so und ganz ehrlich, lieber würde ich mit zig Frauen unter einem Dach zusammenleben, wo ich weiß, die vög...t noch mit Hugo, Egon und sonst wen nebenbei und gerne, aber sie ist ehrlich zu sich und mich, ihren Bedürfnissen und wie sie damit bei sich und mir umgeht.
Glaubst Du und/oder jemand anders hier, dass ein neuer Partner oder eine neue Partnerin die Jungfrau Maria persönlich ist?

Heute haben doch schon sehr minderjährige junge Menschen 6 miteinander, da ist doch sonnenklar, dass eine Affäre oder eine außerpartnerschaftliche (Ver-)Liebung irgendwann wie auch fremdverlieben und fremdgehen (was im Prinzip für mich dasselbe ist) passieren
muss. Wo ist dann die ach so schöne Verbundenheit hin?
Weißt Du, ich habe liebe ein dutzend Freundinnen a la Fplus als eine vermeintliche Partnerin, die Dir jeden Tag das Leben zur Hölle machen kann und Dich irgendwann doch verlässt für einen anderen Menschen. Was habe ich dann davon? Nichts. Denn wenn ich in eine Partnerschaft mit der Exklusivität gehe mit nur einer Frau, dann erwarte ich da knallharte Fakten und Bedingungen - beiderseits. Meine Exfrau hat da versagt, ich auch, also fixe Partnerschaften sind ad acta gelegt. Sie haben in der heutigen Zeit ausgedient und wer dem hinterhertrauert, wäre vermutlich besser beraten, sich eine Zeitmaschine zu bauen und die Vergangenheit zu korrigieren.
Ich kann aus Beziehungen auch keine Kraftschöpfung sehen, eher das genaue Gegenteil - Kräfteerschöpfung bzw Kräftezerren. Wie oft lesen wir das hier, dass sich ein Part aufreibt und der andere nur nutzt und zum Dank dann geht? Wozu das alles?
Die Exen, dabei beziehe ich mich auf jene, die die Verlasser sind, nicht die Verlassenen, sind immer die "moralischen" Sieger und meistens auch im Leben die Sieger gegenüber den Menschen, den sie verraten und verlassen haben. Gerade bei Ehepartnern/innen. Denn alleine die Tatsache, dass sie den Schneid hatten, das durchzuziehen, hat sie gewinnen lassen. Meine Ex war also damals auch eine Gewinnerin, ich der Loser. Neben dem "Verrat" der Affäre (wobei ich das toleriert habe, ich hätte eine offene Partnerschaft durchgezogen, meine Ex wollte dieses aber nicht bzw es war dafür zu spät, früher, vor der Affäre, hätte sie es mit mir durchgezogen) ist man danach wirtschaftlich und sozial gebeutelt und am Tiefpunkt, siehe bei Dir. Da wieder herauszukommen erfordert nicht nur endlose Therapiesitzungen, Reflektieren und Jammern. Rumjammern tun wir so schon, Reflektieren bringt nur Schmerzen an die Oberfläche und bei Therapien verdienen sich nur die Therapeuten eine goldene Nase, denn sie nehmen einen nicht an die Hand, um zu therapieren (nur das wäre eine wirksame Therapie), sondern sie labern einen entweder dicht oder hören nur zu und geben "Lebensweisheiten" von sich, die schon unsere Vorfahren draufhatten, also Klugschnack vom Feinsten, garniert mit saftigen Rechnungen, die man dann zahlen darf. Wofür? Um wieder Pein und Spott und Verdruss zu fühlen.
Diesen Wahnsinn kann man ja endlos weitermachen, wenn einem daran gelegen ist, in Kummer und Selbstmitleid zu versinken. Man hat halt schlicht versagt, wäre doch die einfachste für sich selbst festzulegende Erkenntnis und dann gehts gleich weiter. Wozu aufhalten mit rumjammern? Man wird kein besserer Mensch vom Reflektieren, man kann sich selbst nur verbessern, wenn man lebt und vorangeht und Niederlagen einkalkuliert, Rückschläge wird es immer geben, Verrat, Hinterrückattacken, neue Lieben, besserer 6 - das Leben ist doch genau darauf aufgebaut, alles muss und wird sich immer verändern und verbessern und wer nicht mitkommt, der geht unter.
