Dibbelabbes
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Ich bin Dibbelabbes und freue mich, hier angemeldet zu sein. Meine Situation ist sehr chaotisch und ich bin regelrecht verzweifelt.
Was ist geschehen?
ACHTUNG: LANG!
Meine Frau (30) und ich (31) sind seit 2,5 Jahren verheiratet (auch kirchlich) und haben eine wunderbare Tochter (8 Monate).
Ich habe seit meiner Kindheit und frühen Jugend immer wieder mit Impulskontrollproblemen zu kämpfen, haben deshalb auch schon Therapien gemacht und befinde mich aktuell ebenfalls in einer Psychotherapie mit Verhaltenstherapie. Es ist so, dass ich bei Streits und größeren Diskussionen schnell laut werde und die Kontrolle verliere. Ich habe meine Frau im Affekt auch schon mal leicht geschubst, was mich sehr schockte.
Bei mir wurde Anfang des Jahres eine milde Ausprägung von Borderline diagnostiziert. Ich arbeite mit meiner Therapeutin daran und habe mir einige Skills, Strategien etc. zurechtgelegt, die mir auch gut geholfen haben.
Meine Frau und ich haben keine gute Streitkultur (wenn man das so nennen kann). Sie spricht nicht offen über ihre Gedanken wie ihre ganze Familie), Gefühle, Probleme und macht mir schnell Vorwürfe, wenn etwas nicht passt. Ich würde sagen, sie ist sehr passiv-aggressiv, was leider bei viele Knöpfe drückt, die mich "an die Decke" gehen lassen.
Meine Therapeutin ist der Meinung, dass meine Frau an vielen Aspekten eine Mitverantwortung aufgrund ihres Verhaltens trägt. Ihr Verhalten sei teils "manipulativ", was mir in meinem Verhalten sehr schade.
In den letzten Wochen habe ich es nicht geschafft, an mir zu arbeiten. Meine Therapeutin war krank, ich war zwei Wochen am Stück krank, dann unsere Tochter, vorher schon meine Frau. Unsere Tochter kriegt Zähne und schläft schlecht, was natürlich hauptsächlich an meiner Frau hängen bleibt. Sie war nervlich ziemlich durch.
Zudem sind wir gerade dabei, eine Wohnung in ihrer Heimat herzurichten, damit wir dort nächstes Jahr einziehen können (das Haus gehört ihrer Familie). Ich habe es aufgrund von Krankheit etc. noch nicht geschafft, dort viel mitzuhelfen - die Wohnung ist seit 1.11. frei und ich konnte 2-3 Termine nicht wahrnehmen. Allerdings haben wir in dieser Zeit auch unsere Küche zu Ende geplant und viele Dinge angestoßen, was ja schonmal gut ist. Es geht also was "voran". Nur ist es meiner Frau nicht genug und geht nicht schnell genug.
Leider haben wir uns viel gestritten in den letzten 5-6 Wochen. Ich wurde mehrmals laut, habe sie mit "Verpiss dich" und "Du kotzt mich an" beschimpft. Das hat sie sehr verletzt. Ich bin mir meines Verhaltens bewusst und weiß, dass das nicht gut war. Ihren Anteil an den Streits sieht sie allerdings kaum. Wenn ich das anspreche, sagt sie nur ich suche einen "Sündenbock". Mittlerweile hat sie auch selbst einen Therapieplatz, um mit ihrer Situation besser klarzukommen. Sie hat diesen selbst gesucht und es war ihre eigene Idee. Hier hoffe ich darauf, dass ihr ihr eigener Anteil an den Streits bewusst werden könnte.
Ein mögliches Angehörigengespräch mit meiner Therapeutin, um meine Diagnose besser verstehen zu können, hat sie bislang abgelehnt.
