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Keine Freunde im Leben

M
Zitat von Schattenseite:
@merretich ja, da hast Du recht!

ich merke das sogar im beruflichen Umfeld.
Ich hatte dieses Jahr paar Bewerbungen laufen weil ich meine eine feste Stelle wechseln will.
Drei Arbeitgeber haben mich nach der Bewerbung hingehalten, blieben mehrere Wochen unklar, sagten aber auch nicht ab. Auch auf Nachfrage kein klares Ja oder Nein oder Verhandeln nur schwammiges und auch so, dass ich mich wohl ewig verfügbar halten sollte. Benching nennt man das.
Richtig asozial.
Jetzt hatte ich zwei Angebote die sofort zu Gesprächen um zu schauen ob es passt, und einem Vertragsangebot führten. Da muss ich mich jetzt noch entscheiden.
Aber ich stelle fest: benching, ghosting und diese ganzen Spielchen haben auch den Arbeitsmarkt und Freundschaften erreicht.
Ich kannte das vorher nur als Begriffe vom daten 😜

x 2 #286


M
Zitat von Felica2024:
Sind ja manchmal schon diese schwammigen Antworten auf Fragen wie: hast Du morgen Zeit? Ich denke schon.... Statt eines einfachen Ja.

Ein klares Ja macht halt verletzlich.
Man priorisiert und kommt entgegen, kurz wird verbindlich.
Aber ohne das funktioniert ja keine Beziehung egal welche Ebene.

x 3 #287


A


Keine Freunde im Leben

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Zitat von Catalina:
Ich bin in der gleichen Situation wie du, was die Rente angeht. Finanziell ist es dadurch auch nicht so rosig, so dass kostspielige Hobbys oder Unternehmungen eher nicht so drin sind, zumindest nicht regelmäßig. Das schränkt die Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen, auch wieder ein. Ich weiß nicht, ob ich für ...

Ich weiss nicht...wenn Leute nur von ihrem Job reden oder teuren Reisen die sie gemacht haben, sind das für mich keine echten Freundschaften, sondern Prahlerei und Selbstdarstellung. Also eher oberflächlich und small talk.
Wenn es um den Job geht ist es oft auch Gemeckere.
Viel interessanter ist doch wenn jemand von sich erzählt, sein Leben, Familie oder anderes.

x 4 #288


S
@merretich klar, die „Generation Unverbindlich“ sitzt inzwischen auch schon im Chefsessel und damit am längeren Hebel…

x 1 #289


M
Zitat von Schattenseite:
@merretich klar, die „Generation Unverbindlich“ sitzt inzwischen auch schon im Chefsessel und damit am längeren Hebel…

Welche Generation meinst Du genau?
Weil so alt bin ich ja nicht (Anfang vierzig), trotzdem habe ich seit paar Jahren das Gefühl, dass die Regeln aus meiner Kindheit und meinem frühen Erwachsenenalter nicht mehr so den Wert haben.
Oder vielleicht sollte ich es anders ausdrücken: viele Menschen fordern Verbindlichkeit, Respekt und Entgegenkommen, aber arbeiten nicht dran, es selbst zu leisten. Das kann ja nicht funktionieren.

Im professionellen Kontext- noch dazu arbeite ich im sozial-medizinischen Bereich- finde ich es einfach nur unprofessionel. Da wäre Minimum meiner Meinung nach zu sagen: wir sagen Ihnen bis Tag X Bescheid.
Wenn es noch was zu klären gibt, was ja sein kann.

Ich hab ja letztes Jahr noch n Strang hier aufgemacht, weil eine Freundschaft an dieser unverbindlichen respektlosen Art gescheitert ist. Und dann hab ich es plötzlich im Bewerbungsprozess WIEDER.
Oder jetzt bei der Wandergruppe.
Offensichtlich tu ich mir schwer, das zu akzeptieren.
Einfach weil ich finde wir sind Menschen und sollten halbwegs menschlich miteinander umgehen.
Vielleicht muss ich mich damit trotzdem irgendwie anfreunden.
Manchmal hat man so ein Thema das einen plötzlich von allen Seiten her anspringt 😜

x 1 #290


S
@merretich Genau eingrenzen kann ich fas nicht; bin Mitte Vierzig und auch noch ganz anders erzogen worden. Aber seit Jahren erziehen ja viele Kinder ihre Eltern und nicht andersrum. Den Kleinen wird früh vermittelt, ihre Meinung sei Gesetz und Warten oder Verzichten wird vermieden. Somit kann keine hohe Frustrationstoleranz entwickelt werden. Risiken werden möglichst nicht eingegangen und dazu gehört eben auch Verbindlichkeit.

