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Jemanden in einer Klinik kennenlernen?

M

mara_mly
Mitglied

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Hallo. Ich bin in einer Klinik, da es mir mental längerfristig nicht gut ging und um daran arbeiten zu können. Um ehrlich zu sein, habe ich nicht wirklich damit gerechnet, dass es zu sowas kommt, aber ich habe einen Mitpatienten, den ich zunehmend sympathisch finde oder merke, dass ich mich zu ihm hingezogen fühle.

Ich bewerte dies weder als Verliebt-Sein, Liebe, noch sonst irgendwas. Ich versuche es wirklich, so neutral wie möglich zu bewerten, auch wenn das nicht immer einfach ist.

Ich bin Mitte 20, er Anfang 30. Wir spielen im Gemeinschaftsraum öfters miteinander (natürlich auch mit den anderen) oder puzzeln zusammen, wenn wir zwischen den Therapien freie Zeit haben. Dadurch kamen in den letzten 2 Wochen schon immer mal Gespräche zustande. Da man in einer Klinik ist und jeder natürlich aktuell problembehaftet ist, redet man auch schnell mal über sehr vertraute Themen.

Dabei ist mir aufgefallen, dass wir in einigen Sachen sehr ähnliche Erlebnisse gemacht haben. Das fühlt sich dann natürlich etwas vertraut an.
Ich mag auch einfach seine Art sehr. Wie er redet. Was ihn interessiert. Seinen Intellekt oder dass er so viele Dinge weiß. Wie reflektiert und tiefgründig er ist. Ich habe das so bisher noch nie bei einem Mann, vor allem in dem Alter, erlebt. Ich finde ihn auch optisch anziehend, bzw. seine schönen Augen. Ich traue mich oft nicht, ihn lange anzusehen oder in die Augen zu schauen. Ich fühle mich halt auch körperlich irgendwie sehr zu ihm hingezogen, hatte Gedanken, wie das wäre ihn zu küssen oder zu umarmen. Auch wenn es mir unangenehm ist, das so offen mitzuteilen, aber es ist leider so.

Kennen tue ich ihn natürlich nicht und vor allem, da es keine ‚Kennenlernphase‘ oder sonst was ist, kann ich ihn auch nicht einschätzen. In der Regel hat man während einer Klinikzeit keinen Kopf für jemand anders. Dazu kommt, dass wir beide eigentlich auch erst vor einem halben Jahr eine Trennung hinter uns hatten. Er meinte, bei ihm war es auch emotional die tiefste Beziehung, die er je hatte. Auch wenn sie sehr kurz war. Daher ja, denke ich auch nicht, dass er emotional überhaupt frei oder interessiert wäre. Ich bin ja durchaus auch noch geprägt, von meiner Beziehung und hatte auch nicht vor, mich hier in jemanden zu ‚vergucken‘.

Wir hatten einmal ein Gespräch, was mich etwas getriggert hat. Ich hatte ihm danach über WhatsApp nochmal geschrieben, dass ich ihn mit meiner Reaktion nicht verunsichern wollte. Er schrieb dann, dass für ihn alles in Ordnung sei. Dass es ihm dennoch leid tat und er hofft, dass ich weiß, dass er mich mag und sehr schätzt.

Ich denke die Worte waren einfach ermutigend und platonisch gemeint, dennoch stört es mich zunehmend, dass ich häufiger an ihn denke, seine Nähe suche, mich zwingen muss, mich nicht zu ihm zu setzen und ich merke, wie mich das innerlich mittlerweile etwas belastet.

Zum Einen, weil ich weiß, dass eine Klinik kein geeigneter Ort ist, jemanden kennenzulernen. Zum Anderen, weil ich Angst habe, weiter in Schwärmerei zu verfallen und dann enttäuscht zu sein, wenn es nicht erwidert wird. Gerade weil es in meiner letzten Beziehung, bzw. die Trennung viel um das Thema Ablehnung ging und wie mich das verletzt, wenn ich Emotionen, Zeit, usw. in jemanden investiere und wenig bis nichts erwidert wird. Dass es bei mir Spuren von Wertlosigkeit hinterlässt, woran ich eben unter anderem ja hier auch therapeutisch arbeiten wollte.