Nachdem meine Frau vor zwei Wochen für ein paar Tage mit ihrer Mutter und unserer Tochter im Wellnessurlaub war, kam es Anfang letzter Woche zu Streitigkeiten. Thema war hauptsächlich, dass ich nicht im Haus mithelfen würde, ob ich überhaupt dorthin ziehen wollte etc.
Dazu muss ich sagen: Ich WILL dorthin ziehen, das war schon seit Jahren klar. Ich habe ihr das auch immer wieder gesagt.
Es kam mir so vor, als wollte meine Frau alles, was sie bedrückt, auf mir abladen. Sie hat sich regelrecht ausgekotzt und mir Vorwurf um Vorwurf gemacht. Es war heftig. Auf meine Frage, wie es denn weitergehe mit uns sagte sie nur sie "wisse gar nicht mehr" und brauche ein paar Tage Abstand. Sie würde mit unserer Tochter in ihre Heimat fahren.
Mittwoch früh ist es dann eskaliert. Ich fragte sie, ob sie wisse wann sie wiederkomme, denn ich würde natürlich gerne meine Tochter sehen. Sie ist direkt in die Defensive gegangen, warf mir vor, es würde mir nur um unsere Tochter gehen, ich hätte ihr den Freiraum und Abstand ja eingeräumt und würde ihr keine Steine in den Weg legen usw. Es schaukelte sich hoch.
Ich saß dann mit unserer Tochter im Arm auf der Couch und sie machte mir wieder Vorwurf um Vorwurf. Sie wurde aggressiv und war voller Hass. Ich brach in Tränen aus und war völlig verzweifelt. Da griff sie nach unserer Tochter und ich schlug ihre Hand weg und versuchte, nach ihr zu treten.
Wir beide waren völlig schockiert und ich weinte unkontrolliert. Aus dem Affekt heraus rief ICH dann die Polizei, die eine halbe Std. später da war. Sie waren nett und kooperativ, aber meine Frau bekam Zeit zu packen und tatsächlich haben wir zwei Wochen Kontaktsperre bzw. -verbot. Ich darf sie nicht kontaktieren. Ob sie mich kontaktieren darf, weiß ich nicht.
Seitdem ist eine Woche vergangen. Ich bin in meine Heimat gefahren, sie ist wohl auch in ihrer Heimat. Ich bin völlig verzweifelt. Mir ist mein Anteil an dem Ganzen absolut klar. Ich hätte niemals ihre Hand wegschlagen dürfen. Meine Therapeutin sagt allerdings auch, dass ich ihren Anteil nicht unterschätzen darf. Sie habe maßgeblich dazu beigetragen, dass es so eskaliert sei.
Fakt ist, wenn es weitergehen soll, dann brauchen wir Hilfe - Beratung, Therapie, irgendwas.
Das Wichtigste ist unsere Tochter. Ihr darf nie irgendwas passieren.
Nächste Woche endet die Kontaktsperre.
Darf ich auf unsere Ehe noch hoffen? Oder war es das mit uns?
Ich schwanke jeden Tag zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Ich klammere mich an den Gedanken, dass unsere (vor Gott geschlossene) Ehe eine faire Chance verdient hat. Wir dürfen das doch nicht so einfach aufgeben oder? Wir haben uns noch letzte Woche gesagt, dass wir uns lieben und uns nichts sehnlicher wünschen, als dass wir zusammenhalten. Als Team.
Ich hoffe, ihre Bereitschaft ist nicht verloren.
Danke fürs Lesen.
EDIT:
Ich möchte dazu sagen, dass ich in den 8 Monaten seit der Geburt immer alles gegeben habe, für meine Frau und auch unsere Tochter da zu sein. Ich gehe einkaufen, koche häufig, halte die Bude einigermaßen sauber. Ich wickele die Kleine und mache sie sauber, ich spiele und kuschele mit ihr wo und wann ich kann. Ich habe einen stabilen Job (Beamter) und bringe das Geld nach Hause. Ich gebe alles.