Du bist in einer ganz klassischen Affäre gelandet. Die getragen wird von Hoffnungen - allerdings hast Du eine andere Hoffnung als er, denn Du hoffst auf eine Trennung und anschließende Beziehung mit ihm, er hofft auf eine Fortsetzung der Affäre (also S.). Gast hat recht - Du stabilisierst seine Beziehung, denn Du gibst ihm das, was ihm dort fehlt. Mit Dir kann er seine Probleme besprechen (Beziehungsprobleme sind in einer Affäre übrigens ein No-Go, die sollte man als AF umgehend unterbinden).
Du bist in einer ganz typischen Dreiecksgeschichte gelandet. In einem Dreieck gibt es immer drei Rollen - Täter, Opfer und Retter. Die Rollen wechseln je nach Dynamik. Derzeit siehst Du Dich selbst in der Rolle des Retters, die EF ist in Deinen Augen der Täter und er das arme Opfer. Aber so ist es natürlich nicht ganz

Du kannst und wirst ihn nicht retten, weil er auch gar nicht gerettet werden will. Er hat klar gesagt, dass er sich nicht trennen wird. Das solltest Du einfach hinnehmen und glauben. Die Hoffnungen, die Du Dir machst, beruhen auf nichts weiter als auf seinen Dich bindenden Äußerungen Dir gegenüber. Und Du fühlst Dich wohl in der Retterrolle - natürlich, denn wer möchte schon gern Täter oder Opfer sein?
Er aber auch nicht, deshalb sieht er sich selbst auch in der Retterrolle - und rettet seine Ehe. Indem er sich einredet, dass er diese ja "nur" noch erträgt, weil er eben nebenbei eine Affäre hat. Aus Verantwortung und Pflichtgefühl bleibt er dort, bei seiner Familie, aber da er dort nicht alles bekommt, was er braucht, sucht er sich halt ein bisschen Spaß außerhalb des Alltags. Du bist seine Realitätsflucht, deshalb schreibt er auch so viel, ohne Anstalten zu machen, Dich für S. wiederzusehen. Männer können seeeeehr lange von der Hoffnung leben, gerade, wenn es um S. geht
Du kannst in der Retterrolle bleiben, wenn Dir diese am besten behagt. Aber dann rette bitte die richtige Person - nämlich Dich selbst. Ob eine Freundschaft auf der Basis, die Ihr bislang hattet, möglich ist, kann ich nicht einschätzen. In manchen Fällen mag das funktionieren, wenn die Gefühle auf beiden Seiten nicht so stark waren und die gegenseitige Anziehung auch nicht (mehr) besonders stark ist. Gesünder für Dich wäre es, Dich aus der Sache rauszuziehen und nicht weiter mit unerfüllbaren Hoffnungen und Wünschen zu leben.