Elerya
Gast
Wir alle kennen den Vater nicht. Es gibt genug unreflektierte, bösartige Menschen, die ihren Kindern ewig Vorhaltungen machen könnten a la "Papa hat dich jetzt nicht mehr lieb, seit du Mama gesagt hast, dass. " , "Nein, Papa fährt nicht mehr mit dir auf den Spielplatz und du bist selber schuld. Hinterher petzt du wieder bei Mama, dass noch andere Frauen da waren." Und mir fallen da noch schlimmere Sachen ein, mit denen er sein Kind für den vermeintlichen Vertrauensbruch abstrafen könnte. Die alltägliche Praxis zeigt, dass die sachliche Ebene, die ihr euch vorstellt, oft eben nicht klappt.
Das Kind ist zwar Hinweisgeber, hätte für mich mit diesem Konflikt aber gar nichts zu tun. Ich würde nicht das Verhältnis meines Kindes zu seinem Vater auf diese Art und Weise stören sollen. Und machen wir uns nichts vor: Hat der Typ wirklich ein Verhältnis und fliegt es wegen des Kindes auf, würden die meisten Menschen den Schuldigen (vielleicht auch unbewusst) ganz sicher nicht bei sich selbst suchen.
Was ich tun würde, um das Kind von der Verantwortung zu entlasten? Ich würde dem Kind Folgendes sagen: Du kannst immer zu mir kommen und mir alles erzählen, was dich belastet. Ich kann auch verstehen, dass du Angst hast, dass Papa eine andere Frau mehr mag als mich. Das wissen wir aber noch gar nicht. Und ganz gleich, was mit Mama und Papa ist, haben wir beide dich immer lieb. Du musst dir keine Sorgen machen. Ich kümmere mich jetzt darum. Das kann aber ein bisschen dauern und du kannst immer mit mir über deine Sorgen/Vermutungen sprechen, wenn du möchtest.
Ansonsten hat das Kind da in dem Konflikt nichts mehr zu suchen. Und ich würde es lösen, wie alle anderen, die hier schon Vorschläge ohne Einbezug des Kindes gemacht haben.

