jopp
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Ich möchte hier mal meine Situation schildern und wäre froh über eure Meinung besonders über ähnliche Erfahrungen eurerseits.
Ich bin 39 und seit 15 Jahren in einer Beziehung mit meiner Partnerin, wir haben 2 Kinder (4 und 2).
Sie ist 8 Jahre jünger als ich und ich bin ihr erster und einziger Mann bis jetzt, sie hat also keine anderen sexuellen Erfahrungen gemacht.
Seit etwa 3 Monaten hat sich gefühlt etwas verändert bei uns, anfangs konnte ich es nicht wirklich deuten, ich verspürte aber irgendwie das etwas nicht stimmt. Wir haben auch darüber gesprochen aber es kam nicht wirklich was bei raus.
Vor etwa 4 Wochen dann wurde ihr aber bewusst dass sie keine Gefühle für mich hätte und sich das die letzten Monate für sie eben so entwickelt hatte das sie mich erst sexuell nicht mehr so anziehend fand und für sich selbst nach reichlich darüber nachdenken eben festgestellt hat dass diese Liebesgefühle nicht mehr da sind. Ab dem Tag konnte sie auch keinerlei körperliche Nähe mehr zulassen.
Seitdem habe ich festgestellt dass sie sich in Teilen recht verändert hat, sie wirkt,wie ihre Eltern mir auch bestätigt haben, recht überdreht. Fitness hatte sie schon länger angefangen um die Kilos nach den Babys abzubauen, betreibt sie jetzt aber viel intensiver. Ist für mich auch an einem Top Punkt wo sie aus meiner Sicht auch bleiben sollte, also Figur ist wieder 1A.
Sie hat vor einem dreiviertel Jahr auch wieder angefangen halbtags zu arbeiten was ihr sehr gut tut und worin sie extrem aufgeht weil sie dort auch über alles geschätzt wird.
Kleidungstechnisch ist sie momentan auch sehr anspruchsvoll , also legt bei sich viel wert darauf und kauft auch viel neues Zeug.
Zu ihrer Zwillingsschwester hat sie momentan noch engeren Kontakt als sonst, generell zu ihrer Familie, man merkt dass sie sich dort aktuell sehr hingezogen fühlt.
Sie verhält sich mir gegenüber so normal wie möglich eigentlich fast immer freundlich und spricht auch weiterhin über alltägliche Sachen, es wirkt halt alles nur mehr rein freundschaftlich.
Alles in Allem sagt sie geht es ihr aktuell eben sehr gut, aber eben auch ALLEINE sehr gut. Da ich im Schichtdienst arbeite (Früh und Spät) und sie ihre Arbeit so einrichten kann dass wir uns dadurch sehr wenig sehen, hat sie bemerkt dass es ihr leider besser geht wenn sie alleine ist.
Laut ihren Aussagen hätte sie auch gerne wieder diese Gefühle für mich, aber wenn diese nicht zurückkommen würde sie so auch nicht auf Dauer glücklich sein können weil sie in einer Beziehung natürlich auch Lust und Liebe verspüren möchte.
Ich habe dann eine Paartherapie vorgeschlagen die sie auch sehr bewusst von sich aus mitmachen möchte. Wir hatten erst eine Sitzung wo sie auch nochmal klar gesagt hat dass ihr Kopf möchte aber ihre Gefühle es momentan nicht zulassen.
Natürlich ist uns bewusst dass eine Therapeutin keine Gefühle zurückbringen kann aber irgendwie ist sie auch unsere letzte Hoffnung.
Dass es einen Anderen gibt würde ich eigentlich ausschließen, da hat sie jeglichen Vertrauenspersonen gegenüber bis jetzt immer deutlich gemacht dass es da absolut nichts gäbe. Sie ist nicht der Typ der das auf Dauer vor ihren Leuten verleugnen und alle anlügen könnte.
Zur bisherigen Beziehung, wir leben in der Wohnung die meiner Partnerin gehört und sie schon sehr jung geerbt hatte und die ich in viel Eigenregie über die Jahre umgebaut habe, was sicher viel Aufwand und vor allem Zeit in Anspruch nahm, aber da sind wir recht gut durchgekommen. Wir haben bewusst 2 wundervolle Kinder bekommen, die natürlich auch wieder eine Veränderung bedeutet haben aber gefühlt hatten wir uns da recht gut reingelebt da wir auch viel Unterstützung von unseren jeweiligen Eltern bekommen die alle in unmittelbarer Nähe wohnen.
Wir hatten immer mal bessere und schlechtere Phasen mit mal mehr und mal weniger Streit im Grunde aber eine denke ich recht glückliche Beziehung.
Was auch zur Wahrheit gehört dass ich immer der Bestimmendere Part war, sie hat sicher immer mehr hingenommen als ich.
Einerseits war mir immer klar dass ich gerade von meinem Vater Charakterzüge vererbt bekommen habe die nicht immer positiv auffallen, zum einen einen gewisses Maß an Perfektionismus und zum anderen ein gewisser Drang Sachen immer nach seinen Ansichten entscheiden zu müssen.
Gerade jene Charakterzüge schlugen sich sicher über die Jahre immer wieder im Verhalten nieder was mir jetzt erst so wirklich bewusst wurde. Meine Art und der Umgang mit ihr war dadurch sicher oft nicht so wie ich und meine Partnerin es sich immer gewünscht hätten, in manchen Situationen war ich sicher nicht verständnisvoll genug damit wir uns immer auf Augenhöhe begegnen konnten.
Im Nachhinein tut einem das natürlich extrem leid und man hasst es an sich selbst.
Dementsprechend kam ich zur Überzeugung dass sich da alleine für mich schon unbedingt was ändern muss und ich bin auch schon aktiv dabei an mir zu arbeiten was sicherlich auch noch mit therapeutischer Hilfe weitergeführt wird.
Genau diese Schwächen an mir hat meine Frau auch angesprochen, meinte aber dass sie dafür schon einen Weg sehen würde, eine Beziehung ohne Liebe allerdings auf Dauer nicht existieren kann.
Ich weiß dass der Großteil sagen wird dass es nichts mehr bringen wird aber wie schon einige andere hier im Forum berichtet haben ist es auch für mich keine Option aufzugeben solange noch ein Funken Hoffnung besteht. Zum einen ist sie die Liebe meines Lebens und zum anderen sind mir die Kinder und die Familie einfach zuviel wert.
Die Schmerzen der letzten Wochen mit dieser Ungewissheit sind einfach kaum zu ertragen und die Vorstellung dass es das bald gewesen sein könnte lässt mich erst recht vor der Frage stehen wie mein Leben danach weitergehen sollte.
Ich stände natürlich vor dem totalen Nichts und hätte so gut wie alles verloren was mir etwas bedeutet.
Sorry dass der Text so lang wurde.