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Keine Freunde im Leben

Frau_Stern
Meine ehemalige beste Freundin wurde in ihrer Kindheit faktisch übersehen und kam nie zu Wort. Was sie exzessiv nachholen muss. Dennoch war ständig die Mutter Thema. Die sie permanent besuchte, obwohl die grenzüberschreitend war und toxisch. Sie musste hin. Und es wurde immer mehr geredet. Anfangs war es nur" extrovertiert "... aber irgendwann kam sie mir ängstlich, unselbstständig und dauerlabernd vor und war kaum zu ertragen.
Also psychologisch ging da wohl etwas in ihr in due falsche Richtung. Mir wurde es zu viel

#301


M
Zitat von Frau_Stern:
Meine ehemalige beste Freundin wurde in ihrer Kindheit faktisch übersehen und kam nie zu Wort. Was sie exzessiv nachholen muss. Dennoch war ständig die Mutter Thema. Die sie permanent besuchte, obwohl die grenzüberschreitend war und toxisch. Sie musste hin. Und es wurde immer mehr geredet. Anfangs war es nur" ...

Ich finde auch sowas kann "passieren".
Für mich wäre hier die Frage: wenn ich an der Stelle eine Grenze setze und ehrlich sage: das wird mir zuviel. Ich komme mir hier irgendwie benutzt/vollgefrachtet vor, wird das respektiert und wahrgenommen?
Weil ich denke Fehler und Krisen haben wir alle. Ich hatte auch so meine Dramen im Leben.
Aber darf ich an der Stelle ehrlich sein? Grenzen setzen? Wird das/ich auch gesehen und respektiert?
Wenn ja, ist das eine wunderbare Basis.
Wenn nein, fehlt meist die Substanz.

Also zumindest bei mir, wenn Freundschaften geendet sind, war das nachdem ich offen kommuniziert habe, wo es ein Problem gibt, das Gegenüber dann aber oft null Verantwortung übernommen hat bzw. einfach nur beleidigt war, dass die Zufuhr stoppt. Es ist in dem Moment so, als würde man einen unausgesprochenen Vertrag kündigen. Ich habe die These, dass wer an mir als Mensch interessiert ist, das auch ernst nimmt und respektiert.

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A


Keine Freunde im Leben

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Frau_Stern
Zitat von merretich:
Ich finde es prinzipiell auch nicht falsch sich an erste Stelle zu setzen. Und halte nichts von dem christlichen vornehmlich weiblichen Prinzip des ...

Das stimmt. Die Beraterstelle wird gerne vergeben. Aber im Gegenzug gibt es kein Interesse an dem Gegenüber.
Nur wenn es " nutzt". War mal mit dieser Freundin im Café. Da meinte sie " Dein Kleid ist toll. Das hab ich dir geschenkt!". Nein...hatte sie nicht. Aber es gab keine Sache, die nichts mit ihr zu tun haben dürfte.

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Frau_Stern
Zitat von merretich:
Ich finde auch sowas kann "passieren". Für mich wäre hier die Frage: wenn ich an der Stelle eine Grenze setze und ehrlich sage: das wird ...

Ich habe es angesprochen. Da kam nix. Außer " du hast Umzugsstress...ok...aber ich wollte ja nur...".Nix reflektiert. Immer ICH.
Zu meinem Geburtstag eine honigsüsse WhatsApp. Hab nicht reagiert, das hätte sie als Signal verstanden, dass alles beim Alten ist. Ich hätte angerufen, wenn mir an einem Menschen etwas liegen würde

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M
Zitat von Frau_Stern:
Ich habe es angesprochen. Da kam nix. Außer " du hast Umzugsstress...ok...aber ich wollte ja nur...".Nix reflektiert. Immer ICH. Zu meinem Geburtstag eine honigsüsse WhatsApp. Hab nicht reagiert, das hätte sie als Signal verstanden, dass alles beim Alten ist. Ich hätte angerufen, wenn mir an einem ...

Sowas wird halt oft überdeckt mit honigsüssen Whatsapp oder Smileys.
Die Frau die heute die Wanderung gesprengt hat, hat dann drei Stunden später auch allen einen "tollen Samstag" gewünscht mit Herzsmileys 🤔
Ich geb inzwischen garnichts mehr auf Süssholzgeraspel sofern nicht das Verhalten halbwegs dieselbe Sprache spricht.
Weil wenn das so auseinandergeht ist es einfach Manipulation. Bewusst oder unbewusst. Egal.

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Ameise_78
Zitat von merretich:
Als ich irgendwann sagte, dass ich mich wie ihre Privatärztin fühle, und auch Grenzen habe und es mir gerade jetzt zuviel wird, war die "Freundschaft" für sie sofort beendet. Und das macht mich bei einer vierzigjährigen dann doch sprachlos.

