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Komplizierte Beziehung

Hamsterblaster

Hamsterblaster


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Ok
Also er liebt dich über alles . Aber ich kann direkt im ersten Post lesen das er quasi von deinen Attacken bombardiert wird.
Und jetzt mal ehrlich das ist ja mal kaum ein ich muss die medis nur manchmal nehmen wenn er dauernd bei dir Angst haben muss.

Das ihm dann weil er vermutlich glaubt das sich das ja i wann vielleicht noch rauswachsenlassen könnte versucht zu ertragen....

Ja ertragen nicht hoffnungsvoll abwartend ...ertragen....

Im Ernst es tut mir sehr leid für dich aber wenn du so ambivalent instabil bist sollte er wirklich auch in Therapie.

Was die meisten nämlich vergessen können ist das die Beziehung zu jemand in einem akuten Psychotischen Schub nicht gesund ist.

Gestern 13:51 • x 2 #16


Tiffanyyy

Tiffanyyy


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@Ella ich bin 27 Jahre alt und er ist 26 Jahre alt.
Entscheidungen kann mir niemand abnehmen das weiß ich selbst.
Ich erhoffe mir so gesehen ein bisschen Brainstorming. Also ich möchte mir Ansichten und Meinungen dazu durchlesen um dann letztendlich eine gute Entscheidung für mich und meinen Partner zu treffen. Oft haben Menschen die nicht mit eingebunden sind eine klarere Sicht auf die Dinge und können Zusammenhänge besser verstehen.
Ich bin an dem Punkt angelangt wo ich mich Frage ob es besser wäre meinen Partner trotz Liebe zu verlassen oder weiterhin daran zu arbeiten jedoch werden meine unerklärlichen Taten immer wieder vorkommen. Wie gesagt ich verweigere Medikamente.
Ich möchte mich nicht wegballern.
Ich möchte noch alles mitbekommen.
Eine Selbsthilfegruppe wäre vielleicht etwas. Nur in meiner Umgebung gibt es keine. Und wenn nur für Angehörige der Erkrankten.
Ich bin nicht mobil.
Es ist für mich kompliziert.
Für ihn ist meine Schizophrenie schwer nachvollziehbar. Weil sie ja auch schwer nachvollziehbar ist.
Einem Menschen im Rollstuhl kann man besser helfen als mir. Jeder sieht seine Behinderung. Bei mir nicht. Das verursacht Konflikte

Gestern 14:48 • #17



Komplizierte Beziehung

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Arnika

Arnika


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Die Schwierigkeit bei Schizophrenie ist halt immer, was Fakten sind und was Betroffene sich nur einbilden. Muss man einfach so sagen. Da gehören Realitätsverlust, Wahnvorstellungen und meist auch Paranoia mit zum Krankheitsbild, also kann ich nicht einschätzen, ob der Freund überhaupt ins Handy schaut. Dass er tatsächlich glücklich ist glaube ich nicht, zumal ja keine Besserung in Sicht ist - meist wird Schizophrenie mit den Jahren immer schlimmer, oft mit langen Aufenthalten in der geschlossenen Abteilung. Der Bruder einer Freundin lebt mittlerweile dort, anders wäre das gar nicht mehr möglich gewesen. Gibt sicher Unterschiede, ja, aber Schizophrenie ist schon ein ziemlicher Brocken.
Ich glaube kaum, dass da eine längerfristige Beziehung möglich ist, mit Kindern schon gar nicht. Das halte ich sogar für verantwortungslos. Zumal sich ja jetzt schon der gesamte Freundeskreis von ihr und damit ihm abwendet - und das sicher nicht grundlos. Da wird schon einiges in diesem Jahr passiert sein.

Natürlich ist das alles deine Entscheidung, aber du wirst mit den Konsequenzen auch leben müssen. Viel mehr kann man da gar nicht dazu sagen. Genieß halt die Zeit mit ihm, solang es geht. Früher oder später geht er aller Wahrscheinlichkeit nach ohnehin. Alles Gute!

Gestern 14:52 • x 4 #18


Lumba


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Zitat von Tiffanyyy:
Ich suche nach anderen Lösungsansätzen.

