physamin
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Ich 41, keine Kinder, gutbezahlter Job mit Sinnkrise und eingeschlichener Depression seit 1 Jahr
Sie, 39, zwei Kinder die beim Ex-Mann leben, nur die Tochter (12) kam regelmässig (alle 2 Wochen) zu uns, zum Sohn seit Jahren kein Kontakt mehr, berufstätig in der Pflege mit Wechselschicht und Wochenendarbeit
3 Jahre und 10 Monate hat die Beziehung gedauert und war dann von ihr aus schlagartig (gefühlt) beendet worden am 29.10. diesen Jahres
Jetzt die etwas längere Story
Ich gehe gerade gefühlt durch die Hölle, weiss gar nix mit mir anzufangen und habe vor ein paar Wochen auch suizide Gedanken gehabt. Mittlerweile bin ich in psychotherapeutischer und psychatrischer Behandlung, versuche so gut es geht meinem Beruf nachzukommen. Wir haben uns sicherlich gestritten, grosser Fehler bei beiden war dass wir uns nie auf eine Streitkultur einigen konnten, die Konflikte wirklich löst sondern immer nur verschoben/verdrängt hat. Die Konflikte als solche würde ich aus meiner Sicht als banal betrachten, habe allerdings aufgrund meiner depressiven Veränderung oft gereizt und launisch reagiert. In der Regel war es auch so, dass sie sich im Nachgang immer entschuldigt hat, ich dies als Eingeständnis verbucht habe und mir meiner Sache sehr sicher war.
Das hat sich dann Ende Oktober bei ihr total entladen, wie eine Explosion. Wir haben uns Dienstags abends gestritten, der Streit ist als solches gar nicht bei mir angekommen weil mir die Empathie felhte ihre Not zu erkennen (es ging um füreinander Zeit haben, fehlender Sex, habe ihr nur Vorwürfe uum die Ohren gehauen). Mittwochs sagte sie dann "es ist Schluss, wir gehen von hier an getrennte Wege".
Die Trennungsphase bislang ist ein Horrortrip für mich, wir haben uns seitdem so gut wie gar nicht mehr gesehen, nur das nötigste was man halt macht wenn eine gemeinsame Wohnung besteht. Sprich, sie hat Anfang November noch ihren Geburtstag dort gefeiert (ich war nicht dabei), danach hat sie mit einer Ausnahme über 3-4 Wochen bei Arbeitskollegen gelebt und seit dem 01.12.2013 eine eigene Wohnung. Wir haben fast alles organisatorische bereits getrennt (Versicherungen, Zeitschriften, Vollmachten, Patientenverfügungen, etc.), finanziell sollten wir auch sauber sein, ihre Katze ist zu der Tocher abgegeben worden, Möbel und Hausrat ist auch einigermassen getrennt worden.
Seit diesem besagten Tag ist sie ein totaler Eisklotz, lässt nichts an sich heran und erst recht nichts heraus. Kein klärendes Gespräch, keine helfende Hand, kein Anzeichen von Trauer, keine Träne. Sie lebt plötzlich wie eine Leuchtrakete auf, ist permanent aktiv und lacht und freut sich mit der Welt. Auf der anderen Seite teilt sie mir nichts mit, wie es geht, was sie macht, was sie bewegt. Es gibt auch nicht den Ansatz noch einmal über das vergangene gemeinsam sprechen zu wollen, ihre Kommunikation beschränkt sich auf das nötigste.
Will ich diese Frau eigentlich zurück? Ja, will ich. Punkt. Und das nicht aus dem verletzten Stolz heraus, aus Einsamkeit oder Sehnsucht begründet. Wenn ich mir ein Bild von ihr anschaue, ist kein Gefühl in Richtung Wut, Trauer, Schmerz zu spüren, es wird mir einfach nur warm ums Herz (und die Tränen fliessen).
Ich habe ihr einen Brief geschrieben, ist ca. 3 Wochen her und ihn jeden Tag gelesen, gesucht ob mir irgendetwas an den 25(!) handgeschriebenen Zeilen falsch vorkommt. Ich habe nichts gefunden, ihn diese Woche Montag abgeschickt und explizit darum gebeten dass ich ihn ihr gerne vorlesen möchte. Auch endete der Brief mit einer Frage. Zitat:
"Ich möchte dich fragen, gern persönlich fragen und auch mein Gesicht dazu zeigen, gibst du dir und mir - uns - eine Chance an dieser Stelle gemeinsam stehenzubleiben und zu überlegen ob du und ich die Kraft haben daran zu arbeiten von diesem Punkt gemeinsam weiterzugehen?"
Ihre Antwort kam dann per SMS (wie ich dieses Medium hasse!) am Mittwoch morgen:
"Guten morgen ****, vielen Dank für deinen Brief, er kam gestern an und ich hab ganz gelesen. Bitte gib mir etwas Zeit. Ich verspreche dir aber, dass ich auf jeden Fall zurückschreibe. Liebe Grüße ****"
Ich Trottel hab halt darauf geantwortet, dass ich mich gerne mit ihr treffen möchte, egal ob die Antwort die ist die ich erhoffe oder fürchte, woraufhin von ihr nichts mehr kam.
Und da sitze ich nun und weiss nicht ein noch aus. Meine Finger zittern wenn ich nur das Handy in die Hand nehme, ob sie sich denn gemeldet hat. Denke pausenlos an sie und finde keinen rechten Weg mich mit der Situation auseinanderzusetzen. Ich mache ihr keine Vorwürfe zu der Trennung, die Fehler habe ich in der Hautpsache gemacht, nur komme ich mit dieser 180° Wendung nicht klar. Kann man sich so in einem Menschen täuschen? Sie hatte mir vor einem Jahr noch auf Knien gesagt, dass sie sich so meinen Heiratsantrag vorstellen würde, niemand aus dem Freundeskreis hat diese Trennung kommen sehen, es gibt keinen anderen (zumindest zum Zeitpunkt der Trennung nicht, jetzt weiss ich es halt einfach nicht). Jetzt brechen mir auch noch andere Konstanten im Leben weg (Freunde, ihre Familie) und um es auf den Punkt zu bringen: Ich bin mit meinem Latein am Ende.
Ich freue mich über tröstende Worte oder Ratschläge,
Physamin