Zitat von Worrior:Ich muss mir blos manche Threads hier durchlesen wo Kinder involviert sind und es wundert mich wenig dass die Therapiestuben aus allen Näthen platzen. Wenn ich schon höre "in einer Beziehung heilen" oder "Seelenverwandter" sträuben sich mir die Nackenhaare.
Du bist auch schon älteren Semesters mit viel Lebenserfahrung .
Eine Sache habe ich gelernt , niemandem seinen unendlichen Schmerz abzusprechen .
Ansonsten denke ich , es geht uns zu gut .
Zickt etwas den Körper oder die Seele , haben wir zuviel Zeit uns mit uns selbst zu beschäftigen .
Wir müssen nicht mehr funktionieren um über die Runden zu kommen .
Als meine Tochter plötzlich verstorben ist , hatte ich einen Termin bei meiner Ärztin .
Es ging um medezinische Fragen .
Erzählte ihr natürlich alles , hab geheult dabei .
Sie wollte mich sofort in eine Klinik einweisen ,hatte den Hörer schon in der Hand , auch ihr kullerten die Tränen .
Warum war mir klar . Sie hatte selbst Kinder in dem Alter meiner Enkel und für Momente bezog sie die Situation auf ihr Leben .
Nein ich bin nicht in die Klinik gegangen , die Tavor ,die ich zur Beerdigung nehmen sollte , habe ich ihr vollzählig zurückgegeben .
Warum ich das durchgestanden habe ?
Weil mir klar war , daß ich für meine noch kleinen Enkelkinder stark sein will , muss ,kann , darf ...
Wer weiß wie es mir ergangen wäre , hätte ich Zeit gehabt , mich um mich selbst zu drehen .
Das ist ein Problem unserer Zeit , wir können uns von hinten bis vorne betrachten unsere Seelenqualen beleuchten , analysieren bis wir beim Psychiater landen .
Wobei ich sagen muss , daß dieser Berufsstand auch seine Berechtigung hat .
Natürlich habe ich gelitten wie ein Tier , geheult und gelitten und noch mehr gelitten.
Aber auch die Schultern gestrafft um für meine Enkelkinder da zu sein .