Na ja in Anbetracht dessen, dass die meisten Leute ab den Jahrgängen 1970/80 ohne Grenzen oder mit wenig Grenzen aufgewachsen sind, macht mich das weniger sprachlos 🫤
Aber interessant ist, warum es bei manchen Leuten so akzeptiert wird, dass sie Grenzen setzen und meist bei den netteren, die sich ohnehin mehr aufopfern, nicht. 🤔


Zitat von merretich:
Oder die Freundin, die mich dauernd versetzte aber dann was von Seelenverwandtschaft salbaderte.
Und nach dem xten mal versetzen Drama veranstaltete als ich ne Grenze setzte.

Ich erinnere mich an die Geschichte, sehr merkwürdig, ja. 🤔

Ich werde dafür von Freundinnen - egal ob nach wenigen oder nach 14 Jahren enger Freundschaft geghostet. Ohne Streit und ohne Grund.
Also zum Glück nicht von allen oder von den meisten, aber eben tatsächlich von den zwei Damen ü50. Was mich stutzig macht, nachdem mir jahrelang versichert wurde wie gerne sie mich hätten und wie wichtig ich ihnen sei.


Zitat von merretich:
vielleicht ist es aber auch die midlifecrisis? Sowas wie ne zweite Pubertät in der Lebensmitte? Keine Ahnung...

Mag im Einzelfall so sein. Bei den Fällen, die ich erlebt habe, da könnte das bei der Einen gut hinkommen, bei der Anderen muss es andere Gründe gehabt haben.

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Catalina
Zitat von merretich:
wenn Leute nur von ihrem Job reden oder teuren Reisen die sie gemacht haben, sind das für mich keine echten Freundschaften, sondern Prahlerei und Selbstdarstellung. Also eher oberflächlich und small talk.

Naja, aber wenn man jemanden kennenlernt, macht man ja automatisch anfangs erstmal Smalltalk und erzählt nicht gleich seine Lebensgeschichte. Aber ja, ich weiß, was du meinst und mag solche Leute auch nicht besonders.
Zitat von merretich:
Was ich AUCH feststelle, dass meine Toleranz was asoziales und *beep* Verhalten angeht seit drei oder vier Jahren sehr sehr schrumpft. Ich glaube aber vielen Frauen in meinem Alter geht das so. Östrogen nimmt ab und damit auch der Freundlichkeits- und Vergebungszwang und der Anpassungsdrang.

Oh ja, das fällt mir bei mir selbst auch immer wieder auf. Ob das an den Wechseljahren liegt oder an der wachsenden Lebenserfahrung? 🤔 Mein Bullsh*t-Detektor ist jedenfalls deutlich schärfer gestellt als in jungen Jahren.

x 1 #307


M
Zitat von Ameise_78:
Na ja in Anbetracht dessen, dass die meisten Leute ab den Jahrgängen 1970/80 ohne Grenzen oder mit wenig Grenzen aufgewachsen sind, macht mich das weniger sprachlos 🫤 Aber interessant ist, warum es bei manchen Leuten so akzeptiert wird, dass sie Grenzen setzen und meist bei den netteren, die sich ohnehin mehr ...

Ich persönlich habe den Eindruck, dass generell bei Frauen das mit der Ehrlichkeit in Freundschaften so ein Ding ist. Da hab ich in Summe fast bessere Erfahrungen mit Männern gemacht, um ehrlich zu sein.
Klar gibts auch da die narzisstischen die in die Luft gehen wenn man den Finger in die Wunde legt.
Aber viele Männer nehmen es sportlich wenn man eine Grenze setzt, vor allem wenn man es sachlich tut.
Oft verschafft es einem sogar erst Respekt.

Bei Frauen- Da wird dann eher passiv aggressiv agiert wenn ihnen was nicht passt- und ghosten gehört dazu ebenso wie in die Opferrolle zu schlüpfen statt Verantwortung zu übernehmen. Statt sich ehrlich zu machen. Was ja auch Mut erfordert!

Ich hab mal gelesen, dass da wo Männer versuchen zu dominieren über Macht und Ansprüche, Frauen den Kontaktabbruch einsetzen um dem anderen einzuschenken. Ich fürchte da ist auch was dran.

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M
Zitat von Catalina:
Naja, aber wenn man jemanden kennenlernt, macht man ja automatisch anfangs erstmal Smalltalk und erzählt nicht gleich seine Lebensgeschichte. Aber ja, ich weiß, was du meinst und mag solche Leute auch nicht besonders. Oh ja, das fällt mir bei mir selbst auch immer wieder auf. Ob das an den Wechseljahren liegt oder ...

