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Kann ich jemals wieder vertrauen?

JoeDiMaggio

JoeDiMaggio

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Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber als ich im Nachhinein erfahren habe, dass meine Ex mit betrogen hat, hat mich das bis ins Mark erschüttert - ich kann es nur schwer erklären, aber ich fühle mich regelrecht traumatisiert.

Ich kann kein Paar, keine Frau und keinen Mann mehr ansehen ohne zu denken: auch die sind sich untreu. Ich habe auch gar keine Lust mehr auf eine Beziehung, da man ja eh nur betrogen wird auf Dauer offenbar.

Wie soll man jemals wieder Vertrauen fassen können, wenn offenbar Fremdgehen geradezu gefördert wird in dieser Gesellschaft? Woher will man überhaupt noch wissen, worauf man in einer Partnerschaft vertrauen kann? Im Internet ließt Mann ja auf einschlägigen Seiten, Frauen sollten sich nicht schämen für ihr Fremdgehen, weil Männer es ja sowieso tun. Soll das die Basis einer glücklichen Beziehung sein?

02.01.2019 23:11 • x 1 #1


mrks

Hi Joe,
ich füge noch an, das der Akt und auch Beziehungen immer bedeutungsloser werden.
Ich bekomme an allen Ecken und Enden nur zu hören, jeder ist für sich selbt verantwortlich, will sich selbst verwirklichen.. da hat eine innige Beziehung zu einem anderen menschen doch garkeinen Platz.
Und schon mal was von polyamorie gehört. Exclusivität gehört also auch der Vergangenheit an.
Finde dich damit ab und verliebe dich am besten nicht. Nimm dir was du willst und sch. auf andere, sonst gehst du selbst unter.

Ja ja .. jetzt kommen Sie gleich wieder.. ich klinge gefrustet und blablabla

Es gibt bestimmt das glückliche 1% bei dem das anders ist. Schön das es solche Ausnahmen gibt...viele viele Hollywood filme erzählen von diesen Ausnahmen.

Noch hab ich das glitzekleine Fünkchen Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Zudir Joe: Das Vertrauen gibt dir dann vielleicht doch mal der Mensch der dir hoffentlicht begegnet und du wirst dann bestimmt auch vertrauen können.

LG

02.01.2019 23:23 • x 4 #2


JoeDiMaggio

JoeDiMaggio


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Das Thema beschäftigt ja beinahe alle Betrogenen hier, egal ob Mann oder Frau. Es ist wirklich schlimm, wie viele geplagte und gebeutelte Seelen es hier gibt die betrogen wurden, obwohl es eigentlich ja die Fremdgehenden sind, die die Geringeren sind.

Ich habe für mich erkannt: ich lasse mich nicht vom "Mainstream" kaputt machen. Ein Bekannter von mir ist Paartherapeut, der führt ein Leben sage ich Euch... Partnerwechsler Clubs, Promiskuität, Polyamor alles was man will. Mir ein Rätsel, wie der Paare beraten darf.

Für mich ist das nichts habe ich erkannt, denn ich kann mir nicht vorstellen ein Leben zu führen, in dem es keine Liebe gibt oder eine solche die nur an der Oberfläche bleibt.

Wo ich aber eine solche finden soll und ich je wieder Vertrauen aufbauen soll, ich weiss es wirklich nicht.

02.01.2019 23:35 • x 4 #3


Gwenwhyfar

Gwenwhyfar

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Es liegt an Euch, ob ihr Vertrauen geben wollt oder daran glauben wollt, dass die Welt schlecht ist. Jeder baut sich sein Haus allein.

Mit so einer Einstellung wird man wohl kein Glück bekommen. Schützt Euch, indem ihr mit offenen Augen durch die Welt lauft, aber lauft. Ansonsten macht ihr selbst Euer Leben kaputt. Das waren nicht die anderen.

Dass dieses Forum kein Abbild der Realität ist, sollte auch klar sein. Natürlich gehen nicht alle fremd. Ich habe das in jungen Jahren mal gemacht, aus Rache und Frust, und würde das nie wieder tun.

03.01.2019 05:21 • x 2 #4


JoeDiMaggio

JoeDiMaggio


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Da hast du Recht Gwenwhyfar, doch ist es wirklich irgendwie so, dass wenn man mitten drin steckt, dass man kaum noch einen Ausweg sieht und an "das Gute" glauben kann und mag. Natürlich schreiben die Leute hier nur, wenn sie Sorgen und Nöte haben, das ist ja der Sinn des Forums, das ja nicht als Selbstreferenz dienen sollte.

