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Jahre später wie gab es für euch einen Neuanfang?

Blanca

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Zitat von stillsad:
Ich selbst würde mich als hoffnungsloser Fall bezeichnen, da ich 2,5 Jahre später, obwohl mein Ex schon längst verheiratet ist, immer noch jeden Tag an ihn denke und jede Nacht von ihm träume. Ich würde das gerne ändern, weil ich endlich wieder im Hier und Jetzt leben möchte. Aber es kann doch nicht sein, dass ich die einzige bin, der es hier so geht, oder?

Nein, ganz sicher bist Du damit nicht allein.

Meine erste Beziehung verlief leider sehr kurz und unschön. Noch 2,5 Jahre nach der Trennung war ich so kreuzunglücklich, dass ich immer wieder heimlich weinte. Und das, obwohl wir null Kontakt mehr hatten und ich mich schon kurz nach unserem Aus - aus heutiger Sicht viel zu früh - auf einen neuen Partner eingelassen hatte.

Über die Jahre liess das natürlich etwas nach, doch ich erinnere noch, es 10 Jahre (!) später mal in einem anderen Forum anonym thematisiert zu haben, weil ich einfach mal darüber "reden" wollte.

Als ich 20 (!) Jahre später vom Tod meines Ex erfuhr (nähere Umstände blieben mir ebenso verborgen wie seine Grabstätte) - da wußte ich im ersten Moment immer noch nicht, ob ich nun lachen oder weinen sollte deswegen. Es überraschte mich selbst, wie tief das immer noch in mir drin gesessen hatte. Mein Leben war bis dato äußerlich sehr gut weitergegangen; nun kamen doch nochmal mit einem Schlag viele Erinnerungen hoch, die zuvor längst verblasst waren.

Inzwischen bin ich erneut 12 Jahre weiter. Und ich kann sagen: Es ist jetzt wirklich vorbei.

Das liegt nicht nur daran, daß sein Tod natürlich einen sehr harten Endpunkt markierte seinerzeit (wir waren einander weiterhin nie mehr begegnet). Viel entscheidender waren vielmehr ein paar Erlebnisse, die mich endgültig erkennen und begreifen ließen, daß es nicht mein Ex war, um den es hier ging, sondern das Thema Ablehnung und Verlust in meinem Leben ganz allgemein. Letztlich ging es also nicht um ihn, sondern um mich selbst.

Ich gestand mir dann zu, daß dies eine ganz natürliche Reaktion ist, die nichts mit "Egoismus" zu tun hat. Anders gesagt: Ich war keineswegs "oberflächlich" oder gar "böse", weil sein Tod mich in so ein Wechselbad der Gefühle gestürzt hatte. Vielmehr meldete sich hier mein inneres Kind zu Wort, das jetzt endlich in den Arm genommen und akzeptiert werden wollte. Zwar war ich damals mit diesem Begriff noch nicht (therapeutisch) betraut, doch intuitiv spürte ich, dass ich jetzt etwas für mich selbst tun mußte.

Es hat brauchte in weiterer Folge dann nochmals viele Jahre, um endlich an diesen Punkt ("vorbei") zu gelangen. Zwar war ich seit jeher recht selbständig; außer meinen Eltern hat mich nie jemand finanziert und auch das nur zur Schulzeit. Darauf war ich auch stets sehr stolz gewesen, diesbezüglich fehlte meinem Selbstbewußtsein also überhaupt nichts.

Doch tief im Inneren fehlte es an Ausgeglichenheit. Dafür mußte ich erst meine ganz persönliche Reise antreten, die mich über viele Jahre und teilweise äußerst schmerzliche Stationen hinweg schließlich genau zur rechten Zeit, im passenden emotionalen Zustand, am geeigneten Ort und in eine Begegnung hineinführte, die an einem einzigen Abend alles für mich ins Gleichgewicht brachte - nicht nur, aber eben auch, was meinen Ex betrifft.

Seitdem ist der Gute tatsächlich nur noch eine seltene und blasse Erinnerung an längst vergangene Zeiten, mehr nicht. Bis ich Deinen Beitrag las, hatte ich beispielsweise schon wieder wochenlang keinen Gedanken mehr daran. Auch jetzt, wo ich nach langer Zeit mal wieder darüber schreibe, empfinde ich nur noch Gleichmut und den Wunsch, Dir in Deinem eigenen Anliegen zu helfen.

