Hallo Ihr Lieben,
ich wollte jetzt mal den aktuellen Stand der Dinge niederschreiben.
Er hat mich gestern angerufen. Eigentlich wollte er nur fragen, ob er seinen Drucker heute hier abholen könne, dann kam er aber auf das Thema Schwangerschaft zu sprechen.
Er sagte, er hätte ja schon einmal gesagt, dass er diesen "Umstand" positiver fände, als ich vielleicht annehmen würde.
Er hat mir jetzt auch erklärt, was er damit meint:
Er weiss, dass ich mich sehr über die Schwangerschaft freue, mich auch über das Kind freue und glücklich mit dieser Entscheidung bin. Er selbst freut sich auch auf das Kind und er möchte zu seiner Verantwortung stehen, so wie es unter den gegebenen Umständen möglich ist. Gleichzeitig sagte er, dass er natürlich nicht in die Zukunft gucken kann und nicht weiss, was in dieser noch langen Zeit sich alles ergeben wird. Vielleicht geht es so aus, dass wir wieder zueinanderfinden, vielleicht aber auch nicht. Ganz klar möchte ich er jedoch in jedem Fall zu dem Kind und zu seiner damit verbundenen Verantwortung stehen. Und er freut sich. Sehr sogar. Das waren seine Worte.
Wir haben dann noch ein bisschen small-talk betrieben und dann habe ich ihm gesagt, dass ich für mich selbst aber eine Entscheidung treffen muss und diese habe ich getroffen. Ich habe ihm gesagt, dass ich keinen weiteren Kontakt zu ihm wünsche. Was dann die Zeit nach der Geburt angeht, ist wieder etwas anderes, darüber kann man sich dann auseinandersetzen, wenn es soweit ist. Alles andere möchte ich aber nicht mehr, weil ich meine ganze Kraft und Energie für mich selbst, meinen Sohn und mein ungeborenes Kind benötige. Ich habe ihm noch einmal gesagt, wieviel er mir bedeutet und wieviele Hoffnungen ich in unsere Beziehung gesteckt habe und wie enttäuscht ich über die Situation, so wie sie ist, bin.
Das waren meine Worte.
Eine Stunde später hat er angerufen und gefragt, ob ich den Drucker in den Keller stelle oder ob er hoch kommen darf und mit mir noch einen Kaffee trinken kann. Ich habe gesagt, das sei schon o.k.. Dann sagte er, wir können ja nach seiner Rückkehr mal essen gehen. Ich habe das abgelehnt und ihn darauf verwiesen, was ich ihm eine Stunde zuvor als meine Entscheidung habe mitgeteilt.
Ich glaube ich muss keinem von Euch sagen, wieviel Kraft mich das ganze gekostet hat. Nichts würde ich lieber tun, als mit ihm essen gehen....Oder doch nicht ? Nein, viel lieber würde ich etwas ganz anderes haben. Eine neue Chance. Da reicht essen gehen leider nicht im entferntesten ran. Und genau darum habe ich auch abgelehnt. Ich möchte nichts mehr, keinen Kontakt, keine mails, keine Anrufe, kein Treffen...nichts, solange er sich seiner Gefühle zu mir nicht wieder sicher ist.
Er sagte dann, er hätte mich doch so oft, um Zeit und Ruhe gebeten. Die solle ich ihm doch einfach auch gewähren. Ich sagte ihm, dass ich das nicht kann, weil ich nach den letzten 4 verdammt aufreibenden Monaten voller Hoffnung einfach keine Kraft mehr für Hoffnung habe.
Aber: natürlich habe ich noch Hoffnung. Und wie.
Aber ich möchte nicht, dass er das noch einmal so hautnah erfährt wie bislang. Ich möchte ganz bewusst auf Distanz gehen, auch wenn das nach Taktik aussieht oder sogar Taktik ist.
Heute morgen war er dann hier. Wir haben Kaffee getrunken und er hat verdammt mit den Tränen zu kämpfen gehabt. Mein Sohn war auch hier, weil er zur Zeit krank ist und das hat ihn total aus dem Gleichgewicht gebracht. Als wir ihm dann noch einen Glücksbringer für seine Produktion, die übermorgen beginnt, gegeben haben, war es ganz um ihn geschehen und er hat angefangen zu weinen. Und zum ersten Mal in all dieser Zeit bin ich nicht eingeknickt. Bin bei meiner Stellung geblieben, bin weder gemein, unhöflich oder verletzend gewesen, aber auch nicht teilnahmevoll oder gefühlsbetont, einfach nur neutral.
Das einzige, worin ich eingeknickt bin, war eine ganz direkte Frage an ihn, bevor er gegangen ist. Ich habe ihn gefragt, ob er bei seiner Entscheidung bleibt. Seine Antwort darauf war: ich habe doch gesagt, bitte gib mir Zeit. Ich brauche einfach Zeit.
Och Mensch, ich weiss einfach nicht mehr, was ich von alldem halten soll.
Auf der einen Seite sagt er mir immer wieder, ich solle mir keine Hoffnungen machen und er möchte mir auch keine machen, auf der anderen Seite tut er mit solchen Aussagen doch nichts anderes. Oder sehe ich da irgendwas falsch ?
Was meint Ihr ?
Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir ein paar wohlgemeinte, liebe Ratschläge und Meinungen gebt. Ich weiss, ich habe Euch in den letzten Monaten schon ganz schön belastet, aber Ihr habt mir auch immer sehr geholfen. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle auch bei Euch einmal ganz ausdrücklich bedanken - bei einigen ganz besonders, liebe Mirjam, Nordlicht, dom, wizard, ela, c-c-l, wilde flocke, wolfsfrau. DANKE!
Jacki