Tatsächlich braucht Man(n) aber offenbar sehr viel Zuspruch um das zu überwinden und nicht die eigenen Vorstellungen einer guten Liebe über Bord zu schmeißen.

Der Paartherapeuth hat mich schockiert, aber das was er sagte ist nicht jugendfrei und darum sage ich lieber hier nichts dazu ;-)

Ich bin übrigens nie fremd gegangen, was ich hinsichtlich meiner Ex inzwischen etwas bereue, das gestörte Wesen, nein Spaß...

03.01.2019 15:52 • #5


Gorch_Fock

Gorch_Fock

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Zitat:
Ein Bekannter von mir ist Paartherapeut, der führt ein Leben sage ich Euch... Partnerwechsler Clubs, Promiskuität, Polyamor alles was man will. Mir ein Rätsel, wie der Paare beraten darf.

Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass er gerade auf Grund seiner vielfältigen Erfahrungen sich noch besser in seine Klienten reinversetzen kann. Ich würde das gar nicht negativ sehen.
Ansonsten leben wir heute halt in einer sehr schnelllebigen Wegwerfgesellschaft, in der auch nicht gerade wenige Menschen psychische Auffälligkeiten haben. In der Kombination mit wirtschaftlicher Unabhängigkeit bei Frauen und Männern und der heute immer stärker zunehmen Egozentrierung kommt da eine recht üble Mischung zu Stande. Die Möglichkeiten der Smartphones als wichtigstes Führungsmittel für Affairen und durch die Flirt-Apps zur Anbahnung von sechs. Kontakten innerhalb von wenigen Stunden / Tagen kommt da noch mal on top.
Auch Worte wie Verantwortung sind vielen fremd. Man sieht das ja auch immer wieder im Affairenbereich. "Ich bin doch nur die Geliebte, ich trage in dem Dreieck keine Verantwortung".
Natürlich tragen diese auch genauso Verantwortung wie alle anderen Beteiligten. Dies wird aber oft nicht gesehen bzw. sind Moral / Anstand / Sitte heute auch bei vielen Menschen nicht mehr vorhanden. Wenn ich mir den AM meiner Ex anschaue: Hochdominant, wenig Empathie, keinerlei Rücksicht vor einer Ehe. Und ich denke dieses Verhalten wird auch immer mehr heut zu Tage.
Lieber TE, trotzdem solltest Du nicht verzweifeln. Da draußen gibt es aber auch immer noch Männer und Frauen mit dem Herz am rechten Fleck, denen Vertrauen und Respekt in einer Beziehung noch etwas bedeutet.

03.01.2019 16:29 • x 2 #6


Schlaubi009

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Zitat von JoeDiMaggio:
Tatsächlich braucht Man(n) aber offenbar sehr viel Zuspruch um das zu überwinden und nicht die eigenen Vorstellungen einer guten Liebe über Bord zu schmeißen.

Der Paartherapeuth hat mich schockiert, aber das was er sagte ist nicht jugendfrei und darum sage ich lieber hier nichts dazu


Das habe ich in etwa auch so erlebt, wobei bei meiner Exfrau auch ein entsprechender Hintergrund gegeben war/ist, der die ganze Situation noch dubioser macht. Ich denke, es ist der heutigen Zeit zu "verdanken", dass Schnellschüsse und Ratschläge zu Fremdgehen etc. gegeben werde. Wenn solche Betreiber sogar im TV Werbung für´s Fremdgehen und Affären betreiben, könnte man auch gleich sagen: Vergesst Partnerschaften und vertrauenswürdige Beziehungen, rudelt und vög---t rum bis allen schwarz wird. :wand:

Da kann man dann als einzelner Individuum, was noch an "alte Werte" glaubt und danach gelebt hat und auch weiter leben möchte, sich nur an den Kopf fassen. Darum glaube ich auch, dass es schon fast an ein Wunder grenzt, wenn sich heutzutage noch ein Mann und eine Frau finden, die wirklich ernsthaftes Interesse an einer dauerhaften innigen und glaubhaften Langzeitbeziehung haben und nicht gleich bei irgendwelchen minimalen Problemen, Änderungen etc. gleich die Flinte ins Korn werfen, abtauchen, fremdeln, warmwechseln oder wer weiß was machen. Könnte fast vergleichbar sein wie die Chance, einen Jackpot in einer Lotterie zu knacken . . . :roll:

03.01.2019 16:38 • x 1 #7


JoeDiMaggio

JoeDiMaggio


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Ja, Gorch Fock, es stimmt, dass es zu viele Psychopathen da draußen gibt und man muss aufpassen, nicht selbst einer zu werden. Als Mann hat man es genauso schwer wie als Frau, wenn man eigentlich "normal" ist, und sich nicht wegspülen lassen will von der Wegwerfgesellschaft.