Habt ihr einen Rat dazu? Die Situation ist es kompliziert gerade. Zumindest emotional, für mich. Er merkt das wahrscheinlich gar nicht. Oder soll ich ihm einfach mitteilen, was bei mir gerade abgeht, damit man da von vornherein vermeiden kann, dass man sich da unnötige Illusionen macht? Ich kann gegen meine Gefühle auch nur schwer ankämpfen.

Vielleicht ist es auch nur irgendeine nichts-bedeutende Welle, die wieder schnell vergeht, aber derzeit bedrückt es mich echt. Wir haben auch dieselbe Therapeutin. Da weiß ich nicht, ob ich ihr das erzählen sollte?

x 1 #1


Pippa
@mara_mly
Hattest Du vor ein paar Wochen schon ein Thema hier unter ähnlichem Namen, wo es um einen Mann außerhalb der Klinik ging?

x 2 #2


A


Jemanden in einer Klinik kennenlernen?

x 3


Arella
Zitat von mara_mly:
Ich habe das so bisher noch nie bei einem Mann, vor allem in dem Alter, erlebt.

Das ist nicht ungewöhnlich. Besonders die Netten und Tiefsinnigen landen manchmal in der Klinik.
Weil sie an der verrückten Welt verzweifeln.
Ist doch OK.

x 4 #3


Worrior
Wie schreibe ich das jetzt ohne dass es böse rüberkommt?

x 1 #4


Arella
Zitat von Worrior:
Wie schreibe ich das jetzt ohne dass es böse rüberkommt?

Geh noch mal aus, atme bisschen durch, und komm dann wieder rein.

x 5 #5


A
Zitat von Worrior:
Wie schreibe ich das jetzt ohne dass es böse rüberkommt?

Was ist das für ein Kommentar , frage ich mich .
Aussagekraft hat er , ist aber feige .
Du bist doch sicherlich in der Lage deine Meinung mit angebrachten Worten rüberzubringen , die nicht unter der Gürtellinie liegen .
So schätze ich dich zumindest ein .

x 5 #6


K
Ich würde auf Abstand gehen. Du bist ja in der Klinik nur für dich. Und daran solltest du auch hauptsächlich arbeiten und nicht auch noch beschäftigt sein mit einem Mann. Schätze deinen Klinik Aufenthalt!

Ich war selber schon in einer Klinik ich weiß wovon ich rede. Und meistens halten die Kontakt nach der Klinik nicht lange.

x 4 #7


Ameise_78
Zitat von Worrior:
Wie schreibe ich das jetzt ohne dass es böse rüberkommt?

Warum böse..?
Es handelt sich hier um zwei Singles, keine geplante oder durchgeführte Affäre - und die TE hinterfragt sich selbst.

Liebe @mara_mly, ich kann mich den Anderen nur anschließen... es ist wirklich nicht günstig und meist auch nicht von Bestand, in diesem Setting Beziehungen einzugehen... was jetzt gerade reizvoll wirkt, dass einen gemeinsame Probleme und Sorgen verbinden, kann im Alltag zum Problem werden... man ist ja nicht umsonst in der Klinik, sondern weil man massive Schwierigkeiten damit hat, ohne Hilfe von außen zurechtzukommen... ich kannte tatsächlich Fälle von Paaren, die sich in psychosomatischen Kliniken kennengelernt hatten (real, sowohl im Bekanntenkreis meiner Eltern als auch im eigenen)... keine dieser Geschichten endete gut.

Will damit nicht sagen, dass es ausgeschlossen wäre, Ausnahmen gibt es sicherlich... nur ratsam ist es aus so vielen Gründen nicht.

Ich würde dir sehr ans Herz legen, jetzt nicht durch Verliebtheit auszuweichen und den Klinikaufenthalt für deine eigene Heilung zu nutzen.

x 4 #8


L
Sobald eine Liebesbeziehung in der Reha anfängt, ist die Therapie vorbei. Alte Therapeutenweisheit. 😉

x 10 #9


K
@Lullaby
Stimme dir voll und ganz zu! Deswegen sich darauf nicht einlassen

x 4 #10


Secura
Sowas kommt häufiger vor als man denkt. Gerade weil man in so einer Klinik viel Kontakt zueinander hat , beide im selben Boot sitzen und man unweigerlich viel offener miteinander spricht als man das im normalen Leben täte .