Wie Deine eigene Reise ins innere Ich verlaufen wird, kann hier niemand wissen, nicht mal Du selbst. Nachdem jeder Mensch ein Individuum mit seiner ganz eigenen Geschichte ist, wird sie aber definitiv andere Stationen haben als meine. Ich kann Dir nur empfehlen, Dich Deiner Trauer zu stellen und in Dich hineinzuspüren: Was ist denn nun wirklich los? Warum hat dieser Mann so eine Bedeutung für Dich? Was konkret fehlt Dir denn so?

Zugleich mach weiter mit Deinem Leben: Fortbildung, Sport, neue Kontakte, etc. - was immer auf Deiner ganz persönlichen Agenda steht. Aber verlier Dich nicht darin (so wie ich es viel zu lange tat), sondern bleib bei Dir selbst und übe Dich in Achtsamkeit. Es gibt inzwischen soviel mehr Angebote diesbezüglich, als ich sie in meinen jungen Jahren bekam... nutze sie.

Ich wünsche Dir viel Glück und hoffe, daß auch Du irgendwann an den Punkt kommen wirst, wo Du mit einem Lächeln einfach loslassen und weitergehen wirst können.

05.04.2020 11:58 • x 13 #31


stillsad


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Hallo an alle!

Ich war ganz überrascht, dass der Thread wieder aktiv wurde und musste selbst erst einmal nachlesen, was ich vor einem halben Jahr geschrieben und gefühlt habe. Viel ist seitdem passiert, ich war tatsächlich auf einigen Online-Dates (allesamt interessante Begegnungen, doch nichts für mehr), war auf einer längeren Reise, die mich sehr entspannt hat, habe in der Therapie große Fortschritte in Richtung Selbstwert und Auseinandersetzung mit dem inneren Kind gemacht (mein Therapeut ist extrem happy damit). Dennoch, lieber @user008 , hat sich eine Sache immer noch nicht geändert: Mein Ex ist immer noch täglich in meinen Träumen und Gedanken. Im Alltag zwar nicht mehr so ganz gegenwärtig, aber gerade das Coronavirus hat die Sehnsucht noch einmal neu entfacht. Ohne es zu wissen, male ich mir aus, wie glücklich er mit seiner Ehefrau gemeinsam die Ausgangsbeschränkung genießt, während ich mich hier nach ihm sehne. Oftmals denke ich mir auch, wenn er mich jetzt sehen würde, drei Jahre älter und mit mehr Sorgenfalten im Gesicht, dann würde ich mich vor ihm schämen, weil ich es in der Zeit weder äußerlich noch innerlich zu etwas "gebracht" habe. Immerhin schelte ich mich selbst dann für diesen doofen Gedanken. Es gibt keinen Sieger in der Geschichte und ich habe sehr wohl einiges geschafft, nämlich mir selbst ein komplett neues Leben aufgebaut. Trotzdem fühle ich mich als Verlierer und würde einfach nur gerne die Zeit drei Jahre zurückdrehen, um wieder in seinen Armen zu liegen. Ich wünschte immer noch, die Trennung wäre nie passiert. Und alle die sagen, du wirst noch jemanden kennenlernen, warte ab, in Retrospektive wirst du froh sein, ... ich weiß es nicht. Niemand kann es wissen. Vielleicht war es das jetzt mit der Liebe. So fühlt es sich zumindest an. Ich versuche trotzdem, das beste draus zu machen. Jeden Tag. Aber die Einsamkeit und die Sehnsucht nach meinem Ex sind trotz allem mein ständiger Begleiter.

Zitat von Blanca:
Das liegt nicht nur daran, daß sein Tod natürlich einen sehr harten Endpunkt markierte seinerzeit (wir waren einander weiterhin nie mehr begegnet). Viel entscheidender waren vielmehr ein paar Erlebnisse, die mich endgültig erkennen und begreifen ließen, daß es nicht mein Ex war, um den es hier ging, sondern das Thema Ablehnung und Verlust in meinem Leben ganz allgemein. Letztlich ging es also nicht um ihn, sondern um mich selbst.