Auch der tolle 6 bei den Affären hat mich zwar schön befriedigt, über Jahre, aber für meine Psyche haben die genauso wenig eine Rolle gespielt wie etwaige Reue, ich würde einer Frau beim Betrug an ihren Partner mithelfen oder so. Ich wurde ja auch einst betrogen und ich habe die Systematik dahinter verstanden. Es geht nicht darum, einen Menschen zu hintergehen, sondern sich Bedürfnisse, die nicht erfüllt werde bzw worden sind zu holen. Dazu reichen eben nicht immer P.-Filme oder Gummipuppen, sondern das muss schon ein realer Mensch "in die Hand" nehmen.

So war es bei mir, ich konnte mich 20 Jahre ausleben, gab den Weibern das, was sie nicht hatten und von ihren angeblich so tollen regulären Partnern nicht bekamen - eine win-win-Situation für beide Seiten. Also bitte niemand erzähle mir mehr, Affären seien nur schlecht und gegen einen Menschen gerichtet. Es ist nichts anderes als die Konsequenz aus einer verkorksten Partnerschaft. Punkt.
Als mir das damals klar wurde, habe ich meine Einstellung zu vielem und mein Leben radikal geändert. Ich habe nie wieder einen Menschen zu nahe in mein Revier gelassen, geschweige als dauerhafte Partnerin in meine vier Wände. Da hat nur einer das Sagen und das bin ich selbst. Wenn sich Menschen einreden, gerade jetzt bei Corona, sie bräuchten soziale Kontakte, ja warum haben sie die vorher nicht so sehr gepflegt, dass auch Abstand diesen nicht komplett zusammenbrechen lassen? Ich habe Freunde und Freundinnen, mit denen ich regelmäßig telefoniere. Gesehen habe ich manche seit Jahren nicht! Und?
Wenn erforderlich und möglich und nötig sind sie da. Momentan ist es aber eben nicht möglich. Darum unterstütze ich die Aussage von @Heffalump , suche Dir soziale Kontakte in Form von Freundschaften, mach mal ONS o.ä. wenn möglich, genieße das Leben und vor allem - genieße Deine Autonomie, alleine zu leben und entscheiden zu dürfen und zu können, wann und wie Du willst.
Kein potentieller Partner wird jemals Dein Leben so bereichern, wie Du Dir das wünscht oder zig andere Menschen in diesen Foren hier. Wir werden alleine geboren und man ist gut beraten, auch alleine im Leben zurecht zu kommen. Das bloße Zusammensein mit einem Menschen garantiert Dir keine Liebe oder Zufriedenheit, aber es garantiert Dir irgendwann mit dieser Person Probleme zu bekommen. Möchtest Du das? Also ich auf keinen Fall. Ich kümmere mich lieber um meine eigenen Angelegenheiten als mich noch mit den Ärgernissen anderer Menschen befassen zu dürfen/müssen.
Es klingt vielleicht sehr egoistisch - das ist es auch. Aber ein gesunder Egoismus, ohne andere Menschen zu schaden.
Lebe Dein Leben nach Deinen Vorstellungen und suche nicht die Nadel im Heuhaufen. Du verschwendest Lebenszeit und Kraft. Beides kommt nicht wieder.
Ich bin mit Mitte 50 jetzt an einem Punkt angekommen, wo ich tiefe Zufriedenheit und Selbstsicherheit verspüre. Klar habe auch ich mit den leidlichen Problemen unserer Zeit zu tun, aber ich werde mich nie wieder unter das Joch eines Schicksalsschlages begeben - schon gar nicht durch eine Frau.
Versuche einfach zu leben. Was kommen soll, wird kommen. Was nicht, das nicht.
