Zitat von Kampfschnake: Guten Morgen,
Vielen Dank für Deine Unterweisung. Dennoch ist es schwer mit Kunst über die Runden zu kommen und nicht selten schaffen Künstler*innen es nicht. Das hat nichts damit zu tun, ob sie wirklich gut sind oder eben nicht. Es ist ein gnadenloses Geschäft.
Guten Morgen!

Ich glaube nicht, dass es so wesentlich ist, was man schafft oder nicht. Sondern wichtiger scheint mir, etwas erst überhaupt zu versuchen. Bisweilen wächst man sich sogar erst mit der Aufgabe so richtig aus.
Mich verwundert nur immer wieder mal: Alles Mögliche und alle Möglichen scheitern, versagen, Unternehmer, Ärzte, Anwälte, Alleinerziehende, Fünferleierziehende, Liebende, Verbrecher ... - aber nur bei Künstler ist das schon von vornherein klar. Denn man geht ja davon aus, dass die sich ihr Künstlersein nur einbilden, vielleicht aus reinem Snobismus, während meinetwegen ein vollkommen missglückter Arzt oder Lehrer usw. ja zumindest ein staatliches Zerfikat für sein Auswendiglernen vorweisen kann, ob er nun tatsächlich befähtigt ist für seinen Beruf oder nicht.
Überhaupt scheint mir ein gelungenes Leben ein schmerzhafter Rosenkranz des Scheiterns und Immerwiederscheiterns auf allen Linien zu sein. Außer man resigniert beizeiten und kehrt bald einmal in den Verpuppungszustand zurück.
Und was die Künstler betrifft: Würde der Staat in Kunst und Künstler solche Massen an Geld invenstieren, wie er sie Jahr für Jahr beim Fenster hinausschmeißt, so wären die Künstler plötzlich nicht mehr diese armen Luschen und Versager, sondern würden glänzen wie die Christbaumkugeln (nicht, dass ich meine, das bekäme ihnen).
Verwunderlich ist mir aber jedenfalls eines: Warum empört man sich über die Versager unter einem, die ja gewissermaßen Privat-Versager sind, und nicht über jene, die über einem sind. Denn von letzteren ist man ja häufig selber mehr oder weniger schwerwiegend betroffen und gebeutelt, während einem die anderen, die privaten, ja völlig gleichgültig sein können.
Da hast Du recht: Es ist ein gnadenloses und zudem erbärmliches Geschäft. Weil eben sogar die Kunst, in der die Menschheit angeblich träumt, zum reinen Geschäft verkommen und damit ohnehin zum Vergessen ist.
Sogenannte Mäzene kommen heutzutage wohl auch so gut wie gar nicht mehr vor. (Man denke etwa an Hesse.)
Übrigens kenne ich eine Frau, die Künstlerin ist, wie man Künstlerin nur sein kann. Aber sie macht keine Kunst, sondern ist es einfach.
Vermutlich ist das auch die höchste Form der Kunst.
Aber noch etwas ganz anderes: Deine Reaktion klingt ja fast ein wenig "verschüchtert". Ich hoffe, ich irre mich darin. Denn jemanden einzuschüchtern, wenn ich da mal ein bisschen vom Leder ziehe, das wäre mir echt peinlich! Und gerade bei einer Kampfschnake rechne ich mit so etwas ja schon gar nicht.
So, man verzeihe mir diesen an sich unstatthaften Einschub.
Aber um auch noch etwas zur TE und ihrem Problem zu sagen: Ich glaube, es kommt doch in jedem Fall, ob Künstler oder sonst etwas, das spielt ja keine Rolle, darauf an: Wie groß ist auf der einen Seite die Anziehung und was ist man auf der anderen Seite bereit, hinzunehmen. Darum geht es doch immer, oder? Außer vielleicht in den besonderen Glücksfällen eines besonders wohlmeinenden Schicksals.
Und wenn, was hier ja zudem der Fall zu sein scheint, der andere an sich gar kein Interesse hat, dann ist ohnehin alles klar.
Wie ich so beim Überfliegen der Texte wahrgenommen zu haben glaube, ist einmal auch die Meinung eingeflossen, die TE habe aufgrund ihrer reichhaltigen sexuellen Erfahrungen an "Marktwert" eingebüßt.
So etwas erstaunt mich auch in höchstem Maß. Wohl überall sonst erhöht umfangreiche Erfahrung den "Marktwert", das Ansehen zusehends. Bei Sex aber ist das anders? Erstaunlich für einen Unbedarften.

So, das war's!
Auch viele Grüße