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Kann man einen depressiven Ex zurück gewinnen?

Vergissmeinnich.

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Hallo, vor 2 Wochen hat sich mein freund von mir getrennt. Waren zwar nur ein halbes jahr zusammen, aber das war sehr intensiv. Er hat mich sofort mit zu Familienfeiern genommen und wollte auch meine Familie kennenlernen. Ich bin eigentlich sehr vorsichtig bei gefühlsbekundungen, aber mit ihm fühlte es sich zum ersten mal alles so leicht und richtig an. Mit der Zeit kam ich drauf, dass er Depressionen hat und sich bereits vor 5 Jahren umbringen wollte. Er beteuerte aber wie wohl und geborgen er sich bei mir fühlt und er könne ganz er selbst sein. Mit fiel auf, dass er vor Arbeitskollegen und Freunden auch immer eine gewisse rolle spielte. Also eine Maske trug und sich vor ihnen anders verhielt als vor mir. Er tat zum beispiel so als wäre er Vegetarier?! obwohl das gar nicht stimmt.
Nach einiger Zeit ist auch mir aufgefallen, dass wir nichts mehr Unternehmen. Nur mehr auf der Couch sitzen. Er war immer müde und ihm war alles zu viel. Drei Wochen vor der Trennung hatten wir einen schlimmen Streit. Der kam für mich aus dem nichts und war von ihm künstlich herbei geführt worden. Noch am selben tag rief er mich an, er wolle mich nicht verlieren, es wäre dumm von ihm gewesen. Naja...drei Wochen später das selbe Drama. Da wir nicht zusammen wohnen bin ich zu ihm gefahren und fand ihn in einem bemitleidenswerten Zustand vor. Völlig verheult. Er musste auch Beruhigungsmittel nehmen. Unser Gespräch drehte sich im Kreis. Einerseits will er das ich in seinem Leben bleibe, andererseits kann er die nähe von Menschen gerade nicht ertragen. Er weinte unkontrolliert sobald ich andeutete meine Sachen zu packen und zu gehen. Ich liebe ihn wirklich sehr und es war so hart für mich. Wir redeten noch die ganze Nacht. Hauptsächlich musste ich ihn beruhigen und in den arm nehmen. Am nächsten morgen haben wir uns dann endgültig getrennt.

Eine Woche später haben wir uns in einem Café getroffen. Er hatte noch Bücher von mir die ich in die Universitätsbibliothek zurückbringen musste. Wie schon oft in Foren und Beratungsartikeln gelesen war ich selbstbewusst. Obwohl es nur eine Woche war hatte ich viel zu erzählen. War auf einen kurzurlaub, auf einem Konzert und hatte auch Erfolge im Studium. Alles in allem hatte ich eine gute Fassade aufgebaut um ihn gegenüber zu treten. Doch dann sah ich ihn....ein Häufchen Elend. Er sagte mir er habe die ganze Woche so gut wie nicht geschlafen. War jeden Abend betrunken. Er habe sich auch noch nicht um einen Therapie Platz gekümmert. Es hat mir so weh getan ihn so zu sehen.

Nun habe ich seitdem keinen Kontakt mehr zu ihm. Meine größte angst ist es, dass er sich gleich in eine neue Beziehung stürzt um sich nicht mit seiner Krankheit beschäftigen zu müssen. Hat jemand von euch Erfahrung mit jemanden der so krank ist? Er meldet sich auch nicht bei mir. Ich weiß eine KS von mindestens 5 Wochen wird empfohlen. Aber ich mache mir wirklich sorgen

18.05.2015 15:17 • #1


Mauzki


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Zuerstmal musst du raffen, dass diese Spielerei, die du da aufführst, nicht dazu beiträgt, dass er sich erholt, sondern es schlimmer macht. Dir tut es weh, ihn so zu sehen (wie mag es ihm wohl dabei gehen?), aber gleichzeitig spielst du mit seinen Gefühlen rum, indem du deine Sachen packst und gehst und Kontaktsperren anzettelst? Wenn es dein Wunsch ist, ihn endgültig zu verlieren, dann machst du das gut.