x 1 #291


M
Zitat von Schattenseite:
@merretich Genau eingrenzen kann ich fas nicht; bin Mitte Vierzig und auch noch ganz anders erzogen worden. Aber seit Jahren erziehen ja viele Kinder ihre Eltern und nicht andersrum. Den Kleinen wird früh vermittelt, ihre Meinung sei Gesetz und Warten oder Verzichten wird vermieden. Somit kann keine hohe ...

Interessant!
Weil die Arbeitgeber die das betraf, diese ehemalige Freundin oder jetzt die Organisatorin der Wandergruppe zB sind sogar alle älter als ich.
Daher dachte ich bisher eher, es wäre tatsächlich die Digitalisierung mit den vielen Reizen, Optionen und Möglichkeiten, und dass viele so gestresst und überfordert sind, die das so befeuert.
Für mich besteht die Übung vermutlich darin mich nicht mehr aufzuregen, aber entsprechend konsequent zu sortieren wenn sich das häuft. Wie bei den Jobs jetzt.
Allerdings finde ich tatsächlich egal auf welcher Ebene (Freunde, Bekannte, Verein, Partnerschaft oder Job) macht das keinen Spaß wenn jeder nur mehr seinen Egolaunen folgt.
Weil es muss ja niemand eine Wanderung organisieren. Ich bin auch gut genug qualifiziert dass eine klare Job Absage null Problem darstellt. Aber dieses offen halten, benchen, erst zu und dann kurzfristig absagen, verfügbar halten für sonstwas ohne sich zu verpflichten etc finde ich einfach unmenschlich. Weil null das Gegenüber und seine Zeit und Ressourcen berücksichtigt. Asozial halt.

x 1 #292


Frau_Stern
Ich glaube wirklich, dass ich innerlich so weit bin, gar nicht mehr in diese Resonanz zu anderen gehen zu wollen. Heute hat mich in der Stadt mein ehemaliger Nachbar gegrüßt und erwartungsvoll geschaut...ich dachte innerlich "klar ginge reden...aber wozu noch einen auf nett und verbindlich machen, wenn das eh nur zu Umständen führt?" Ich bin weitergegangen nach einem Nicken.
Ich finde es mittlerweile anstrengender, etwas "mit Leuten " zu planen als einfach alleine loszuziehen. Keiner sagt ab, keiner sagt "...aber ich...", keiner hetzt oder schleicht herum....alleine ist effizienter. Mir sagte jemand "...diese Freundschaften, die du meinst, gibt es doch nicht. Das hatte man früher mal, da war das wichtig. Heute ist das nicht mehr so..."
Gut, dann halt nicht.

x 1 #293


M
Zitat von Frau_Stern:
Ich glaube wirklich, dass ich innerlich so weit bin, gar nicht mehr in diese Resonanz zu anderen gehen zu wollen. Heute hat mich in der Stadt mein ehemaliger Nachbar gegrüßt und erwartungsvoll geschaut...ich dachte innerlich "klar ginge reden...aber wozu noch einen auf nett und verbindlich machen, wenn das eh ...

welcher Jahrgang bist Du?
Ich persönlich fände es traurig alles alleine zu machen. Obwohl ich sehr autonom bin. Aber das Bedürfnis sich gemeinsam zu freuen, gemeinsam was zu erleben und dann drüber zu reden ist doch ein sehr menschliches!

Aber ich hatte auch schon Phasen im Leben, da sind ganze Freundeskreise von mir abgefallen. Nicht weil ich verschwunden bin sondern zB einfach weil ich erstmalig Grenzen gesetzt habe und dem Gegenüber diese Version von mir nicht mehr so gut gefallen hat 😇 weil ich manches nicht mehr mitgespielt habe oder so getan als wäre es egal.
Genau das hatte ich auch schon mit romantischen Beziehungen.