Ja klar das stimmt. Aber Gespräche beruflicher Art und Prahlereien oder Gemeckere darüber interessiert mich garnicht. Liegt vielleicht auch daran, dass ich beruflich trotz Teilzeit einen recht hohen Status habe und mehr als einmal aufgrund meines diesbezüglichen "Nutzens" für das Gegenüber ausgewählt wurde, so mein Verdacht. Und es langweilt mich, weil meist einfach Selbstdarstellung/soziale Sb 😇

Und ja, wenn ich Podcasts höre oder interviews lese von Frauen vierzig plus höre ich das auch oft.
Ich merke es bei mir schon daran, dass ich manches absolut nicht mehr toleriere, was ich zB vor drei Jahren noch geschluckt hätte- ob beruflich oder privat. Zb Wenn es um Sexismus geht, Abwertungen, Machtspiele, Ausnutzen u.a.
Ich fühle mich wohl damit aber natürlich merke ich auch, dass die Rolle des "everybody s darling" früher auch Vorteile hatte- mein Freundeskreis war grösser, ich war offen für jeden und alles. Zeitweise leider sogar in Beziehungen. Hatte auch in Jobs weniger Ansprüche an gehalt und Umgang, hab auch im Team für Harmonie und Ausgleich gesorgt wie mir oft gesagt wurde. Das ist Geschichte. Das KANN ich garnicht mehr.
Dazu sehe ich zu klar und durchschaue einfach auch vieles früher und besser als früher was es so an zwischenmenschlichen Spielchen gibt.

Ich glaube auch wir haben hier die höchste Scheidungsquote von Frauen. Vermutlich genau aus dem Grund.

x 2 #309


Frau_Stern
Ich hatte mal eine Freundschaft, die nur über Status ging, weil sie meine Chefin war. Da gingen Treffen, reden etc. Als ich gekündigt habe, ging nix mehr. Treffen wurden ausgemacht und dann zeitnah abgesagt. " Oh, ich hab jetzt doch noch ne Extraschicht, ich muss schauen". Und dann....wie erwartet Absage. Weil ihr das Ungleichgewicht fehlte, ich musste "unten sein". Sie Chefin. Auf Augenhöhe hätte sie mir anders begegnen müssen und das konnte sie nicht. Nur einmal habe ich sie getroffen, weil sie akuten Liebenskummer hatte. Also spielt einiges rein in "Freundschaft". Es geht um Rollen, die man auch nicht verlassen darf.

x 1 #310


M
Zitat von Frau_Stern:
Ich hatte mal eine Freundschaft, die nur über Status ging, weil sie meine Chefin war. Da gingen Treffen, reden etc. Als ich gekündigt habe, ging nix mehr. Treffen wurden ausgemacht und dann zeitnah abgesagt. " Oh, ich hab jetzt doch noch ne Extraschicht, ich muss schauen". Und dann....wie erwartet Absage. ...

eben und ich liebe es als mal die mir zugedachte Rolle zu verlassen.
Weil DANN wird es interessant 😇

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Frau_Stern
Zitat von merretich:
eben und ich liebe es als mal die mir zugedachte Rolle zu verlassen. Weil DANN wird es interessant 😇

Dann sind sie meistens weg. Wie die dicke Freundin, die die Rolle der "unattraktiven Begleitung" inne hat, damit die Prinzessin heller strahlt. Nimmt sie ab und wird selber begehrt, kommen keinen Komplimente mehr...man will die gemütliche biedere Mauerblümchenperson oder eben keine.

#312


M
Zitat von Frau_Stern:
Dann sind sie meistens weg. Wie die dicke Freundin, die die Rolle der "unattraktiven Begleitung" inne hat, damit die Prinzessin heller strahlt. Nimmt sie ab und wird selber begehrt, kommen keinen Komplimente mehr...man will die gemütliche biedere Mauerblümchenperson oder eben keine.

Okay sowas kenne ich zum Glück nicht.
Es ist eher die Rolle der Freundlichen, Zugewandten und Flexiblen- was ich auch vom Wesen her bin- was den einen oder anderen Charakter in Freundschaft oder Beziehung dazu verführt hat, einfach nur zu nehmen ohne zu geben. Und dann höre ich auf damit, kommuniziere es meist auch und schaue was passiert.
Wie bei der kranken Freundin deren Privatärztin ich war.
Oder der unzuverlässigen die mich dauernd versetzt hat.

Also ich höre echt gerne zu und suche Lösungen wenn jemand Probleme hat.
Oder hab Verständnis wenn jemand mal absagt oder so.

Aber in dem Moment wo ich merke die Person hat VON SELBST keine Werte, die sie im Nehmen oder was Respekt und Höflichkeit angeht, begrenzen. Mache ich es 😇 Und ja, manch ein Kontakt hat das nicht überlebt. Aber das war dann auch gut so.

Mir hat mal ein Mann gesagt: man unterschätzt Dich leicht, weil Du lieb und freundlich bist.
Bis man merkt, dass Du auch intelligent bist.
Und ich glaube an dem Punkt habe ich schon Leute verloren. Aber was wäre die Alternative?
Ich bin halt auch einfach direkt. Ich hab auch schon meinem direkten Vorgesetzten gesagt, dass seine Art Grund ist, dass ihm die Mitarbeiter davonlaufen. Ich glaube viele Menschen denken, wer freundlich ist ist auch harmoniesüchtig. Oder hat Angst vor Konfrontation. Bei mir ist es eher Überzeugung. Aber ich kann auch anders. Und wenn das ein Gegenüber merkt, schafft das als Unwohlsein, denke ich, gerade wenn die andere Seite mit meiner Empathie gepokert hat und sich dann plötzlich durchschaut fühlt.

#313


A


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