Wenn er dir was bedeutet und du ihn liebst, dann sei für ihn da und vermittel ihm Stabilität, statt wie das Fähnchen im Wind zu sein und ein Hü/Hott anzuzetteln.
Depressionen sind kein Spiel. Der Depressive macht nicht, weil er nicht will, sondern weil er nicht kann. Wenn er seinen Zustand ändern könnte, würde er es tun - niemand ist aus Jux und Dollerei depressiv.

Vielleicht verstehst du das ein wenig besser, wenn du dir vorstellst, du seist schlimm krank und dein Partner sagt zu dir So will ich dich nicht, sei gefälligst gesund oder ich gehe. Und während du im Bett liegst, weil es dir sterbenselend geht, geht dein Partner erstmal schön in den Kurzurlaub und zeigt dir mit allen Mitteln, wie gut es ihm ohne dich geht. Ja, neat. Wer wünscht sich nicht so jemanden?

Also lass die Mädchenzickerei mal in der Kindheit, wo sie hingehört und zeig ihm, dass du ihn auch mit Depressionen liebst und für ihn da bist.

18.05.2015 16:31 • #2



Kann man einen depressiven Ex zurück gewinnen?

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Vergissmeinnich.


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Ich glaube ich habe mich vielleicht etwas schlecht ausgedrückt. Er hat mich verlassen. Ich habe ihm immer wieder gesagt das ich dieses tief mit ihm durchstehen will und das ich einiges aushalten kann. Aber er wollte es mir nicht zumuten weil er denkt er könne mich nicht glücklich machen weil er sich selbst nicht glücklich machen kann. Für mich ist es nicht einfach gewesen meine Sachen zu packen, aber es gibt nunmal keine Beziehung-light. Er meint er wisse nicht ob er vielleicht in einem Monat wieder alles in frage stellt. Er könne seine Gedanken im Moment nicht ordnen. Ich denke nicht das ich zickig gehandelt habe. Ich habe seinen Wunsch respektiert. Soll ich mich jemanden aufzwingen der mich nicht haben will? Er weiß das er sich jederzeit bei mir melden kann. Und ganz ehrlich leide ich sehr und vermisse ihn wahnsinnig. Will ihn aber nicht unter Druck setzen und ihn mit Nachrichten bombardieren.

18.05.2015 16:52 • #3


Tiefes Meer

Tiefes Meer


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Zitat von Vergissmeinnicht:
Aber er wollte es mir nicht zumuten weil er denkt er könne mich nicht glücklich machen weil er sich selbst nicht glücklich machen kann.
Damit hat er vermutlich sogar Recht. Depressive machen ihre Partner nicht glücklich. Sie haben zu sehr mit sich selbst zu kämpfen.

Zitat von Vergissmeinnicht:
Meine größte angst ist es, dass er sich gleich in eine neue Beziehung stürzt um sich nicht mit seiner Krankheit beschäftigen zu müssen.
Es ist Deine eigene Unsicherheit und Dein angeknackstes Selbstwertgefühl, das diese Angst auslöst. Wenn Du ihn Dir vor Augen rufst, wie er beim letzten Kontakt war - glaubst Du dann ernsthaft, dass er in der Verfassung ist, andere Frauen zu beflirten ?

Zitat von Vergissmeinnicht:
Ich habe seinen Wunsch respektiert. Soll ich mich jemanden aufzwingen der mich nicht haben will?
Da stimme ich zu. Eine Depression ist zwar eine schwere Krankheit, bedeutet aber nicht, dass jemand unmündig ist.

Zitat von Vergissmeinnicht:
Er weiß das er sich jederzeit bei mir melden kann.
Wenn er sehr depressiv ist, ist das blanke Theorie. Dann kann er nicht auf Dich zugehen.