Und dann finde ich es total legitim, sich mal auf die Seitenlinie zu setzen, zu überlegen was man noch zulassen will und was nicht und sich eine Pause zu gönnen. Meist ist das ja ein begrenzter Zeitraum. und dann begegnet man vielleicht jemand und bekommt Lust auf Kontakt, weil es sich richtig anfühlt und die alten Trigger weg sind.

Was ich AUCH feststelle, dass meine Toleranz was asoziales und *beep* Verhalten angeht seit drei oder vier Jahren sehr sehr schrumpft. Ich glaube aber vielen Frauen in meinem Alter geht das so. Östrogen nimmt ab und damit auch der Freundlichkeits- und Vergebungszwang und der Anpassungsdrang.
Vieles was ich früher weggelächelt hätte oder anderen zuliebe ignoriert habe, konfrontiere ich jetzt (zwar freundlich) aber doch unmissverständlich. Das schränkt dann automatisch die Auswahl ein auf Leute, die das aushalten.

Was MEIN Thema mit der Unverbindlichkeit angeht kann ich leider nicht aussteigen weil es mich auf verschiedensten Ebenen anspringt.

#294


Frau_Stern
ich bin Jahrgang ´1973. In den letzten Jahren ( seit 8 Jahren ohne Partner ) habe ich eher bestehende Freundschaften reduziert statt neue aufzubauen. War ich gemeinsam mit jemandem weg, wurde überall getratscht, um Aufmerksamkeit geheischt und Sorgenlawinen losgetreten, das es nur so kracht. Ich erinnere mich an einen Städtetrip letztes Jahr, wo mir eine Verkäuferin in einem Geschäft ein Kompliment für meinen Rock machte. Und meine "Freundin" gleich *kreisch* " also schauen Sie mal mein Kleid an, das ist aus I T A Lien!"... immer Mittelpunkt, immer Aufmerksamkeit. Immer soll ich zuhören, raten, Verantwortung übernehmen, Seelenmüll abnehmen... Alleine hätte ich mehr Spaß gehabt. Ich hätte gerne Freunde, mit denen man sich austauschen kann, gemeinsam mal Theater, Kunst, Kino, Ausgehen.... gefunden hab ich einen " Du musst fahren, weil ich trinke dann..." Freundschaftsangebot mit dem Anspruch, dass ICH die 1,5 Stunden Fahrzeit ja gerne in Kauf nehmen würde, weil ich mich auf der Bahnfahrt ja entspannen könne.
Die Theorie von " gemeinsam was unternehmen" ist toll....aber ich bekomme es nicht hin

x 2 #295


M
Zitat von Frau_Stern:
ich bin Jahrgang ´1973. In den letzten Jahren ( seit 8 Jahren ohne Partner ) habe ich eher bestehende Freundschaften reduziert statt neue aufzubauen. War ich gemeinsam mit jemandem weg, wurde überall getratscht, um Aufmerksamkeit geheischt und Sorgenlawinen losgetreten, das es nur so kracht. Ich erinnere mich an ...

Oh je, krass was es alles so gibt.
Aber das hört sich eher nach toxischen Kontakten an!

Darauf keine Lust zu haben ist glaube ich recht gesund 😜
Wollte mich jemand offen als Fahrdienst missbrauche, würde ich ihm/ihr n Vogel zeigen.
Klar ist es wichtig, sich füreinander zu engagieren. Aber das sollte nicht missbraucht werden und auch nicht Grundlage für den Kontakt sein!
(Ich hab mich sogar mal von ner Freundin distanziert, die immer am Bahnhof von mir abgeholt werden "musste" weil sie aus "ökologischen" Gründen ihr Auto stehen liess wenn wir Cafe trinken gehen wollten, und sie sagte KEIN EINZIGES MAL danke für das Taxi hin und zurück. Als sie dann noch sagte, sie habe das Wochenende bei Freunden im Schwarzwald verbracht, statt im Hotel oder Camping Platz, weil das "billiger" sei, hatte ich kein Bedürfnis mehr den Kontakt zu vertiefen 😎 )