In den Kliniken ist das gleichermaßen oft wie ungerne gesehen , lenkt von der Arbeit an sich selbst ab.

Oft ist man nach Ende der Therapie an einem ganz anderen Punkt als währenddessen , und etwaige Verbindungen haben / hätten „draußen“ keine Zukunft.

x 1 #11


Sonnenschein85
Ich verstehe dich. Du bist mental nicht stabil suchst nach Halt uns da ist dann dieser Mensch, der ähnliches erlebt hat und der sich vertraut anfühlt.
Ich glaube schon das so etwas verbindet und auch intensiv sein kann.

Nun bist du oder ihr mental nicht gesund und natürlich geht eure Gesundheit erst einmal vor. Denn ohne eine Heilung wird es schwer eine Beziehung zu führen, denke ich. Wichtig ist euch nicht zu überfordern oder zusätzlich zu triggern.

Vielleicht braucht ihr deswegen ein wenig mehr Zeit. Erst einmal alles geben und die Kraft nutzen um stabil zu werden und danach kann man noch schauen wohin die Reise geht. Zudem weißt du nicht wie er fühlt?

Der Zeitpunkt ist natürlich schwierig. Dennoch habt ihr Nummern getauscht. Und vielleicht entwickelt sich etwas sobald es euch beiden besser geht. Ich rate auf jeden Fall dazu es langsam und bedacht angehen zu lassen. Und nichts erzwingen tu wollen nur weil es sich gerade gut anfühlt.

x 1 #12


HeavyDreamy
Zitat von Worrior:
Wie schreibe ich das jetzt ohne dass es böse rüberkommt?

Mit respektvollen Wörtern? Damit ist dann auch jedem geholfen.

@mara_mly Hey Lachendes Gesicht


Zitat von mara_mly:
Habt ihr einen Rat dazu? Die Situation ist es kompliziert gerade.


Auch wenn ich verstehen kann, dass du gerne jemand in deiner Nähe hättest, wäre es doch gut, wenn du dich auf deine Therapie insgesamt konzentrieren würdest, da du ja nicht umsonst dort in der Klinik bist oder?

Mit deiner Therapeutin kannst du trotzdem darüber reden, da sie Schweigepflicht hat und sie von keinem Patienten irgendwas weitergeben darf!

Ich hoffe, dass du dich nicht weiter von anderen Einflüssen leiten lässt und du dich selber erstmal am wichtigsten siehst Lachendes Gesicht

Therapie kann nur Erfolg haben, wenn man dabei an sich selber arbeitet und nicht an andere Menschen die Energie, die du ja selber jetzt brauchst, verschwendest Lachendes Gesicht

Viel Erfolg!

x 1 #13


Fenjal
Mich wundert es, dass man bei diesen schwierigen Erkrankungen, überhaupt nach dem anderen Geschlecht Ausschau hält, wo doch kaum Antrieb für soetwas wie den Job vorhanden ist.
Wer zahlt eigentlich solche Aufenthalte mit Puzzeln und Spielen in Gemeinschaftsräumen?
Ich hoffe nicht, dass soetwas eine Kassenleistung ist bei dem Defizit, das in der Gesetzlichen herrscht.

x 3 #14


S
@mara_mly
Zitat:
Hallo. Ich bin in einer Klinik, da es mir mental längerfristig nicht gut ging und um daran arbeiten zu können.



Zitat:
Dabei ist mir aufgefallen, dass wir in einigen Sachen sehr ähnliche Erlebnisse gemacht haben. Das fühlt sich dann natürlich etwas vertraut an.

Und dieses vertraute , dieses verstanden werden ohne viel Worte , da denkst man und fühlt sich angekommen.


