Stella68
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In der Regel löse ich meine Probleme selbst; hier jedoch bin ich bisher ausweg-u. Perspektivlos.
Ich (55) und mein Mann (56), sind seit 5 Jahren ein Paar. Bereits der Start war schwierig, er war verheiratet und suchte online nach einer Frau/Geliebten. Ich war single seit vielen Jahren und wollte nach einer langen, schrecklichen Beziehung mit einem Soziopathen einen letzten Versuch unternehmen, einen anständigen Menschen kennen zu lernen. Wir haben uns schnell ineinander verliebt, waren auf einer Wellenlänge. Als Geliebte wollte ich nicht weitermachen und so verließ er seine Frau, die er auch schon mehrfach, unter anderem mit Prost., betrogen hatte. Nach 2 Jahren zogen wir zusammen; ich verließ meine Heimat und wir starteten in 500km Entfernung. Wir waren schon immer sehr unterschiedlich; fanden es aber auch spannend. Unser Sexualleben ebbte bereits nach 1 Jahr stark ab, im Zusammenleben verschwand es völlig. Ich fühlte die ganze Zeit das er vermutlich eine SM-Neigung hat, unterwürfig ist und sprach ihn mehrfach an, sagte ihm, wie sehr ich leide und sicher bin, dass er mir etwas sehr wichtiges verheimlicht. Er stritt alles ab, ich glaubte ihm nicht. Mittlerweile haben wir vor 1 Jahr ein Haus gekauft und haben wie auch zuvor, getrennte Schlafzimmer. Im September letzten Jahres wachte ich nachts durch komische Geräusche auf, konnte sie nicht zuordnen und ging schlaftrunken zu ihm ins Schlafzimmer: Er, in Lackhosen im chat mit einer Dom*, die ihn anwies, was er zu tun hat! Weinend, schreiend, völlig schockiert rannte ich raus. Er hat nicht bemerkt, dass ich ihn sah. Am nächsten Morgen hat er „gestanden“. Mir hat’s den Boden unter den Füssen förmlich weggerissen. Er hatte mich nicht nur jahrelang belogen und mit Prost. betrogen-er hat mir somit auch am Anfang der Beziehung die Möglichkeit genommen, mich gegen ihn zu entscheiden. Ich war am Boden zerstört. Ich wollte mit SM nichts zu tun haben, stehe nicht darauf, finde es absolut unerotisch und bin ferner Gewaltopfer, was er weiß und was meine Haltung dazu auch hinreichend erklärt. Ich wollte mich trennen, war psychisch am Ende, hatte das Gefühl, wieder an einen gestörten, pathologischen Lügner und Betrüger geraten zu sein. Nach 2 Sitzungen bei einem Paartherapeuthen gab ich ihm eine Chance, wissend, dass man Neigungen nicht unterdrücken kann. Er wollte mich unbedingt und hatte daher alles verschwiegen, um mich für sich zu gewinnen. Ich hingegen war ehrlich, habe ihm alles über mich erzählt, damit er weiß, auf wen er sich einlässt. Monatelang habe ich versucht zu verdrängen. Zwangsgedanken und Bilder waren überall-schrecklich! Im März hat er mir einen Heiratsantrag gemacht. Ich nahm ihn an, weil ich ihn trotzdem liebte. 12 Tage vor der Hochzeit wachte ich nachts durch einen Albtraum auf: Ich träumte, er täte es gerade wieder! Ich stand auf und hatte leider die Wahrheit geträumt! Wieder völliger Zusammenbruch meinerseits, noch schmerzhafter, weil kurz vor der Hochzeit. Diesesmal war es keine Do*, sondern „nur“ P. mit SM und er wieder in Lackklamotten. Mir wurde klar, dass er mit mir keinen Sex mehr haben kann, er braucht etwas anderes und ich sah keinen Weg weiterhin eine Liebesbeziehung mit ihm führen zu können. Es folgten lange, furchtbare Gespräche und ich kann es mir rational nicht erklären-ich habe ihn vor 4 Wochen geheiratet! Er legte ein wunderschönes Gelübde ab, die Trauung war sehr, sehr schön und romantisch. Das Problem ist: Ich vertraue ihm ABSOLUT gar nicht mehr! Mehrfach am Tag bekomme ich Panikattacken, grausame Gefühle des belogen-worden-seins, der Wertlosigkeit etc. Er ist beruflich oft weg und ich kann mir gut vorstellen, dass er sich eine Herrin ins Hotel kommen lässt. Ich bin psychisch ziemlich fertig und kann mit all den Lügen, dem Egoismus nichts anfangen. Er hat auch ADHS, ist zwanghafter Nasenbohrer, völlig chaotisch etcpp. Ich glaube das ich ihn in einem Schockzustand geheiratet habe und weiß nicht mehr was ich tun soll. Ich kann das alles weder fassen, noch rational verstehen. Hätte er mir die Wahrheit von Anfang an gesagt, wären wir nie ein Paar geworden. Ich bin verzweifelt. Danke für‘s lesen und die Geduld für meine langen Zeilen.