Sowas abzulehnen ist gesund. Und dass darauf eine Phase der Verbitterung folgt, kenne ich von mir auch!
Vielleicht darf man dem ja auch einfach nachgeben für eine Zeit, wenn es sich richtig anfühlt.
Und sich strikt vornehmen künftig nur das zu akzeptieren, was sich halbwegs gesund anfühlt.

x 2 #296


Frau_Stern
Das Schlimme ist, es kommt ja keiner nach. Freundschaft scheint nicht mehr erwünscht zu sein. Nur als "hofiere mein Ego" und "vertreibe meine Langeweile" wird man noch mal angefragt. Ich frage mich, woher diese innere Einsamkeit der Menschen kommt. Menschen sind im Stande zu nehmen, aber nicht mehr zu geben. Bietet man Hilfe an, denken sie " Mensch, muss ich toll sein !" und nehmen eben. Dabei ist das Gegenüber wohl austauschbar. Es kann doch nicht jeder toxisch sein heutzutage. aber es wirkt so.
Ich merke, dass ich mich rausnehme. Kein Anstoßen auf die großen Ferien nach der Arbeit ( ich bin an einer Schule tätig ), nee, ich will nur weg, nicht noch mehr Worthülsen. Normalerweise bin ich offen und positiv....aber es lohnt wohl nicht

x 2 #297


M
Zitat von Frau_Stern:
Das Schlimme ist, es kommt ja keiner nach. Freundschaft scheint nicht mehr erwünscht zu sein. Nur als "hofiere mein Ego" und "vertreibe meine Langeweile" wird man noch mal angefragt. Ich frage mich, woher diese innere Einsamkeit der Menschen kommt. Menschen sind im Stande zu nehmen, aber nicht ...

Ich hoffe ganz so schlimm ist es nicht!
Ich kenne schon hilfsbereite Menschen und gerade an meiner einen Arbeitsstelle (nicht die, die ich tauschen möchte) geht es zB sehr menschlich und fair zu! Das gibt es schon noch.

Aber n Körnchen Wahrheit ist sicher in dem was Du sagst. Ich denke es hat viel mit der 68er Psychologie zu tun, in der die eigenen Bedürfnisse zum Maßstab gemacht wurden statt die Balance zwischen ich und Du.
So wie in der Sexualität ja auch in dieser Zeit das Narrativ entstand, das Gegenüber habe mich zu befriedigen (und notfalls als P. oder Prost.) statt dass ICH es als meine Aufgabe sehe, über Bindung und Vertrauen und Sex dem anderen ein Geschenk zu machen von dem am Ende beide was haben und was die Verbindung stärkt.
Also die Reduktion des Gegenübers zur Bedürfniserfüllmaschine, die austauschbar ist, statt als Mensch mit eigener Würde und Grenzen.

An der Schnelligkeit der Zeit liegt es sicher auch. Den vielen digitalen Optionen für Partnerschaft, Ablenkung und alles mögliche.
Und mein Eindruck ist auch, dass viele sich einfach reaktiv immer gerade dahin treiben lassen, wo es was abzuholen gibt. Also sie haben dem keine Werte entgegenzusetzen, sondern was geht nimmt man halt.

Tatsächlich hatte ich als Schülerin immer (trotz diverser Schulwechsel) viele Freundinnen. Und ich kann mich in 13 Jahren Schulzeit an keine einzige Situation erinnern, wo eine meiner Freundinnen mich versetzt oder hingehalten oder bis zur letzten Minute offen gehalten hätte. Es galt: eine Frau ein Wort. Um 14 Uhr im Cafe oder Schwimmbad? Passt. Machen wir.
Ganz einfach halt. Mal melde ich mich, nächstes Mal Du.

Deshalb tu ich mir grad schwer mit dem Zeitgeist. Weil bei 16jährigen hätte ich ja tatsächlich Verständnis für solche Launen und Egozentrik. Aber ich rede hier von Menschen über der Lebensmitte, oft Eltern!
Deshalb irritiert mich das so, glaube ich.