Ich leide auch an einer Erkrankung, die allerdings keine psychischen Auswirkungen hat. Ich hätte auch Medis nehmen sollen, die einen schlechten Ruf haben (vom 1. Arzt der die Diagnose erstellt).

Weißt Du, was ich gemacht habe, weil mein Leben und das meine Liebsten beeinträchtigt war?

Alles an Literatur verschlungen dazu, was es gab. Mehrere Spezialisten aufgesucht, immer und immer wieder. Meinen Way of Life (Ernährung, Bewegung, Stresslevel etc.) verändert. Selbsthilfegruppen aufgesucht - Regelmäßig. Einnahme von Alternativen zu den ersten vorgeschlagenen Medis usw.

Was ich damit meine: Dein Weg zu Heilung / Händling der Krankheit ist ein Prozess und Du hast mit einem stationären Aufenthalt und der Selbstabsetzung gerade erst einen Schritt getan.

Mach weiter, eben weil Dein Partner Dich liebt.

Gestern 14:58 • x 1 #19


Nostraventjo

Nostraventjo


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Darf ich fragen wie du dir das Leben mit Kind vorstellst? Wie soll ein Kind unter solchen Umständen aufwachsen?

Ich finde, eine Therapie für euch beide erstmal sinnvoll in der ihr beide die Möglichkeit habt, zu lernen wie man sich in solchen Situationen verhält.

Ist so ein Schub vorhersehbar oder wird Durch Trigger ausgelöst?
Wie lange geht der dann?

Mein erster Freund hat seroquel genommen wegen ähnlicher Thematik und es dann irgendwann Weg gelassen. Es ging eine Zeit gut, dann fing der an zu glauben dass ich ihn observiere und ihn umbringen möchte. Das ganze endete leider sehr unschön. Ich konnte ihm in den sechs Jahren leider nur bedingt helfen und es hat meine Zukunft geprägt.

Gestern 14:59 • x 5 #20


Tiffanyyy

Tiffanyyy


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@Arnika er hat wirklich in mein Handy geschaut xD das hat mir auch gesagt.
Ja, das stimmt schon. Beziehungen zu mir gestalten sich schwierig. Das ist Fakt. Und deswegen suche ich nach Möglichkeiten. Es kann auch sein das er mich irgendwann verlässt. Da wäre ich ihm auch nicht böse drum. Ich könnte es nachvollziehen in meinen klaren Momenten.
In guten Phasen bin ich lieb. Ich bin ein Mensch wie ihr. Nur diese Aussetzer sind das Problem. Mir ist bewusst das es Warnsignale sind die mein Umfeld und seines senden.
Ich bin verrückt. Aber Liebe ist auch verrückt. Sie spottet jeder Logik.
Ich rate auch keinen Fettleibigen Menschen zu Kindern, weil diese mit großer Wahrscheinlichkeit auch dick werden. Ich rate auch Paaren ab ein Samenspenderkind zu erkaufen. Ich weiß wie schlimm es ist seinen eigenen Vater nicht zu kennen.
Trotzdem tun es Menschen.
Ich habe auch kein Wort darüber verloren das ich mir ein Kind wünsche. Ich glaube auch nicht das ich eine gute Mutter wäre.
Ich habe auch selbst schon abgetrieben.

Das Ding ist ich stehe zwischen zwei Stühlen. Der eine Stuhl sind meine Gefühle für ihn und der andere Stuhl ist mein Verstand.

Gestern 15:10 • x 2 #21


Tiffanyyy

Tiffanyyy


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@Tiffanyyy und ja, ich besitze auch Verstand. Obwohl ich krank bin xD
Ich hab noch nie gehört das ich dumm wäre wegen meiner Erkrankung. Viele Leute die mich frisch kennenlernen denken sogar das mit mir alles stimmt. Das ich humorvoll bin, selbstbewusst, spontan und Emphatisch.
Aber ich besitze natürlich auch ein anderes Gesicht.
Schizophrenie heißt übersetzt Zwiegespalten

Gestern 15:14 • x 1 #22


Nostraventjo

Nostraventjo


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1984
Zitat von Tiffanyyy:
...später vielleicht ein Kind...


Na was denn nun?