Zitat von Vergissmeinnicht:
Und ganz ehrlich leide ich sehr und vermisse ihn wahnsinnig. Will ihn aber nicht unter Druck setzen und ihn mit Nachrichten bombardieren.
Es gibt einen Unterschied zwischen jemanden mit Nachrichten zu bombardieren oder den Kontakt aufzunehmen, weil man sich Sorgen macht, hören möchte, wie es dem anderen geht. Aber da Du ihn liebst und unter der Trennung leidest, ist natürlich guter Rat teuer. Du kannst eben auch nicht von Beziehung auf Freundschaft umschalten, nur weil er jetzt eher eine gute Freundin braucht als eine Partnerin.

Wissen eigentlich seine Angehörigen bzw. Freunde, dass seine Depression wieder so stark aufgeflammt ist ?

Liebe Grüsse

18.05.2015 17:26 • #4


Vergissmeinnich.


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ich hatte selbst mal eine depressive phase (keine ernsthafte depression so wie er) und ich denke du hast recht damit, dass er nicht von sich aus auf mich zugehen kann. dennoch werde ich ihm die zeit geben sich mit sich selbst zu beschäftigen.

ich habe in der zeit in der wir zusammen waren auch seine mutter sehr lieb gewonnen. meine eigene familie wohnt 300km weit weg und so fühlte sie sich wohl auch mir gegenüber ein bisschen mütterlich. jetzt im nachhinein betrachtet hat sie wohl auch gehofft ich könnte ihrem sohn helfen. ich bin nämlich eigentlich ein sehr positiver mensch und sehe nicht so schnell schwarz wie er das tut. ich habe mich am ende der beziehung noch via whats app bei ihr für alles bedankt und ihr gesagt das ich sehr traurig über das aprupte ende der beziehung bin. ich habe ihr auch gesagt das ich mir sehr große sorgen um ihren sohn mache und hoffe das es ihm bald wieder besser geht. als ich mich mit ihm wie bereits gesagt im café getroffen habe, hat er mir auch versichert das er viel mit seinen eltern darüber spricht.

mir ist leider auch bewusst das er so etwas wie richtige enge freundschaften nicht hat. er behauptet zwar immer dieser und jener wären seine aller besten freunde...aber davon habe ich während der beziehung leider nichts gesehen. deshalb bin ich doch sehr froh das er zumindest mit seiner mutter eine enge beziehung hat.

während des trennungsgespräches hat er auch gemeint er habe noch nie mit jemanden so offen sprechen können und auch seinen besten freunden noch nie von seinen selbstmordgedanken erzählt. er hasse sich selbst dafür, dass er sich alles schöne selbst kaputt macht.
vorallem ist es halt für mich (wie sicher für jeden in einer trennungsituation) sehr schwer...er hat mir am tag zuvor noch gesagt wie sehr er mich liebt. somit kam das alles einfach aus heiteren himmel für mich. vielleicht wollte ich die anzeichen auch nicht sehen....vielleicht ist es auch gar nicht möglich einen depressiven menschen zu durchschauen weil er ja selbst nicht weiß was los ist.

18.05.2015 17:49 • #5


Tiefes Meer

Tiefes Meer


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Hallo Vergissmeinnicht,

gut zu lesen, dass seine Mutter einen guten Draht zu ihm hat und jetzt auch Bescheid weiss. Da ist er sicher in den besten Händen.

Depressionen sind eine Krankheit, bei der man sich sehr um sich selber dreht. Hoffnungslosigkeit, Ängste, Scham, es nicht besser hinzukriegen belegen die Betroffenen mit Beschlag. Dazu noch der fehlende Antrieb. Das alles verträgt sich mit Freundschaften nicht besonders gut.

Dazu kommt noch, dass die meisten Leute über diese Krankheit nicht soviel wissen, obwohl sie so weit verbreitet ist. So kann einem Depressiven der fehlende Antrieb schnell als mangelndes Interesse am Gegenüber ausgelegt werden - was ja auch nicht so ganz verkehrt ist. Nur dass der Kranke nichts dafür kann.

Wofür er aber was kann, ist sich Hilfe zu holen.
Hoffentlich schafft er das.

Ich finde, Du gehst mit dem Thema und der Trennung sehr gut und reflektiert um. Habe grade mal in Dein Profil gelinst. Du bist erst 25 ? Du wirkst auf mich viel reifer. Kompliment.

