Eure sogenannte Kommunikation ist völlig festgefahren.
Du äußerst einen Wunsch oder eine Frage und er geht sofort in eine Abwehrhaltung. Sein bevorzugtes Mittel sind dann die klassischen Verallgemeinerungen wie: Immer tust Du, immer willst Du, aber Du ...!
Du ziehst Dich dann zurück, bis er sich sozusagen wieder einkriegt und dann läuft es so weiter bis zum nächsten Mal.
Ihn ändern zu wollen, ist zunächst mal völlig aussichtslos. Ich schätzte, er hat wie so viele niemals "gelernt", Konfliktsituationen auszuhalten und einen Perspektivwechsel vorzunehmen, mit dessen Hilfe er sich in Dich hineinversetzt und vor allem zwischen berechtigten Fragen und unberechtigten Anklagen zu unterscheiden.
Deine schnöde Frage, ob er das Geld bereits überwiesen hat, triggert ihn offenbar sehr.
1. Er fühlt sich angegriffen.
2. Er fühlt sich womöglich ertappt, weil er Dir das Geld noch nicht überwiesen hat oder vielleicht sogar hofft, dass Du Dich mit weniger zufrieden gibst.
3. Er geht über Dich hinweg und sieht Dich in dem Moment als Anklägerin und Forderin.
4. Beides löst bei ihm sofort den Verteidigungsreflex aus und der entlädt sich in verallgemeinernden Anklagen seinerseits, womit er Dir den Schwarzen Peter zuschiebt. Immer tust Du, immer sagst Du ...!
Also verabschiede Dich von Deiner Art der Kommunikation und mache ihm doch mal klare Vorgaben, die hoffentlich als weniger aggressiv von ihm empfunden werden.
Anstatt zu fragen, ob er das Geld bereits überwiesen hat, äußere Dich doch einfach mal positiv. Ach, das ist ja schön, das freut mich und ich freue mich auch darüber, dass Du mir das Geld ja nun gleich problemlos überweisen kannst.
Wie würde seine Reaktion da aussehen?
Oder anstatt ihn wegen einer Verabredung zu fragen, sag: Sandra und Bernd würden gerne mit uns essen gehen und haben Donnerstag Abend vorgeschlagen. Sag mir bitte bis morgen, ob Dir der Termin passt. Wenn nicht, machen wir was anderes aus, wenn ja, würden sie einen Tisch reservieren. Und wenn Du keine Lust hast, gehe ich alleine. Du hast freie Wahl! Aber zu viert wäre es sicher lustiger. Daher würde ich mich freuen, wenn es Dir am Donnerstag Abend passt.
Ich schätze, Du fragst oft zu unverbindlich. Wenn Du z.B. Termine setzt oder in den Raum stellst, dass Du auch alleine etwas unternehmen kannst, schau mal, wie er reagiert.
Du kannst versuchen, andere Wege zu gehen, unverwartete. Er erwartet von Dir ja nichts anderes als belästigende Fragen, die ihn unter Druck setzen oder frustriertes Schweigen und Rückzug Deinerseits. Den Druck erhöhen darfst Du aber auch nicht, denn das wäre der komplett falsche Weg.
Vielleicht könntest Du Fragen oder Forderungen freundlicher "verkleiden". Vielleicht ist er dann verwirrt weil er dieses Verhalten von Dir nicht erwartet oder fühlt sich sogar bemüßigt, schneller und freundlicher zu reagieren.
Versuche mal, Dich unerwartet zu verhalten und dann schaue, was das in ihm auslöst.
Schau Dich mal im Buchhandel um. Es gibt sicher etliche Ratgeber, in denen Du Anregungen findest.
Wenn er aber weiterhin blockt und die Verantwortung auf Dich abschiebt (Du bist die Schuldige, weil Du immer Forderungen stellst und mir damit einen Spiegel vorhältst, wie schlecht ich mich verhalte) versuche es mit einer psychologischen Beratung.
Der Königsweg wäre sicher eine Paartherapie, mit deren Hilfe man das einzementiere Kommunikationsverhalten verändert. Aber das geht nur, wenn auch mehr mitzieht.
Du kannst aber auch mal allein bei einer Beratungsstelle vorsprechen, denn derlei Probleme sind den Leuten dort sicher bekannt.
Und wenn das immer noch nichts hilft. Dann könnt Ihr eben nicht miteinander kommunizieren, was wohl keine Dauerlösung sein kann. Dann wäre es an der Zeit zu überlegen, wie lange Du in der Endlosschleife noch verharren willst.
Du stehst derzeit auf der Verliererseite, denn Du machst es sowieso falsch. Entweder Du dringst noch mehr in ihn, was dann die Fronten nur noch verhärtet oder Du wählst die Distanz und lässt ihn in Ruhe. Letzteres löst sein Problem erstmal, aber nicht Deines.
Denn im Endeffekt fühlst Du Dich nicht ernst genommen., denn Du hältst das Kartenhaus im Gleichgewicht.
Seine Forderung nach Trennung würde ich so nicht stehen lassen, denn es ist eine klare Grenzüberschreitung. Aber Du könntest irgendwann fragen, wie ernst war es Dir denn mit der Trennung? Wenn Du das so siehst, will ich Dir keine Steine in den Weg legen, obwohl ich finde, dass es unsere Beziehung verdient, wegen solcher Kleinigkeiten nicht gleich getrennte Wege zu gehen.
Damit beziehst Du eine klare Position und machst ihm ein Angebot und zeigst ihm zugleich Wertschätzung.
Ja, ich weiß, das hört sich alles nach Mühe an und auch nach einseitiger Anstrengung das Problem halbwegs zu lösen. Das ist es auch, denn er zieht sich in seine bequeme Schmollecke zurück und lässt Dich einfach schmoren und im Ungewissen zurück.
Und damit hat er die Machtposition für sich wieder hergestellt, die Du mit Deiner fordernden, schnellen und als Anklage und Schuldzuweisung empfundenen Art in Frage gestellt hast.
Er verhält sich jedenfalls sehr unreif, so dass Du Dich auch fragen kannst, ob es der Mühe wert ist, mal einen anderen Weg einzuschlagen.
Generelll solltest Du eigenständiger werden. Z.B. Dich mal allein mit einer Freundin zu verabreden oder einen wöchentlichen Sporttermin o.ä. zu planen. Du bist ihm selbstverständlich geworden und daran kannst Du etwas ändern.