Gestern 15:17 • x 1 #23


Johanna15


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Ich habe noch nie gehört, das sich Symptome einer Schizophrenie in kurzen Schüben zeigen, sondern das ein Schub mehrere Wochen und Monate anhält.
Du hattest sicher einen Aufenthalt in einer Psychiatrie, als das diagnostiziert wurde.
Auch gibt es mehrere Arten von Neuroleptikums, darunter durchaus welche, die zu keiner Gewichtszunahme führen. Du müsstest dir aber die Zeit nehmen und dieses testen.
Unbehandelt besteht auch immer die Gefahr, dass Psychosen chronisch werden.

Gestern 15:22 • x 2 #24


Tiffanyyy

Tiffanyyy


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@Nostraventjo das mit deinem damaligen Partner tut mir leid.
Es ist leider nicht selten das Schizophrene Menschen im Stich gelassen werden aufgrund von Selbstschutz.
Er hatte wahrscheinlich das selbe wie ich. Ich bin auch paranoid belastet. Nur ich habe mir selbst beigebracht meinen Wahn so gut es geht zum Schweigen zu bringen. Wenn ich denke ich werde ausspioniert oder höhere Mächte wollen mir etwas böses gehe ich direkt zur Psychiatrie und lasse mich einweisen. Wenn die Phase vorbei ist setze ich die Medikamente ab. Ich achte sehr auf ein unabhängiges Leben da es Bedingungslose Liebe in meinen Augen nicht gibt.
Ich bin jedoch kein Fan davon von Ärzten betütelt zu werden.
Wenn es mir super schlecht geht ist das mein erster Schritt. Für mich fühlt es sich dann sehr real an verfolgt zu werden.
Dieses heftige Angstgefühl ist für mich nicht zu ertragen.

Es geht um andere Schübe die ich habe. Andere Verhaltensweisen die mich ins soziale Abseits ziehen.

Gestern 15:22 • #25


Icecat


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Hallo liebe TE….

Ich arbeite als Krankenschwester in einer Psychiatrie und ich habe ganz ganz viele Pat. mit Schizophrenie in Beziehungen erlebt ….

Ich möchte dir sagen das es möglich ist eine stabile Beziehungen zu führen trotz dieser Erkrankung, natürlich gehört viel Aufklärung dazu, dass du dein Partner schützen möchtest ist verständlich , da Schübe nicht immer ein Zucker schlecken ist… Auch hatte ich Paare wo sie an dieser Erkrankung leidet und mit ihrem Partner schon 30 Jahre zusammen sind und auch Kinder bekommen haben …. Es ist alles denn noch möglich und auch wie und in welcher Form die Schizophrenie bei dir ausgeprägt ist… nicht jeder hat Wahnvorstellungen bei dieser Erkrankung …

Wichtig ist für dich das du frühzeitig erkennen kannst wann sich ein Schub anbahnt und das denn offen zu kommunizieren mit dein Partner das er sich darauf einstellen kann , viele Partner wissen das es nicht persönlich gemeint ist und du musst natürlich Bereitschaft haben wenn es extrem akut ist und dein Partner nicht zurecht kommt sich jeweils in die Klinik für die Stabilisierung bringen zu lassen … Mit den Med. kann ich nachvollziehen das Problem kenne ich zu genüge , Psychopharmaka auf Dauer verändern einen und die Lebenserwartung verkürzt sich , das sollte man schon wissen, wenn du jahre lang diese nimmst hast du jetzt keine Lebenserwartung bis unbedingt 80 so meine ich , aber du musst abwiegen ob du lieber ein Leben hast was gut ist und es zu wenigen Ausbrüchen kommt…. aber es gibt auch diverse Medikamente die einen nicht dick werden lassen bzw. machen die Medikamente selbst nicht dick sondern das Hungergefühl verändert sich , die meisten sind Appetit anregend , da muss man halt ziemlich diszipliniert sein ….

Du solltest nach deinen ausrastet die Situation analysieren wenn es dir dann wieder besser geht und schauen in wie weit du dich selbst steuern kannst um es abzumildern in den besagten Situation…. Es ist leider ein langer Weg und es bedarf viel Übungen , klar gibt es auch Schübe wo man wie ferngesteuert ist , dass ist wichtig dein Partner muss das wissen das es nicht immer vermeidbar ist….