Ich drücke Dir sehr die Daumen, dass er sich berappelt und dass es vielleicht in ein paar Wochen doch noch was wird. Obwohl ich echt nicht weiss, ob ich es Dir wünschen soll. Denn wenn er schon seit 5 Jahren mit der Krankheit zu tun hat, dann wird eine Therapie sicher nicht von heute auf morgen helfen. Und einen depressiven Partner zu haben, ist ein ganz harter Ritt bei dem man selber schnell unter die Räder geraten kann.

Sorge auf jeden Fall weiter so gut für Dich wie Du es bis hierhin getan hast.

Liebe Grüsse

18.05.2015 18:38 • x 1 #6


Swetty


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An Vergißmeinnicht:

Mein Freund hat sich vor 11, na ja, jetzt sind es schon 12 Wochen, von mir in einer Krise getrennt, weil er angeblich in einer tiefen Depression stecke, deshalb gab er uns nach wundervollen 8 Jahren nach einer Krise keine Chance mehr. Doch nun musste ich erfahren, dass er trotz dieser Depression in der Lage war, eine neue Beziehung aufzubauen. Ich weiß nicht, ob man alles mit einer Depression entschuldigen kann, so sehr ich diesem Krankeitsbild auch Respekt schulde, weil man sich glücklich schätzen kann, in so etwas nicht zu stecken und nicht zu wissen, was einem wirklich helfen kann. Doch ich frage mich, kann man den anderen betrügen, weil man eine Depression hat oder macht das eine Depression aus einem? Da ich keine Antworten, keine Erklärungen bekomme, sondern nur den Klassiker, dass es nicht so ist, wie es sich für mich darstellt, dass er die neue zwar kennengelernt habe, aber sich nicht DAS daraus entwickelt habe, schickt ihr aber eine Mail mit den Worten Hallo Liebes und endet mit meine süße Tanzmaus, ist man dazu in einer Depression in der Lage oder versucht man nur seine Feigheit zu kaschieren? Ich habe keine Ahnung und würde es doch so gerne verstehen.

18.05.2015 18:43 • #7


Tiefes Meer

Tiefes Meer


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Hallo swetty,

Du hast zwar an Vergissmeinnicht geschrieben, aber ich hoffe es ist ok, wenn ich antworte.

Ich hatte in meinem Leben mit mehreren depressiven Menschen zu tun. Eine Zeitlang habe ich mich echt gefragt, ob ich die anziehe oder ob heutzutage jeder zweite depressiv ist.

Depressionen sind unterschiedlich schwer.
Und so ist auch der Bewegungsraum, den die Erkrankten haben, unterschiedlich.
Depressionen haben auch nichts damit zu tun, ob ein Mensch grundsätzlich feige ist, wie wohl auf Deinen Ex zutrifft und nebenbei auch auf meinen.

Mein eigener Ex war in den letzten Jahren unserer Beziehung auch depressiv und so wie Deiner hat er es trotzdem locker geschafft hinter meinem Rücken mit einer anderen anzubandeln. Es war aber nicht die Depression, die ihn dazu gebracht hat. Es war auch nicht die Depression. warum er so feige war. Die Depression war bei ihm nur ein Symptom eines tiefer liegenden älteren Problems. Genauso wie seine Angst vor Konflikten, genauso wie das Ausbrechen aus unserer Ehe.

Allerdings - mein Ex war nie dieses Häuflein Elend, was Vergissmeinnicht da beschrieben hat. So einen Menschen kenne ich auch und ich bin sicher, dass dieser nicht in der Lage ist, irgendjemandem fremdzugehen. Er ist einfach aufgrund der Schwere seiner Erkrankung nicht in der psychischen Verfassung dazu.

Viele Grüsse

18.05.2015 19:11 • #8


Vergissmeinnich.


