Aprilwetter
Gast
Hoffen. Auf ihn. Auf Erklärungen.
Ihm sehen. Nur noch mehr Fragezeichen.
Erstes Wiedersehen am Müllplatz vorm Haus. Welch Zeichen. Er warf einen Müllsack in die Tonne.
Er sah mich abschätzig an. Eiskalte Augen. Er ging zum Auto. Auf dem Beifahrersitz eine attraktive Frau. Sie sah mich genauso abschätzig an. Warum entsorgt er seinen Müll nicht am Müllplatz vor seinem Haus?
Kein Hoffen mehr. Zufällige Begegnungen. Keine Antworten mehr wollen. Nur noch Ruhe. Zur Ruhe kommen. Kraft schöpfen.
Wut verbraucht Kraft. Keine Kraft zum Schlafen. Keine Kraft zum Essen. Die Wohnung erreichen wie eine Alte Frau. Am Treppengeländer hochziehen.
Ihm sehen. Wieder und wieder. Mit immer neuen Frauen. Zusammenbruch. Drei Tage heulen. Krankenhaus. Heimkehr. Vorm Spiegel stehen. Mich nicht mehr erkennen. Aschfahl. Haare zerzaust. Trockene Haut. Traurig. Zu traurig. Todtraurig.
Wut. Wut. Wut. Auf ihn. Auf mich. Wieder kraftlos. Denken kostet Kraft. Konnte die Gedanken nicht mehr stoppen. Zwangsdenken.
Keine Kraft mehr zum Denken. Funktionieren. Abends Erschöpfung. Miete abwohnen und Leben Ableben. Kein Ziel. Kein Licht in mir. Verzweiflung. Wut. Rachegedanken. Wieder Zwangsdenken. Rachegedanken tun gut. Das Denken ist zielgerichtet. Wieder Struktur im Denken. 14 Tage. Mir ging es gut damit.
Dann die Erkenntnis. Es wäre ein Pyrrhussieg. Es wäre sein Niveau. Es ist kein Niveau. Umdenken. Aufwachen. Wieder Licht sehen. Erst draußen, dann in mir.
Alles begleitet von Schweigen. Erst seines, drei Jahre. Dann meines. Es gab keine Worte. Am Anfang war es bockiges Schweigen. Heute ist es gewolltes Schweigen. Befreiendes Schweigen. Schweigen kann man nicht missverstehen.
Nun ist mein Schweigen die Hölle für ihn. Er ist ein Meister der Worte. Für mich zählen Taten.
Wut. Mittlerweile verraucht. Aufgegangen in vielen Dannemanns. Ein niederes Gefühl. Belastet Galle und Leber. Vergiftet. Dann lieber Rauchwölkchen, die der Wind davonträgt.
Seine Wut? Für mich immer noch spürbar. Auf sich selbst. Auf alle. Auf die Welt. Vergiftet. Er wird es bleiben.
Es ist Dein Thread. Irgendwie kann ich mich momentan gut in Dich hineinversetzen. Vor einem Jahr hatte ich ähnliche Fragen und Gedanken wie Du. Aber keine Kraft mehr, sie zu formulieren.