Das ist tatsächlich meine größte Angst, dass mein Ex stirbt, ohne dass wir uns vorher versöhnen. Und mit versöhnen meine ich nicht einmal, dass wir zusammenkommen. Nein, ich meine wirklich, dass die losen Fäden, die aus meiner Sicht noch rumflattern, endlich verknotet werden. Ja, er hat wohl abgeschlossen und keinerlei Interesse mehr an mir. Für ihn gibt es nichts zu versöhnen. Wissen tu ich das nicht, aber die Vermutung liegt nahe. Trotz allem glaube ich, dass auch ihn die Trennung sehr mitgenommen hat und er die Reaktionen darauf verdrängt hat. Ich fände es schrecklich, wenn wir das nicht klären könnten, bevor es zu spät ist. Und die Geschichte einer Freundin, wo ein Typ nach sechs Jahren sich von sich aus bei ihr entschuldigt hat, weil er damals so gemein war, gibt mir das Gefühl, dass auch beim Verlasser mehr passiert, als manch einer vermutet.

Ansonsten @Blanca hast du mit deinen Tipps allen Recht. Vielen Dank dafür! Vieles davon versuche ich schon seit Längerem: Ich meditiere seit der Trennung regelmäßig alleine und in der Gruppe, lebe achtsam, mache Therapie, tue mir auch wieder Gutes, habe mir ein großartiges Netzwerk in einer neuen Stadt aufgebaut, probiere viel in der Arbeit aus. Ich habe alles getan, was ich konnte und bin dadurch sehr stark geworden. Trotz allem hält mich noch etwas an ihn. Du hast recht, dass ich das für mich definieren muss, um es bei jemand anderem finden zu können. Ich denke mittlerweile, dass ich ihn so toll fand, weil er der erste Mensch war, der sich komplett auf mich eingelassen hat. Das hatte ich bis dahin noch nie erlebt. Wobei ich auch sagen muss, dass ich seit zwei Jahren eine Freundin habe, die das auch macht. Das alleine sollte mir ja Hoffnung geben, dass es noch andere Menschen auf der Welt gibt, die diese Gabe besitzen bzw. mich anscheinend liebenswert genug finden, um dies zu tun. Doch die Hoffnung reicht nicht. Obwohl es mir in meinem neuen Leben insgesamt besser mit mir geht, würde ich das Leben ohne mit der Wimper zu zucken gegen mein altes Leben mit ihm darin eintauschen. Meine Ration schüttelt darüber den Kopf. Mein Herz aber wünscht sich das. Und nur das.

Ich wünschte, es wäre anders und ich hätte etwas schreiben können, was anderen Mut macht. Drei Jahre sind sehr lang, vor allem für eine Frau Mitte 30, die sich immer eine Familie gewünscht hat. Vielleicht werde ich mit 60 wütend auf mich selbst sein, dass ich mir damals so im Weg stand - aber die Zeit scheint irgendwie das einzige zu sein, was mir noch bleibt.

06.04.2020 22:15 • x 6 #32



Jahre später wie gab es für euch einen Neuanfang?

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stillsad


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Und dann habe ich mich am Wochenende wieder auf ein Date getraut, war schön, wenn auch eher vom Kopf als vom Bauch. Doch ich wollte nach vorne sehen, nicht mehr zurück, dachte auch, es gelingt mir mehr und mehr, den Ex zu vergessen ... und dann sehe ich vorhin durch Zufall ein altes Foto von ihm aus unserer Anfangszeit (zwei Jahre hatte ich erfolgreich alles vor mir versteckt). Da konnte ich nur weinen, weil ich ihn so sehr vermisse, und der ganze Schmerz war wieder da.