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Ameise_78
Zitat von merretich:
Weil bei 16jährigen hätte ich ja tatsächlich Verständnis für solche Launen und Egozentrik. Aber ich rede hier von Menschen über der Lebensmitte, oft Eltern!

Was Hänschen nicht gelernt hat... kann ich da nur sagen.

Mich haben zwei Freundinnen (beide deutlich ü50) massiv verletzt. (Nicht gleichzeitig, die eine Sache ist schon einige Jahre her, die andere ist frisch.)
Ich kann das, was ihr schreibt, du und @Frau_Stern leider nur bestätigen.

Natürlich gilt es nicht für alle. Ich bin extrem dankbar für meine guten Freunde und Freundinnen, die nicht so drauf sind.
Aber leider kommt mir das heute auch eher wie eine ziemliche Seltenheit vor.

Viele erwarten offenbar, dass Freunde ihnen etwas "bieten" oder nutzen es schamlos aus, wenn man rund um die Uhr ein offenes Ohr hat und immer empathisch zur Stelle ist. Ich denke aber tatsächlich auch, dass die Menschen, die sich so benehmen, das von kleinauf gelernt haben. Dank des Studiums eines einschlägigen Fachbereiches wundert mich diese Entwicklung jedoch nicht. Sicherlich liegen viele Gründe in der Richtung, wie du sagst, @merretich. Denke ich auch.

Zudem noch das moderne Mantra "Ego ego über alles - empathische Menschen, die nicht immer nur sich selbst an die erste Stelle setzen, sind krank und gehören in Therapie" fertig.

Es laufen heutzutage mehr Egobrocken rum denn je - und sind auch noch stolz darauf.

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M
Zitat von Ameise_78:
Was Hänschen nicht gelernt hat... kann ich da nur sagen. Mich haben zwei Freundinnen (beide deutlich ü50) massiv verletzt. (Nicht gleichzeitig, die eine Sache ist schon einige Jahre her, die andere ist frisch.) Ich kann das, was ihr schreibt, du und @Frau_Stern leider nur bestätigen. Natürlich gilt es nicht für ...

Ich finde es prinzipiell auch nicht falsch sich an erste Stelle zu setzen.
Und halte nichts von dem christlichen vornehmlich weiblichen Prinzip des "sich aufopferns".
Ich sage zum Beispiel privat wie beruflich gerne und oft nein 😇

Aber ich denke AUCH, man kann das tun ohne anderen zu schaden oder sie zu übervorteilen.
Wenn jemand mir was Gutes tut, will ich mich revanchieren. Und ich sage Danke.
Das tut ja nicht weh.

Ich denke man muss sich nicht entscheiden zwischen Ego und dem Gegenüber.
Man kann seine Interessen im Blick behalten UND fair sein.

Bei meinem Vorstellungsgespräch neulich war das ein gutes Beispiel: ich bin bei den Arbeitszeiten so wie es für mich okay ist entgegengekommen, er dafür bei dem Einstellungsdatum und dem Gehalt.
Beide kommen sich entgegen und keiner fühlt sich übervorteilt.

Anders hatte ich aber zB vor Jahren auch mal ne Freundin, die war krank, ist ja kein Problem, aber ich wurde wie ihre Mami ihr Coach, Dauerberaterin, sollte permanent zuhören, trösten, sie in Kur besuchen etc plus ellenlange Sprachnachrichten über neueste Symptome, Probleme und Befindlichkeiten. Umgekehrt interessierte sie sich eigentlich kaum für mich. Als ich irgendwann sagte, dass ich mich wie ihre Privatärztin fühle, und auch Grenzen habe und es mir gerade jetzt zuviel wird, war die "Freundschaft" für sie sofort beendet. Und das macht mich bei einer vierzigjährigen dann doch sprachlos. Für mich ist das eher der legitime emotionale Level eines Kleinkindes.

Oder die Freundin, die mich dauernd versetzte aber dann was von Seelenverwandtschaft salbaderte.
Und nach dem xten mal versetzen Drama veranstaltete als ich ne Grenze setzte.

vielleicht ist es aber auch die midlifecrisis? Sowas wie ne zweite Pubertät in der Lebensmitte? Keine Ahnung...

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