Suche dir eine gute Klinik die sich gut mit sowas auskennt ( nicht jede Psychiatrie hat diesbezüglich gute Behandlungskonzepte) und mache dort ein Therapie wo du nochmal auf den Kopf gestellt wirst und wo für dich eine gute Verhaltenstherapie direkt auf dein Krankheitsbild zu geschnitten ist …

Ps. kleiner Tip es gibt einige berühmte Pat. die unter dieser Erkrankung leiden und schlimme Zeiten hatten es trotzdem geschafft haben und jetzt in der Lage sind darüber zu erzählen … die sogenannten Genesungsbegleiter heißen sie…. Google mal darüber , sehr spannend und kann sehr sehr hilfreich sein ….

Alles gute !

Gestern 15:26 • x 1 #26


Tiffanyyy

Tiffanyyy


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@Johanna15
Wärst du schonmal in einer Psychatrie? Die Leute auf dem Hof laufen Rum wie Zombies weil ihr Hirn weggeballt wird durch die Medikamente.
Hätte ich weiterhin nach meinem Klinikaufenthalt Medikamente genommen wäre ich jemand der mit mir selbst wenig zu tun hat. Meine Gefühle wären keine Gefühle mehr. Ich wäre nur ein Hirnloser Zombie.
Fett, ohne Gefühle und stumpf.
So will ich mein Leben nicht leben. Weil es kein echtes und schönes Leben wäre.
Wie wäre dein Leben wenn du nichts fühlen könntest ?

Gestern 15:29 • x 1 #27


Arnika

Arnika


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@Nostraventjo Furchtbar. Schizophrene stellen leider schnell eine Gefahr für sich und andere dar. Mein schlimmstes Erlebnis mit Schizophrenie war - gegen deines aber noch harmlos - und damals wussten wir noch nichts von ihrer Erkrankung, als eine Bekannte bei 120 km/h aus dem Auto springen wollte. Warum? Ganz begriffen haben wir es selber nicht, sie brabbelte irgendwas Unzusammenhängendes (wo wir noch dachten, sie scherzt) und dann von Gefahr oder so, schnallte sich ab und riss aus dem Nichts die Autotüre auf. Das ging so schnell - wir sind nur mit Glück nicht alle zusammen am Baum geklebt und konnten sie auch noch irgendwie zurückreißen. Mein Kumpel war grad in der Kennenlernphase mit ihr, das hatte sich dann auch erledigt. Wo da der Trigger war, ich weiß bis heute nicht. Vermutlich irgendwas im Gespräch von uns.
Ich kann das Meiden vom Freundeskreis also durchaus verstehen. So leid mir das tut, aber wer hält das aus? Und gesunde Ernährung, Yoga und Bewegung wird da nicht viel bringen, sorry.

Und natürlich ist der Betroffene ein Mensch, aber die anderen auch. Es gibt viele Menschen, mit denen ich mich nicht treffen will, Krankheit hin oder her. Ich sitz auch nicht mit Meth-Süchtigen zusammen, vielleicht noch am ehesten vergleichbar. Das ist auch eine furchtbare Krankheit mit klaren Momenten. Aber das ist ja meine Entscheidung.

Gestern 15:30 • #28


Tiffanyyy

Tiffanyyy


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@Icecat das ist die cleverste und emphatischte Antwort die ich hier bekommen habe.
Vielen Dank!
Das ist sehr feinfühlig von dir und ich danke dir von Herzen.

Gestern 15:32 • x 1 #29


Tiffanyyy

Tiffanyyy


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@Arnika ich mag anders denkende Menschen. Sie inspirieren mich.
Sowas finde ich interessant.
Ich hätte auch kein Problem damit mit Süchtigen Menschen eine Freundschaft zu führen. Jeder hat sein Päckchen. Man wird nicht süchtig geboren.
Ich sage ganz klar das ich Achtung und Respekt vor Süchtigen Menschen habe und das ich gerne für sie da wäre.
Es gibt viele Süchte. Sucht kommt von Sehnsucht

Gestern 15:38 • x 2 #30



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