Mir kommt es so vor: Was ich auch mache, es ist nur ein Verdecken des Verlorenen. Jeder andere wäre nur ein Ersatz für ihn. Ich habe mittlerweile wirklich den Glauben verloren, dass ich jemals mit einem anderen glücklich werden kann. Und da hat es auch nicht geholfen, dass mein Kumpel, der zur gleichen Zeit wie ich verlassen wurde, nun drei Jahre lang hart gedatet und Frauen getroffen hat (im Gegensatz zu meiner Abstinenz). Er hat also aktiv versucht, jemand neues zu finden, alles, was mir immer geraten wird. Tja, drei Jahre später hat sich nun seine Ex bei ihm gemeldet. Er hat sofort seine neue Beziehung aufgegeben und ist zu seiner Ex (nun mit Kind) zurück. Nun sind sie wieder zusammen und er sagt, dass er einfach nur sie liebt, egal, wie sehr sie ihn verletzt hat. Mit den anderen Frauen hat er sich nur was vorgemacht und er weiß, er wäre niemals glücklich mit ihnen geworden.

Und genauso geht es mir ja auch. Es ist nur mein Kopf, der sagt, treffe dich noch einmal mit dem Mann vom Wochenende. Mein Herz ist einfach immer noch beim Ex und wird es wohl auch immer bleiben. Das ist doch keine Aussicht und auch kein Leben. Denn auch, wenn es komisch klingt, ich habe so viel Liebe in mir. Wieso kann ich die nur auf einen Mann projizieren, der mich für eine andere verlassen und seitdem nicht mehr gemeldet hat? Das ist doch Mist.

20.04.2020 18:27 • x 2 #33


Blanca

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Zitat von stillsad:
Ich denke mittlerweile, dass ich ihn so toll fand, weil er der erste Mensch war, der sich komplett auf mich eingelassen hat.

Zitat von stillsad:
eine Frau Mitte 30, die sich immer eine Familie gewünscht hat

Das ist doch schon mal eine gute Erstanalyse Deiner Sehnsucht.

Aber nun frag Dich mal weiter: Warum willst Du unbedingt eine Familie? Was befürchtest Du, wenn sich das nicht mehr ergeben sollte?

Bzw. positiv gefragt: Was konkret ist daran so wichtig, daß Du dem so eine hohe Priorität im Leben einräumst?

Nochmal anders gefragt: Wofür lebst Du?

Zitat von stillsad:
ich habe so viel Liebe in mir. Wieso kann ich die nur auf einen Mann projizieren, der mich für eine andere verlassen und seitdem nicht mehr gemeldet hat?

Vielleicht hat es eben damit zu tun, daß er unerreichbar geworden ist?

Zitat von stillsad:
Das ist doch Mist.

Vor allem ist das zutiefst menschlich.

20.04.2020 20:46 • x 1 #34


stillsad


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Zitat von Blanca:
Nochmal anders gefragt: Wofür lebst Du?

Gute Fragen. Ich finde tatsächlich, dass Liebe der Sinn des Lebens ist. Und konkret finde ich es toll, mich und andere emotional zu verbinden (daran habe ich meinen Job ausgerichtet). Aber nur zu lieben ist die eine Sache, gleichzeitig von dieser Person auch zurück geliebt zu werden die andere. Und ich finde, es gibt nichts schöneres auf der Welt als das. Und das bekommt man im besten Falle und in höchster Form von seiner Familie. Daher rührt glaube ich die Sehnsucht.

Nur bringt mich all das Wissen beim Loslassen irgendwie auch nicht weiter. Aber Danke, dass du geschrieben hast, das wäre menschlich. Das hat mich ein bisschen getröstet.

20.04.2020 21:30 • x 2 #35


Heffalump

Heffalump


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Zitat von stillsad:
Seelenliebe gefunden. Nur mit ihrem Verlust vor drei Jahren komme ich nicht so gut zurecht wie du .

Das merkt man.

Verlust gehört nun leider auch dazu, zur Gefahr des Verliebens, Herz verschenkens. Statt in einem Thema zu bleiben, braucht es für diesen Mann schon bereits zehn. Und es werden bestimmt noch einige folgen.

Hab deine Titel überflogen, es dreht sich ja nur um deinen Ex. Wie hoch war sein Podest, während der Beziehung, wie hoch hast du ihn in den letzten drei Jahren gestellt? Kannst du dieses Podest noch überblicken, oder nur, wenn du den Kopf in den Nacken legst, bis du Nackenschmerzen hast?

Aus einer Trennung nimmt man nicht nur Kummer und tief empfundenes Herzeleid mit, man findet eigene Anteile, warum es nicht die gefühlten 300% waren, sondern nur das Normalmaß aller anderen, die verlassen und zur Seite gestellt wurden.

