Eidechse
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Bei mir sind es nun über vier Jahre nach der Trennung, nach 18 Jahren Beziehung.
Er hat warm gewechselt.
Er ist nie mit mir zusammengezogen, hat nie gesagt, dass er mich liebt, wir haben keine Kinder und er ging als ich 45 war.
Die Beziehung war dennoch sehr eng und innig. Er hat mich in schweren Zeiten sehr gestützt. Er hat sich oft an mich gekuschelt, weil er sich sehr einsam im Leben fühlte. Ich war wohl emotional sehr abhängig von ihm - oder wir beide voneinander. Er meinte mal, zwei Einbeinige stützen sich gegenseitig. Ich hätte wohl alles für ihn getan.
Er sagte oft, er könne nicht lieben. Ich dachte es sei Bindungsangst. Und habe jahrelang gewartet und gekämpft.
Wenn ich gesagt habe, dass wir über Trennung nachdenken sollten, wenn er keine Zukunft mit mir planen möchte, hat er geweint und gefleht, ich solle ihn nicht verlassen, ich sei die einzige, die an ihn denkt. Ich dachte dann, er liebt mich doch. Er sagte, wie seien wohl seelenverwandt.
Ich war sehr verzweifelt, weil nie ein Ja, sondern immer ein Jein von ihm kam. Er hat aber nie explizit gesagt, dass er Zweifel hat, ob es passt. Er hat auch nie gesagt, dass er überlegt, sich zu trennen, bis sie da war.
Er war brutal zu mir bei der Trennung. Er hat mich belogen über die Neue. Er hat gesagt, ich sei nicht auf seiner Augenhöhe, ich sei keine richtige Frau. Die Beziehung sei seit Jahren schlecht. Er wolle den Rucksack einfach ablegen und neu anfangen. Er wolle Ja sagen lernen. Sie sei seine Seelenverwandte.
Er hat mir meine Fragen nicht beantwortet, eine Paarberatung verweigert, um die ich gefleht hatte, damit ich die Trennung irgendwie überleben könne. Er hätte keine Lust, Fragen zu beantworten. Er sei mir keine Rechenschaft schuldig. Hat sich auch nicht von meinen Eltern verabschiedet. Und hat die finanziellen Fragen gar nicht oder extrem unfair geregelt. Er hat nie bei mir oder bei Bekannten gefragt, wie es mir geht. Es gibt keinen Kontakt. Er hat sich nie für die Art der Trennung entschuldigt.
Jetzt lebt er mit einer deutlich jüngeren Frau und deren Kindern in einem Haus. Sie sind bald zusammen gezogen. Sie tragen gleiche Ringe seit zwei Jahren. Er sieht glücklich aus. Familienidyll. (Früher hätte er nie zugelassen, solche Fotos öffentlich zu machen.)
Ich fühle mich so unendlich gedemütigt. Weggeworfen wie Müll und ersetzt. Und nun lebt er das Leben, das ich immer wollte, wovon er sagte, das sei nicht sein Ziel, mit einer anderen Frau. Sie bekommt alles von ihm, was ich immer wollte.
Ich fühle mich so als hätte ich nie existiert.
Ich wache immer noch jeden Morgen bzw. nachts auf und es gehen mir Szenen von der Trennung durch den Kopf oder ich grüble nach, was an mir so schlimm war,dass er alles mit mir nicht gemacht hat, was er nun mit ihr lebt.
Ich habe mich in meiner Wahrnehmung total getäuscht. Ich glaube nun, er hatte nie Bindungsangst und wusste immer, er will mit mir nicht leben und hat gesucht, bis er die Richtige fand und hat mich dann sehr brutal abserviert.
Ich verzweifle, weil es mir trotz Unterstützung seit Jahren nicht gelingt, zu vergessen oder mir zu verzeihen.
Jede Nacht und jeden Tag fühle ich den Schmerz, die Trauer, die Verzweiflung und die Demütigung.
Und ich würde gerne wissen, ob andere auch solange so sehr leiden oder leiden mussten? Was habt ihr gemacht, um raus zu kommen?
Oder ob mir jemand erklären kann, warum sie nun all das mit Leichtigkeit bekommt, was er mir jahrelang nicht gegeben hat? Ob er mich immer nur gebraucht, aber nie geliebt hat?
Oder ob mir jemand erklären kann, wie ich ihm nach so enger Beziehung so vollkommen egal sein kann? Und warum er so brutal zu mir war?
Oder ob mir jemand einen Hinweis geben kann, wie ich mir verzeihen kann und ich mir selbst wieder vertrauen kann?
Ich musste auch lange leiden und der Leidensweg ist noch nicht beendet. Da, ich diese Demütigung, das benutzen und ausnutzen immer noch nicht verarbeitet habe. Mit jeder neuen Bekanntschaft achte ich jetzt darauf wie ist er und wie reagiert der zukünftige Freund. Ich habe durch die Erfahrung meines Ex sehr viel Grundvertrauen verloren. Die Lockerheit und die Leichtigkeit ist verschwunden.
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