Zitat von Ella: Beispiel: könnte ihr Kinderwunsch erfüllen, obwohl es recht schwierig aussah. Das ist ein Geschenk des Himmels, ein großes Glück.
Gleichzeitig scheint sie aber auch die Betreuung des gewünschten Wunschkindes als sehr belastend zu empfinden. Was KEIN Widerspruch ist.
Jeder, der Kinder hat, wird bestätigen, dass es mit Kind(ern) nicht so ist, wie man sich es zuvor vorgestellt hat. Kinder haben ist verdammt anstrengend.
Aber nicht jeder, der Kinder hat, findet darin die Erfüllung oder das Glück, das er sich erhofft hat, und nicht für jeden geht die Bilanz positiv aus. Es gibt Eltern/Väter/Mütter, die mit Kind unzufrieden sind, die zweifeln, ob die Entscheidung fürs Kind richtig war, die hadern und die sich manchmal wünschen, kein Kind bekommen zu haben. Das darf man halt nur leider nicht laut sagen.
Noch viel häufiger als diese genannten Eltern gibt es Eltern, die oft genervt sind vom Kind, die die Verantwortung schlecht aushalten oder die schwer damit klarkommen, rund um die Uhr zuständig und verfügbar sein zu müssen. Auch das darf man leider kaum laut sagen. Weil dann gleich ein Aufschrei folgt, was man für eine Rabenmutter sei, ob man denn sein Kind nicht liebe, oder weil schulterzuckend angemerkt wird, man habe das schließlich so gewollt und solle doch jetzt bitte mal nicht jammern. Im Kind nicht die vollkommene Glückseligkeit zu finden, ist in höchstem Maße sozial unerwünscht. Deshalb werden viele Eltern, die solche Gefühle kennen, sich dafür schämen, schuldig fühlen und sich fragen, was denn mit ihnen nicht stimmt, dass sie ihr Kind (auch) als Last empfinden. Und wenn das Eltern betrifft, die sich sehr sehnlich ein Kind gewünscht haben oder lange darauf warten mussten, potenzieren sich Scham und Schuldgefühle noch mehrfach.
Das ganze kann, muss aber nicht, mit einer postpartalen Depression einhergehen und ist eines der schlimmsten Tabu-Themen unserer Zeit.
Also ein Kind zu bekommen, egal wie sehr man es sich gewünscht hat, ist nicht automatisch ein großes Glück für jeden. Ich glaube, es gibt viel mehr solcher Eltern, als man annimmt. Eben weil man darüber öffentlich nicht reden kann. Bin gespannt auf den Aufschrei, der hier jetzt folgt.