Kann es nicht sein, du trägst die Fahne der wahren, echten und tiefgründende Liebe mit dir herum, um dich nicht wieder verlieben zu können? Nur der Eine, der dich aber leider verlassen hat, kann Dir Erleichterung verschaffen?

Scheint, du hast in deiner rosaroten kleinen Welt voller pinkschillernder Luftschlösser, die Tür aus den Augen verloren. So einer imaginärer Partner hat ja auch was, du bist weg vom Markt, gehst in deiner Sehnsucht auf und trotzdem merkst du, das etwas fehlt. Etwas reales, was nicht immer nur pupsiweich, sondern leider auch knallhart sein kann. Und Knallhart, ist nicht so ganz deins.

Mimimi, großes Kino, großes Drama - will kein Mann.


Zitat von stillsad:
Aber nur zu lieben ist die eine Sache, gleichzeitig von dieser Person auch zurück geliebt zu werden die andere. Und ich finde, es gibt nichts schöneres auf der Welt als das.

Da du nun doch schon zwei, drei Jährchen im Forum bist, wirst du hoffentlich gelernt haben, das nichts so wankelmütig und so wenig berechenbar ist, wie die *Trommelwirbel* Liebe.

Das ist nicht anschmachten, das ist harte Arbeit, von beiden Beteiligten. Und die wertvollste Liebe, ist die selbstlose. Wo du nichts zurück erwartest. Es gibt viel schöne Dinge auf diesem Planeten und viele schöne erfüllende wertvolle Dinge in deinem Leben, die du dir alle selbst verwirklichen kannst, dazu braucht es keinen Zweiten, der wäre nur das Tüpfelchen auf dem i.

Die Gefahr, ne alte Jungfer zu werden, die, dem im Krieg gefallenen Partner, bis zum Tod, trauernd hinterher säuselt ist groß. Aber ob du aus deiner watteweichen Blase heraus trittst und dich der Gefahr des Wiederscheiterns stellst, liegt in deiner Hand. Es kann nämlich auch sein, dass du dann gerade ihn triffst, der in dir mehr sieht, als ein kurzes Hüpferli,

Viel Glück und denk daran, du hast nur dieses eine Leben, vergeude es nicht!

13.05.2020 03:38 • x 3 #36


stillsad


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Hallo @T4U !

Danke für deinen Beitrag. Ich denke mal, dass auch wenn die Botschaft teilweise etwas überspitzt rüberkam, du mich nur aufrütteln willst. Natürlich hast du Recht, dass drei Jahre um eine Beziehung zu trauern lang ist. Aber zu lang? Gibt es ein zu lang? Ich weiß es nicht. Das einzige, das ich weiß, ist, dass ich es einfach nicht schaffe, gedanklich von ihm los zu kommen. Auch wenn du mir das nicht glaubst: Das wünsche ich mir tatsächlich sehr, denn ich habe längst akzeptiert, dass es vorbei ist und wir nicht mehr zusammenkommen werden. Das weiß ich und danach habe ich auch mein Leben komplett neu ausgerichtet.

Zitat von T4U:
Mimimi, großes Kino, großes Drama - will kein Mann.

Da musste ich tatsächlich sehr lachen. Ist ja lustig, dass ich so rüberkomme . Nein, ich hätte tatsächlich gerne wieder einen Mann, eine Familie, eine Liebe. Aber wie soll ich sie mir denn herzaubern? Ich date, ich bin sehr offen, ich flirte. Aber es gab eben noch keinen, bei dem ich auch nur Ansatzweise das gefühlt habe, wie bei meinem Ex. Und ich bin nun mal (leider) keine Frau, die dann rational trotzdem die Beziehung eingeht. Ich bin ein zutiefst authentischer Mensch und fühle tief. Und leider liebe ich meinen Ex eben noch immer, auch wenn es einseitig ist. Mittlerweile glaube ich auch, dass ich diese Liebe akzeptieren muss und trotzdem einen Weg finden kann/muss, nochmal jemand anderes in mein Herz zu lassen.