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danke Tiefes Meer für deinen kommentar. ich habe selbst manchmal den gedanken, es wäre besser für mich wenn diese beziehung keine zweite chance bekommt. ich habe selbst gemerkt das meine stimmung sehr von seiner laune abhing und ich alles andere ziemlich schleifen lies. inklusive mich selbst. allerdings habe ich dann doch wieder tiefe sehnsucht nach ihm und hoffe einfach, dass alles wieder gut wird. aber wie du sagst...er steckt da wirklich sehr tief drin und wurde anfangs leider nur mit medikamenten behandelt. ich habe aber das gefühl das er dringend jemanden zum reden braucht, der ihm hilft seine gedanken zu ordnen. auch wenn ich mit ihm vielleicht nicht mehr glücklich werden kann und sicher noch einige zeit an unserer trennung zu knabbern habe, wünsche ich ihm das es ihm irgenwann gut geht und er eine richtige beziehung führen kann. ohne das ständige gefühl der leere.

liebe swetty, ich bin leider kein psychologe aber ich weiß das depressionen durch einen vorfall ausgelöst werden können. Zum beispiel durch den tod eines geliebten menschen oder durch verdrängte erinnerungen aus der kindheit. ich habe mich etwas mit dem thema beschäftigt und auch gelesen, dass depressive partner am beginn der beziehung oft alles sehr schnell und sehr intensiv wollen. zusammenziehen, eltern vorstellen, jeden tag sehen, offiziell ein paar sein etc....genau das traf auf meine beziehung auch zu. es war alles sehr schnell und sehr intensiv.
ich kenne deinen ex partner nicht, aber falls er wirklich eine depression entwickelt hat wird er bestimmt auch mit seiner neuen nicht auf die dauer glücklich sein. falls es nur ein vorwand war ist es sehr feige und ungerecht diese krankheit vorzuschieben.

18.05.2015 19:14 • #9


Gast82173


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Vergissmeinnicht,

sei so gut und fange erst gar nicht mit der Rolle des Co-Therapeuten an. Das ist nicht Dein Job. Und stelle das Helfersyndrom ab.

Damit schadest Du Dir und ihm nämlich am meisten.

Schlimmstenfalls endest Du in einer Co-Abhängigkeit, deren ersten Anzeichen Du bereits erkennen lässt.

Du wirst je nach Stimmungslage die Rolle der Mutter, der großen Schwester, der bösen Hexe, der Therapeutin, der völlig unverständlichen fremden Person etc. einnehmen; aber niemals für einen langen Zeitraum den einer gleichwertigen Partnerin. Und Du wirst Dich seinen Launen und Stimmungen anpassen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Forsche mal Deinen Gefühlen nach, wieviel davon tatsächlich Liebe ist und wieviel davon Mitleid, Beschützerinstinkt, Mutterinstinkt ist. Liebe heisst auch Grenzen ziehen können. Das wirst Du nicht schaffen, schon jetzt ist es zuviel für Dich.

18.05.2015 19:28 • x 1 #10


Vergissmeinnich.


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jah du hast eh recht...ich habe mich sehr oft zurückgenommen nur um ihn bei laune zu halten. habe sehr viel durchgehen lassen ohne was zu sagen, damit es ihm gut geht. so sollte eine partnerschaft nicht sein. zumindest nicht ständig. es sollte ein geben und nehmen sein...

ich danke euch sehr für eure kommentare. ihr habt mir viel zu denken gegeben. es ist ja mein erstes mal, dass ich wirklich in einem forum aktiv werde, hätte nicht gedacht das es wirklich so eine große hilfe ist, andere meinungen als die von familie und freunde zu hören.

