ccaa
Gast
Ich bin seit 18 Jahren mit meiner Frau zusammen und wir sind seit 10 Jahren ein Ehepaar. Wir haben 2 Kinder im Kindergartenalter.
Wir haben ein Haus und sind beide glücklich im Job.
Wir waren stets harmonisch und auf Augenhöhe.
Hört sich soweit ja eigentlich alles gut an.
Vor 2 Monaten sagte mir meine Frau (nachdem sie beruflich 1 Woche weg war) das ihre Gefühle zu mir "begraben" sind. Sie hat sich selbst verloren und sagt das sie nie Freiraum für sich gehabt hätte. Ich dagegen hatte meinen Freiraum. Einen Tag in der Woche habe ich mir meistens für mich genommen. Das stellt für sie aber kein Problem da.
Es ist auch nicht so das ich ihr den Freiraum nicht gegeben hätte. Sie hat ihn halt nie wirklich gefordert.
Zudem hatten wir (ja auch durch die Kinder) viel zu wenig Zweisamkeit. Und damit meine ich nicht auf der Couch netflix gucken.
Ich bin dann in ein tiefes Loch gefallen, hab nix mehr gegessen und hatte anfangs wirklich schlimme Gedanken. Alles war bzw ist völlig zerstört.
Nach 3 Wochen habe ich mich etwas gefangen und da meine Frau auch die Ehe und alles was wir uns aufgebaut haben retten möchte, gehen wir seitdem zur Paartherapie.
Bis auf ihre Eltern und meinem
Besten Freund weiß auch niemand Bescheid. Sie sprechen uns auch echt zu. Wollen halt sonst nicht das es die Runde macht, damit sich nicht eingemischt wird und es nachher 2 Fronten gibt.
Wir schlafen auch weiterhin in einem Bett und unter einer Decke. Kuscheln gelegentlich auch (gemäßigt, also die Beine und Füße berühren sich und gelegentlich krault man sich den Rücken) aber geküsst wird sich nicht. Sex natürlich auch nicht.
Das Thema Vertrauen ist allerdings für beide klar. Bei 100%
Die Kinder bekommen auch nichts wirklich mit, da wir zuhause relativ normal weiterleben. Was mir deutlich schwerer fällt als meiner Frau. Ihr merkt man es kaum an das was nicht stimmt.
Sie nimmt sich jetzt auch mehr Freiraum und geht öfters zum Sport. Was auch gut ist.
Ich hingegen tue mich echt schwer mit meiner aufgesetzten Fassade zu leben. Bekomme es aber dennoch hin. Als Trauerklos stehen meine Chancen sicher noch schlechter. Schwer fällt es mir vor allem wenn Leute dabei sind die mir nahe stehen.
Und generell hab ich aktuell einfach keinen Spaß mehr am Leben. Meine Gedanken sind 24/7 bei ihr bzw bei der Familie.
Die ganze Sache ist jetzt 2 Monate her, und sie sagte mir letzte Woche das sie es wirklich schaffen will.
Ich frage mich nur ob es überhaupt möglich ist Gefühle wieder zu bekommen, wenn ich ständig da bin und wir ganz normal weiter leben. Oder ob sie wie sie sagt erstmal wieder zu sich selbst finden muss.
Ich möchte am liebsten ihr Begleiter aus der Krise sein. Ich bin wirklich ein guter Vater und fleißiger Ehemann. Sowohl zuvor als auch jetzt.
Aber mir scheint halt auch, das jegliche Mühe so perfekt wie möglich zu sein einfach nichts bringt.
Mein letzter Ausweg wäre eine räumliche Trennung. Davor habe ich Angst, aber ich kann es nicht ausschließen, das ich diesen Schritt irgendwann gehen werde.
Dann 1-2 Monate mit einem kompletten Cut. Also Kontakt nur schriftlich und wegen der Kinder. Dennoch wäre das die absolute Hölle für mich.
Würde mir dann natürlich erhoffen das sie merkt was sie an mir hat, und mich letztendlich doch vermisst. Und eben auch merkt das da noch was da ist.
Ich weiß einfach absolut nicht weiter und bin wie ihr sicher merkt ziemlich durch.
Hat hier jemand schonmal Ähnliches durchgemacht?