Trotz allem. Ich nehme was du schreibst sehr ernst. Meine größte Angst wäre nämlich auch, dass ich wie eine Kriegswitwe dem einen hinterher trauere und langsam frustriert rüberkomme. Ich mag nämlich selbst die Leute nicht, die nur jammern und sich selber im Kreis drehen. Ich hoffe, dass ich da noch nicht bin. Zumindest mit dem Dauerjammern (das mache ich nur hier im Forum ) Aber mich im Kreis drehen, ja, das tue ich leider. Und keine Ahnung, wie ich da wieder alleine rauskomme.

Und hier mal ganz offiziell: Mein Ex ist auch ein ganz schönes Ar.schloch! Dafür, dass er mich im Urlaub einfach hat stehen lassen, warm gewechselt ist und am Ende sogar mir die Schuld für sein Verhalten in die Schuhe schieben wollte. Mich, die alles verloren hat. Ich werde nie vergessen, wie er am Ende meinte, als er mir sogar noch die Wohnung weg genommen hat: "Du bist nichts ohne mich und meine Familie." Wohlgemerkt, nachdem ich kurz zuvor meine Familie verloren hatte. Das ist so unter der Gürtellinie und damals dachte ich schon, du kleiner Wicht, das werden wir mal sehen. Das ist ein Anteil von ihm, für den ich ihn verachte. Das nur mal so am Rande. Aber ein anderer Anteil von mir hängt eben immer noch an dem liebevollen Mann und Partner, der er die vier Jahre vorher für mich war. Irgendwas hakt da bei mir immer noch, aus welchen Gründen auch immer, weil ich diese beiden Teile nicht zusammenkriege. Ich feiere zum Beispiel @Karili sehr für ihre Stärke, dass sie es schafft, diese Anteile bei ihrem Ex-Partner gleichberechtigt zu bewerten - und dadurch schnell und konsequent heilsame Grenzen für sich zu ziehen. Ich wünschte, ich könnte das. Aber bislang habe ich es einfach noch nicht geschafft. Und das macht mich langsam auch ziemlich wütend auf mich und leider auch hoffnungslos für meine Zukunft. Weshalb ich eben immer noch seit drei Jahren hier im Forum rumhänge, mir meine Gedanken von der Seele schreibe und viel bei anderen mitlese und lerne. Und bei jeder neuen Frage oder Thema, das ich habe, eröffne ich eben einen Thread, so tickt eben mein Hirn .

lg

15.05.2020 11:29 • #37


Luna70


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Das tut mir sehr leid und ich hoffe, dass es dir inzwischen besser geht! LG Luna

12.07.2020 07:26 • x 1 #38


Finii


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Ich habe mir das Thema grad durchgelesen, auch wenn es ja nun schon ein wenig älter ist. Wie geht es dir mittlerweile @stillsad ?

Ich möchte dir nur sagen, mir geht es genau so. Ich bin nun auch schon seit 18 Monaten getrennt, mit einem kurzen Revival vor 9 Monaten, und ich hänge immer noch wahnsinnig dran. Bei uns war es etwas anders, er hat niemand anders, es war meine Schuld, dass es sa ist wo es ist und er hat auch noch Gefühle für mich. Ändert aber leider nix daran, dass die Situationen gleich sind.

Ich glaube auch wue du daran, dass es nur eine liebe gibt. Alles andere sind Zweck- und brauchgemeinschaften in meinen Augen. Das, was die meisten Menschen Beziehung nennen und leben. Ein Sicherheitskonstrukt eben. Ich denke dass es das schwer macht, jemand anderen zu finden. Ich stelle es mir so vor, wie ich hier auch schon öfter gelesen habe. Man findet jemand anderen, die grossen übermächtigen Gefühle bleiben aber aus, und es wird eine ruhige Beziehung ohne viel Höhen und Tiefen. Jedenfalls hoffe ich drauf, wenn es kein Zurück zum ex mehr gibt.

Ein ganz entscheidender Satz ist glaub ich dieser hier, den ich auch genauso fühle

Zitat von stillsad:
Vielleicht auch, weil ich glaube, dass es nicht noch mal einen geben wird, der mich liebt.