18.05.2015 19:38 • #11


frauantje


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Hallo,
ich bin seit über 20 Jahren mit einem Mann verheiratet ( und seit letztem Jahr getrennt lebend) der sowohl schwere depressive Phasen und auch manische Phasen hatte. Die depressiven Phasen waren immer mit Suizid Gedanken verbunden, extremer Antriebslosigkeit, Müdigkeit, er war überempfindliche , sah alles negativ usw. ..
Du wirst da ähnliches erlebt haben.Ich hatte vorher nie etwas mit Depressionen zu tun gehabt und was damals davon überzeugt, das schaffen wir schon.....Ich hatte damals auch überhaupt keine Ahnung davon, wie sich diese Situation mal auf mich und unsere Kinder auswirken würde. Ich machte mir schreckliche Sorgen um ihn, hatte Angst dass er vor den Zug springt, sich im Treppenhaus erhängt und wusste überhaupt nicht, wie ich mit der Situation umgehen sollte. Vieles was ich dann gemacht habe, war gut gemeint-aber sicherlich nicht immer hilfreich. Aufmunterungen, Pläne schmieden und derartige Aktionen nützten wenig. Zum Glück haben wir damals einen guten Psychiater gefunden und dort einen Termin bekommen, das war ein erster Schritt.
Ich kann Die nur raten, denk an Dich selber und Lass Dich nicht in den Sprudel der Depressionen hineinziehen-Depressionen können ansteckend sein.
überlege Dir gut, was Du an diesem Mann aufrichtig liebst und suche für Dich nach Möglichkeiten einen Ausgleich zu finden. Such Dir Hilfe und Rat bei Selbsthilfegruppen oder hier.
Je offener Ihr mit der Depression umgeht und darüber sprecht, desto leichter fällt es, mit dieser Erkrankung umzugehen.

UND DENK IMMER DARAN :

Depressionen gehen wieder vorbei !

( Auch bei meinem Mann gingen diese Phasen vorbei......er wurde dann irgendwann wieder stark manisch, aber das ist eine andere Erkrankung und eine andere Geschichte)

Pass gut auf Dich auf !

Lieber Gruß Antje

18.05.2015 20:58 • #12


Viola Regenboge.


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Hallo!
Ich hab ähnliches durchgemacht, bzw mache dies durch. Es geht um meine Neverending Story, die inzwischen seit drei Jahren geht ! Wir haben uns kurz nach meiner Trennung kennengelern, deshalb habe ich es auch sehr langsam angehen lassen. Ich wollte am Anfang keine Beziehung, es war einfach schön bei ihm zu sein. Nach ca. 8 Monaten, hat er mir dann gestanden, dass er sich in mich verliebt hat, aber nicht weiß ob er eine Beziehung führen möchte. Ich war zu dem Zeitpunkt schon bis über beide Ohren verliebt in ihn, was ich ihm auch zeigte, bis zu dem Zeitpunkt aber noch nicht gesagt hatte. Es Folgte eine sehr harmonische gemeinsame Zeit, und ich hatte wirklich hoffnungen an eine Gemeinsame Zukunft. Dann kam plötzlich der erste Bruch. Er zog sich immer mehr zurück. Seine Gründe: Stress in der Schule, -zukunftsängste Je mehr er sich zurückzog, desto mehr klammerte ich und es kam letztendlich zur ersten Trennung. Nach ein Paar Wochen gelegentlichen Kontakt wurden unsere Treffen wieder intensiver, bis ich ihm wieder zu nahe kam, und es kam wieder zur Trennung. Das ganze geht jetzt seit 3 Jahren so. Zwischenzeitlich hatte er sogar eine andere, kam aber nach scheitern wieder zu mir zurück. Inzwischen ist er in Therapie, wegen Depressionen wie er sagt. Er meint, er kann nicht für einen anderen Menschen da sein, er muss nach sich schauen. Und es tut ihm gut, das ich nur für ihn da bin Für mich heißt das : Geben , Geben, Geben ohne was zurückzubekommen. Ich war eben immernoch verliebt, und dachte zu dem Zeitpunkt, das wir schon eine Beziehung führten. Also: Ich regelte seine Telefonate beim Arbeitgeber, Ärzten, schrieb neue Bewerbungen, tröstete ihn, baute ihn auf, schlief mit ihm, wenn er es wollte. Langsam begann es ihm wieder besser zu gehn. Und je besser seine Grundstimmung wurde, desto weniger meldete er sich bei mir.
Vor ein Paar Tagen kam es wieder zum Bruch. Er ließ plötzlich keine Nähe mehr zu, keine Umarmung, kein Kuss, kein nettes Wort, nichts. Ich konnte einfach nicht mehr, ich musste es Ansprechen! Ich fühlte mich zurückgewiesen, benutzt, ausgelaugt.
Und dann der Satz von ihm der alles an meinem Denken veränderte: Ich dachte wir wären nur Freunde! Du weißt doch, das ich das nicht kann! Tja, das war einfach zu viel.

