Ehemaliger User
Gast
Ich hatte lange nicht mehr das Bedürfnis hier zu posten. Mit meiner Trennung komme ich klar, habe sie akzeptiert, sehe sie als Chance, nicht als Untergang und weiß, dass sie für mich wie auch für meinen Ex die richtige Entscheidung war. Mein Problem ist das Leben danach!
5 Monate sind vergangen. 5 Monate in denen mein Leben voll war mit Gedanken, Veränderungen, Schmerz, Pflichten, Trauer, Organisation ... ich war rundherum beschäftigt, es gab keine Chancen auf eine Auszeit, es ging einfach immer weiter, so wie es weitergehen musste, der Weg war vorgegeben und ich bin ihn gegangen ... einem Ziel entgegen, welches eigene Wohnung, Selbständigkeit, Freiheit hieß! Ich habe mir eine Basis geschaffen auf welcher ein weiteres, neues Leben aufbauen kann. Genaugenommen könnte es jetzt beginnen!
Tatsächlich aber finde ich mich in einer Lethargie wieder, die mir jede Bewegung zur Qual werden lässt. Einzig meine Gedanken bewegen sich - im Kreis!
Während ich noch beschäftigt war diese Basis zu schaffen, war ich voll von Euphorie, die sich vermutlich aus eben dieser Bewegung in der ich war ergab. Ich war mittendrin, tat etwas und sehnte mich nach einer Auszeit und dem Leben danach, in welchem ich das was mich jetzt so beanspruchte würde genießen können. Indem ich immer wieder über meine Schatten sprang hatte ich Erfolgserlebnisse die meinem Ego verdammt gut taten und die mich voranbrachten. Während ich meine Wohnung renovierte stellte ich mir oft sehnsüchtig vor, wie wunderbar es sein würde an lauen Sommerabenden auf meinem Balkon zu sitzen und keinem mehr Rechenschaft schuldig zu sein, keine Rücksichten mehr nehmen zu müssen ... ich alleine würde bestimmen was und wie lange ich dort tun würde, ich würde frei sein, wollte frei sein und war entschlossen all das zu genießen ... ich hatte soviele Wünsche und Hoffnungen!
War ich in den letzten Monaten in dieser Euphorie alles schaffen zu können, weil ich viele kleine Erfolgserlebnisse hatte die mich Stück für Stück weiter voran brachten, habe ich nun, da ich 'alles' geschafft zu haben scheine keine mehr. Ein Schritt voran macht Mut auf den nächsten - ich aber stehe still auf meinem Platz und selbst der Blick zurück gibt mir nicht mehr den Schwung einen weiteren Schritt zu tun! Ich weiß nämlich nicht wohin!
Ich hadere mit mir und der Realität! Die Realität heißt kleinere Auseinandersetzungen mit dem Ex über die üblichen Themen wie Geld und Kind, alleinerziehend und nur alle zwei Wochen zwei Tage 'frei' zu sein, in diesen zwei Tagen den Druck, sie nutzen zu MÜSSEN, aber keine Ahnung zu haben wie und mit wem und sie dann alleine zu verbringen. Die pubertierende Tochter, bereit zu jedem Kampf, unausgeglichen durch die Auswirkungen der Trennung, mehr oder weniger alleine 'aus'halten zu müssen. Ich verspüre wieder diese sinnlose Wut auf meinen Ex, der während unserer Ehe eine neue Partnerschaft aufgebaut hat, und im Gegensatz zu mir jetzt nicht alleine ist, vergleiche sein Leben mit meinem und komme mir benachteiligt vor. Die alten 'Freundschaften' sind überholt - bestanden aus glücklichen? Familien, Kontakte zerbrachen ... neue, in direkter Nähe, gibt es noch? nicht.
Übrigens ... in meiner neuen Wohnung fühle ich mich 'sauwohl' ... trotz allem
Wem fällt dazu jetzt was ein
Liebe Grüsse von lilac
Noch was ganz anderes? Wieso laufen meine früheren Beiträge plötzlich unter Gast?