Ich glaub, daran müssen wir arbeiten. Ich fand die Worte von @Blanca übrigens sehr hilfreich, vielen Dank auch von mir dafür

12.07.2020 07:54 • x 1 #39


Heffalump

Heffalump


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Zitat von Finii:
Ich bin nun auch schon seit 18 Monaten getrennt, mit einem kurzen Revival vor 9 Monaten,

Also dann endeffektlich - 9 Monate.

12.07.2020 08:00 • x 1 #40


Alex2020


Ich habe auch das Thema jetzt durchgelesen und habe die folgenden Gedanken dazu, eher Fragen.

Kann es sein, dass Menschen, die wenig (kurze und nicht ganz) Beziehungen oder, z. B., Freundschaften+ hatten, die sich dadurch auch seltener verliebt hatten (von leicht verliebt bis stark verliebt) eher dazu neigen, die ganze Liebe, die sie in sich tragen auf eine Person zu richten, wenn sie sich in diese mal verlieben?

An Menschen, die über mehrere Jahre ihre Ex-Frende nicht vergessen konnten: würdet ihr sagen, ihr hattet viel S. und/oder romantische Erfahrungen vor euren Ex-Freunden?

Wenn ich mich verliebe, dann selten und richtig bis zum Knochenmark => entsprechend starker Liebeskummer. Hab nicht viel S. und romant. Erfahrungen (mit verschiedenen Männer, meine ich). Kann es sein, dass das teilweise der Grund dafür ist? Nur eine Überlegung.

Freue mich auf eure Insights.

12.07.2020 11:00 • x 1 #41


stillsad


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Hallo!

Danke für eure Beiträge und Fragen, die ich gerne beantworten werde.

Mir geht es seit meinem letzten Eintrag besser. Das hat aber weder mit einem neuen Mann noch mit einem Revival mit meinem Ex zu tun, sondern einzig und allein mit mir . Weil die Entwicklung vielleicht auch für andere interessant ist, werde ich sie kurz schildern.

Ich habe ja meine Familie unter tragischen Umständen verloren und dann hat auch noch mein Ex Schluss gemacht. Die ganze Zeit dachte ich deshalb, dass ich so an ihm hänge, weil ich durch die Umstände des Todes meiner Familie traumatisiert bin. Und auch, dass er deshalb mit mir Schluss gemacht hat. Ich fing deshalb eine Therapie an, um die ganze Sache zu verarbeiten. Die ersten zwei Jahre der Therapie ging es mir dabei hauptsächlich um das Außen, wie kann ich mich verbessern, damit er mich zurücknimmt, ich einen anderen Typen kennenlerne etc. Dann aber plötzlich ging es an die Essenz von allem, das Hauptproblem wurde sichtbar, nämlich Probleme in meiner Kindheit/Ursprungsfamilie. Puh, wie schlecht ging es mir danach in den Therapiesitzungen, ich sage euch, das war kein Spaß. Aber was dabei rauskam: Ich hatte also all die Jahre an der falschen Baustelle gearbeitet. Denn tatsächlich liegt mein Problem nicht in den - zweifelsohne - traumatischen Erlebnissen der letzten Jahre, sondern an einem Trauma in der Kindheit, das ich verdrängt hatte. Mein Ex wurde so unbewusst zum ersten Menschen, bei dem ich mich wirklich sicher fühlte, denn er war der erste Mensch, der mich uneingeschränkt liebte und mir die emotionale Sicherheit gab, die ich auch vor dem Verlust meiner Eltern nie hatte. DESHALB, und nur DESHALB, hänge/hing ich so an ihm. Primär hat das also nichts mit der Beziehung als solche zu tun, sondern mit der Beziehung zu mir selbst. Als ich das erst einmal für mich geklärt und verstanden hatte, wurde plötzlich alles leichter.