Als Beispiel lest doch gerade nur den Thread vom armen Morus und dem Zerwürfnis mit seiner Frau. Das ist einfach nur schlimm und traurig. Mich tröstet, dass die meisten, die ich kenne, ebenso staunend vor solchen Dramen stehen.

Mein eigenes sehr schwer auszuhaltendes Drama ist die gescheiterte Beziehung zu einer Borderlinerin, die eben nicht anders kann als sie kann, was aber nichts entschuldigt... ich habe sie sehr ehrlich und aufrichtig geliebt, was aber nicht geholfen hat am Ende nun doch vor einem kompletten Scherbenhaufen zu stehen.

Was mich aber auch tröstet ist - angeb-Modus an - mein Studium klassische Philosophie. Wer Thomas von Aquin ließt merkt, dass er die richtigen Worte findet, dass Liebe stets auch Verantwortung ist und Vertrauen, dass Liebe und Verantwortung für Partner und sich selbst von Nöten sind. Wer Liebe empfängt und diese erwidert trägt Verantwortung für den Liebenden, ob er will oder nicht. Das ist quasi die Quittung für das schönste Gefühl dessen Menschen fähig sind.

Der Gesellschaft wird eingeimpft: du bist nur für dich selbst verantwortlich, aber das stimmt nicht. Wenn einem ein Mensch sein Herz schenkt und man einem anderen Menschen sein Herz ebenfalls preisgibt, dann müssen beide einander nicht nur Vertrauen geben, sondern auch die Verantwortung für das Glück und die Zufriedenheit des Partners in der Beziehung erkennen und auch annehmen.

Ich glaube, dass Fremdgehen oftmals deswegen funktionieren kann und das öfter, da die entsprechenden Partner diese Verantwortung völlig ausblenden können oder sie nie erlernt haben. Wer Liebe ohne Verantwortung versucht zu leben, kann die Liebe gar nicht leben. Viele glauben, das streben nach Glück und Glücklichsein ist essenzieller Bestandteil des Lebens und sogar im Mittelpunkt, was letztendlich Narzissmus und schadhaftes Handeln anderen gegenüber mit sich bringt.

Ich glaube aber, dass das "Glück" gar nicht an sich gefunden werden kann, die verzweifelte Suche danach kann nicht Zweck des Lebens sein, sondern dass sich das Glück dann einstellt, wenn ich ein leben so führe, dass es mich glücklich "macht" - und meistens geschieht das nur, wenn man auch andere glücklich machen kann, denn ein einsames und egozentrisches Glück gibt es meines Erachtens nicht.

Dazu muss man erwachsen werden, seine Ziele und Grenzen definieren und auch seinen Platz in der Welt definieren und darauf hinarbeiten, denn die Welt dreht sich um sich selbst und nicht um einen selbst. Selbstverwirklichung ist kein Selbstzweck der jedem zusteht oder bedingungslos umsetzbar ist, egal ob seiner Fähigkeiten, denn sonst wäre ich Astronaut-Milliardär und hätte gerade ganz andere Sorgen.

03.01.2019 17:36 • x 4 #8


Schlaubi009

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Zitat von JoeDiMaggio:
Ich glaube, dass Fremdgehen oftmals deswegen funktionieren kann und das öfter, da die entsprechenden Partner diese Verantwortung völlig ausblenden können oder sie nie erlernt haben. Wer Liebe ohne Verantwortung versucht zu leben, kann die Liebe gar nicht leben. Viele glauben, das streben nach Glück und Glücklichsein ist essenzieller Bestandteil des Lebens und sogar im Mittelpunkt, was letztendlich Narzissmus und schadhaftes Handeln anderen gegenüber mit sich bringt.

Ich glaube aber, dass das "Glück" gar nicht an sich gefunden werden kann, die verzweifelte Suche danach kann nicht Zweck des Lebens sein, sondern dass sich das Glück dann einstellt, wenn ich ein leben so führe, dass es mich glücklich "macht" - und meistens geschieht das nur, wenn man auch andere glücklich machen kann, denn ein einsames und egozentrisches Glück gibt es meines Erachtens nicht.