Zitat:
Ich mag auch einfach seine Art sehr. Wie er redet. Was ihn interessiert. Seinen Intellekt oder dass er so viele Dinge weiß. Wie reflektiert und tiefgründig er ist. Ich habe das so bisher noch nie bei einem Mann, vor allem in dem Alter, erlebt. Ich finde ihn auch optisch anziehend, bzw. seine schönen Augen. Ich traue mich oft nicht, ihn lange anzusehen oder in die Augen zu schauen. Ich fühle mich halt auch körperlich irgendwie sehr zu ihm hingezogen, hatte Gedanken, wie das wäre ihn zu küssen oder zu umarmen.

Also ist da schon eine sehr starke Anziehung.

Zitat:
Kennen tue ich ihn natürlich nicht

Und er ist nicht umsonst in einer Klinik. Was nichts schlimmes ist , aber da werden dann schon einige Problem sein die er hat.


Zitat:
In der Regel hat man während einer Klinikzeit keinen Kopf für jemand anders.

Also wenn du nur 24 Stunden an deinen Baustellen arbeiten würdest , dann wäre der Fokus nur auf das Problem gerichtet. Also andere normale Themen gehören da schon zu.

Kann ja schlecht vorwärts kommen wenn ich nur die ganze Zeit in den Rückspiegel starre.

Zitat:
Dazu kommt, dass wir beide eigentlich auch erst vor einem halben Jahr eine Trennung hinter uns hatten.

Ist der Aufenthalt wegen der Trennung / Beziehung ?


Zitat:
dass er emotional überhaupt frei……wäre.

Nicht die beste Voraussetzung.
Zitat:
Ich bin ja durchaus auch noch geprägt, von meiner Beziehung ….

Also auch nicht frei ,….

Zitat:
mich zwingen muss, mich nicht zu ihm zu setzen und ich merke, wie mich das innerlich mittlerweile etwas belastet.

Kann das sein das hier deine Themen hoch kommen? Das du Nähe möchtest wie in der Beziehung davor ?

Ich meine gute Erfahrungen zu sammeln sind wichtig.

Zitat:
Zum Einen, weil ich weiß, dass eine Klinik kein geeigneter Ort ist, jemanden kennenzulernen.

Richtig.

Zitat:
Gerade weil es in meiner letzten Beziehung, bzw. die Trennung viel um das Thema Ablehnung ging und wie mich das verletzt, wenn ich Emotionen, Zeit, usw. in jemanden investiere und wenig bis nichts erwidert wird. Dass es bei mir Spuren von Wertlosigkeit hinterlässt, woran ich eben unter anderem ja hier auch therapeutisch arbeiten wollte.

Und hier hast du eine Person die normal dich behandelt. Dich sieht , Zeit mit dir verbringen möchte.
Was dir und deinen Selbstwert auf eine Art hilft , aber dich irritiert das es eben und er klinik Passiert und du weißt das es nicht der beste Ort dafür ist.

Zitat:
damit man da von vornherein vermeiden kann, dass man sich da unnötige Illusionen macht? Ich kann gegen meine Gefühle auch nur schwer ankämpfen.

Gefühle = Hormone , da kann man nichts erzwingen das es aufhört.

Zitat:
Wir haben auch dieselbe Therapeutin. Da weiß ich nicht, ob ich ihr das erzählen sollte?

Eine Therapeutin ist eine Bezugsperson und sollte eine Vertrauen Person darstellen.

Ich denke das man dort alles erzählen sollte , da diese sonst nicht richtig helfen kann.

Sie weiß über dich wer viel und sie weiß über ihn sehr viel.

a) wird sie es grundsätzlich sehen wie du selbst
b) wie die Mitglieder hier
c) durch das wissen wird sie noch eine bessere drauf Sicht haben auf das ganze.

In Reha Kliniken z.b. wird bei der Ankunft gesagt das man in der Klinik keine weitreichenden Entscheidungen treffen soll und keine Beziehungen mit Mitpatienten anfangen soll. Auch steht das am schwarzen Brett dran.

Das das anders kommen kann , sieht man auch hier im Forum.


Oft wird der Satz gesagt „wenn zwei Ertrinkende sich retten wollen , wird das nicht klappen“.
Und das trifft leider meist zu.

Gute Besserung.

x 2 #15


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