Seit einem Monat gehe ich nun durch die Welt und gebe dem Leben wieder eine Chance. Und das verrückte ist: Das Leben gibt mir gerade viele verrückte und tolle Möglichkeiten zurück. So hatte ich mir doch immer eine Begegnung zur Klärung und/oder Realitätscheck mit meinem Ex gewünscht. Allerdings war ziemlich unwahrscheinlich, dass sich unsere Wege noch einmal kreuzen werden. Vor vier Wochen kam dann unverhofft ein Jobangebot aus der alten Heimat, wo ich ihm garantiert über den Weg laufen werde. Ich habe zwar auch gleichzeitig Angst davor, aber irgendwie habe ich auch ein solches Vertrauen, dass das schon wird. Weil ich mir gerade zu Hunderprozent sicher bin: Es wird noch jemanden für mich geben, der mir genau das gibt, was ich bei meinem Ex gefühlt habe. Wenn ich, und nur ICH bereit dafür bin, es wahrzunehmen. Denn seit vier Wochen lächeln mich die Leute auf der Straße ständig an. Ich vermute, dass sie das auch vorher schon gemacht haben. Ich habe es halt nur nicht gesehen.

Deshalb, die Quintessenz von meinem Beitrag: Ich habe immer noch keine Partnerschaft, die Trennung von meinem Ex schmerzt auch immer noch und dieser Schmerz wird mich wahrscheinlich auch immer begleiten. Ich bin auch immer noch oft traurig, weil ich einfach massiv viele Schicksalsschläge verkraften musste und fühle mich oft einsam. Aber mittlerweile akzeptiere ich all diese Gefühle und sehe im Leben trotzdem mehr eine Chance als eine Bedrohung. Und wer weiß, am Ende wird genau das den richtigen Mann anziehen, mit dem ich meine eigene Familie gründen werde. Ich bin zwar schon 36, aber noch ist alles möglich.

Deshalb kann ich zusammenfassend die letzten Beiträge nur beantworten mit: Egal, was ihr aktuell glaubt, warum ihr noch an eurem Ex hängt ... letztlich ist der Grund doch immer bei einem selbst zu finden. Investiert eure Energie also lieber in euch selbst, als in Gedanken an den Ex. Das wird zwar ein steiniger und harter Weg, aber letztlich lohnt er sich - vor allem, wenn ihr am Ende nicht eine Beziehung mit jemand anderem, sondern mit euch selbst erwartet.

14.07.2020 09:36 • x 8 #42


Finii


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@stillsad toll, wie du den Weg zu dir gegangen bist. Ich bin auch grad dabei. Es freut mich sehr für dich. Du lächelst und die Welt lächelt zurück

14.07.2020 10:28 • x 1 #43


stillsad


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Ich will natürlich trotz allem ehrlich sein, es fällt mir alles nicht immer leicht und manchmal habe ich auch Panik, dass das mit einem neuen Partner und einer Familie trotz allem nicht klappen wird. Schließlich bin ich schon über drei Jahre allein. Dennoch reißen mich diese Momente nicht mehr gnadenlos in die Tiefe und ich höre immer wieder ein Stimmchen in mir, dass mich selbst vor dieser Angst verteidigt. Aber wer weiß, vielleicht schreibe ich im Herbs hier wieder im Forum, dass alles furchtbar ist, nachdem ich meinen Ex wiedergetroffen habe. Oder aber ich schreibe, weil ich mich Hals über Kopf bis dahin in jemand anders verliebt habe. Alles ist möglich .

15.07.2020 21:59 • #44


tlell

tlell


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Mir ist bei dir eine Sache aufgefallen ein einziger Satz

Zitat:
Aber es gab eben noch keinen, bei dem ich auch nur Ansatzweise das gefühlt habe, wie bei meinem Ex


Genau da liegt der Fehler du suchst keine neue Liebe sondern Ersatz für die Alte. Du wirst vermutlich nie wieder, genau das fühlen was du bei deinem Ex gefühlt hast. Und mal ehrlich wer will das schon genau betrachtet. Würde ja heissen du willst die selbe Kacke nochmal . Mir ging es ähnlich. Ich hab das begriffen und habe nach etwas Neuem gesucht und alte Gefühle nicht versucht wieder raus zu holen. Der neue Mann an meiner Seite kam mit ganz anderen Gefühlen und hätte ich ihm keine Chance gegeben, würde ich nicht erleben was ich heute erleben darf. Raus ins leben! Lass los und vergleich kein Date mit dem Ex. Sie sind alle anders und jeder könnte der RIchtige sein. Ich wünsch dir alles Glück der Welt. Hab Mut du findest den Richtigen!

16.07.2020 01:35 • x 1 #45



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