Ich finde, das ist ein sehr interessanter und ehrlicher Denkansatz! :daumen:

03.01.2019 18:57 • #9


frechdachs1

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Zitat von JoeDiMaggio:

Ich kann kein Paar, keine Frau und keinen Mann mehr ansehen ohne zu denken: auch die sind sich untreu. Ich habe auch gar keine Lust mehr auf eine Beziehung, da man ja eh nur betrogen wird auf Dauer offenbar.



Witzig, oder auch nicht :wink: Nachdem mein Lebensgefährte mich 2 Jahre lang angelogen hat, bzw. Dinge hinter meinem Rücken getan hat, die mich verletzt haben, hatte ich genau das gleiche gedacht. Ich hatte mich dann mit Statistiken übers Fremdgehen, ect. beschäftigt und habe jeden beim Einkaufen mit anderen Augen gesehen.

(Sarkasmus an) Es ist aber nach einigen Monaten bei mir schon sehr viel besser geworden. Nun rede ich mir nur noch ein, das ich wenn ich älter werde sowieso gegen eine jüngere ausgetauscht werde. :lol: Wie du siehst, läuft bei mir :grinsen: (Sarkasmus aus)

03.01.2019 19:05 • #10


JoeDiMaggio

JoeDiMaggio


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Ja super Frechdachs1, das ist genau das, was ich hören wollte (ironie Ende) :-)

03.01.2019 19:09 • #11


Gorch_Fock

Gorch_Fock

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Sehr gut beschrieben, Joe. Liebe und Verantwortung bedingen sich sehr, auch aus meiner Erfahrung. Gerade aber wenn man mit BLs in Kontakt kommt, kann es aber gerade für Menschen mit Verantwortung übel enden. Denn wie Psychopathen packen sie einen bei den eigenen Tugenden. Und das ist das perfide daran.

03.01.2019 19:44 • x 1 #12


JoeDiMaggio

JoeDiMaggio


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Das schlimme und schwere ist, dass der Schock so tief sitzt, dass man gar nicht weiß ob man je wieder vertrauen kann, obwohl man doch eigentlich weiß, wie das geht und dass es geht.

Das ließt man hier überall, aber irgendwie findet keiner eine Lösung, wir armen...

03.01.2019 20:14 • x 1 #13


Schlaubi009

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Zitat von JoeDiMaggio:
Das schlimme und schwere ist, dass der Schock so tief sitzt, dass man gar nicht weiß ob man je wieder vertrauen kann, obwohl man doch eigentlich weiß, wie das geht und dass es geht.

Das ließt man hier überall, aber irgendwie findet keiner eine Lösung, wir armen...


Ich stelle mir das vor wie z.B. mit einen Motorradfahrer, der einen heftigen Unfall unverschuldet erleidet und danach das Vertrauen in die Maschine und seine eigenen Fahrkünste verliert. Die Angst übermannt und hemmt zugleich.

Vermutlich werden alle Menschen früher oder später im Leben enttäuscht, von einem Schicksalsschlag getroffen oder sonstwie negativ "heimgesucht". Manche kämpfen, manche warten, manche gehen aber auch ein oder unter oder verkriechen sich aus Angst, erneut wieder dieses erleben und erleiden zu müssen.

Ein wenig ist es auch so bei mir: Die Trennung und Scheidung war für mich wie ein Asteroideneinschlag mit den begleitenden Nachwirkungen auf Langzeitwirkung. Wenn man den Einschlag überlebt hat, muss man mit den Nachwirkungen und Folgen leben lernen - da bin ich noch voll drin. Einen Neustart, auch jetzt nach 5 Jahren, kann ich mir glaube ich immer noch nicht vorstellen, so sehr ich ihn mir auch wünsche. Es wird vielleicht der Tag kommen, da überwinde ich diese Schwelle. Ansonsten hätte mich die Trennung aka der Asteroid doch zerschmettert und gekillt. Die Zeit wird zeigen, was Oberhand gewinnt.

03.01.2019 20:21 • x 1 #14


JoeDiMaggio

JoeDiMaggio


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Ach Schlaubi!

Immerhin, es gibt offenbar noch die guten und treuen Menschen, auch wenn sie "Opfer" sind.

Ich habe eigentlich eine ziemlich gute Methode, indem ich mich im Kraftsport abreagiere und meine erhabene Nase über ziemlich alles und jeden rümpfe, den ich im Verdacht habe - was nicht gesund ist.

Auf Dauer glaube ich auch daran, wieder Vertrauen zu können, aber sehe es momentan nicht kommen und möchte daher auch keine Frau mit mir in einer Beziehung belasten und auch selbst nicht auf die Suche gehen.

03.01.2019 20:25 • x 1 #15




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