Er hat mich benutzt um sich aus seinem Loch rauszuziehen, mehr nicht.

Es kam zum Streit, ich war verletzt, begann zu weinen und :
Ja, selbstverständlich weiß ich, das Depressionen eine schwere Krankheit sind, aber da er mit mir keine Beziehung führen will, kann ich für ihn nicht mehr in dem Ausmaß da sein. Es macht mich kaputt. Das hab ich ihm auch gesagt, (und noch ein paar andere nicht nette Dinge) Dann warf er mich raus. Nun ist Kontaktsperre. Das seltsame ist, ich habe deswegen ein Schlechtes Gewissen! Hätte ich anders reagieren sollen? Andererseits: Aber nach all dem was war, mich so abzufertigen, ist zuviel.

Jetzt versuche ich mich nicht mehr für ihn verantworlich zu fühlen. Immoment geht es ihm ja wieder gut. Er brauch mich nur wenn es ihm schlecht geht.

Und das erste Mal seit drei Jahren, bin ICH wütend auf ihn. Trotzdem ist diese Doppelmoral da, die Enttäuschung darüber, das er nur ein Freund von mir sein will. Es ist alles gesprochen zwischen uns, nun muss ich ihn vergessen. Es tut unglaublich weh.

19.05.2015 21:36 • #13


valentina


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Frau Antje, super Beitrag! Du hast wirklich einen klaren Blick.

Ich bin so eine depressive Person. Habe die Beziehung sehr damit belastet. Depressive oder manische Phasen...selten mal ein Gleichgewicht...Auf Dauer für die Angehörigen sehr zermürbend.
Ich glaube, was die Partner von Depressiven lange Zeit motiviert zu helfen...ist dass sie glauben, gemeinsam können wir die Krankheit bewältigen...
Siehe Frau Antje...nach 20. Jahren war es noch immer nicht überwunden. Das kann die Partner ebenfalls in eine Depression führen. Eine Art Erschöpfungs- oder Kapitulationsdepression. Sie kapitulieren vor dieser beschi*** Krankheit.
Meine große Liebe hat mich verständlicherweise nach Jahren des Kampfes verlassen. Ich werde nie seinen liebenden aber tief verzweifelten Blick vergessen. Die Tränen schossen ihm aus dem Gesicht und er sagte Warum kannst du nicht endlich glücklich sein?! Er liebte mich sehr als er ging. Das war unverkennbar aber ich meldete mich nicht mehr bei ihm. Wollte ihn nicht mit hinunter ziehen. Das war mein Liebesbeweis.
Sucht euch glückliche Menschen Leute...Menschen, die auch mal neben- oder vor euch laufen...nicht dauernd hinter euch einknicken. Wenn man sehr jung ist, denkt man ach die Liebe wird es richten...Aber man verliert Zeit und den Mut....Und viel Freude...Eine Beziehung sollte gerade in der Anfangszeit einfach leicht sein und von alleine laufen...Das Leben selbst bringt genug schweres mit sich...Wenn es nicht die absolute Liebe ist, bürde es dir nicht auf.

19.05.2015 22:11 • x 1 #14


valentina


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@Viola Regenbogen

das klingt nicht nur nach Depressionen sondern nach einem sehr egoistischen, narzisstisch angehauchten Verhalten. Bitte nicht mit NPS verwechseln (weil hier im Forum so viel die Rede davon ist). Immer wenn du ihn aufgebaut hast, wendet er sich ab und sucht sich zuweilen noch eine andere Frau....Vielleicht rechtfertigt er dieses egoistische Verhalten auch mit seinen Depressionen?

19.05.2015 22:16 • x 1 #15



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