Zitat von CleoK: dass man NUR in dieser Konstellation für Leiden vorprogrammiert ist?
Die Menschen sind wirklich verschieden und ich glaube nicht, dass man
ein Rezept für garantiertes Glücklichsein oder eben Unglücklichsein für 8,2 Milliarden Menschen ausstellen kann.
Allein die Tatsache, dass es Menschen gibt, die in glücklichen Alternativen leben, ist Grund genug, anzunehmen, dass nicht ein Beziehungsmodell allgemeingültig sein kann.
Was den Vorwurfs des Betrugs angeht: Man kann einem Menschen nichts wegnehmen, was ihm gar nicht gehört.
Ein Mensch ist kein Gegenstand, sondern ein lebendiges Wesen, das immer selbst entscheiden möchte, mit wem er sich abgibt.
Diese angeborene Lust, selbständig zu bestimmen, mit wem man etwas tut und was, wird auch nicht ausgebremst werden können, indem man jemandem einen Schwur abringt, künftig nur noch Lust auf ein und dieselbe Person zu haben.
Statt Versprechen weit für die Zukunft abzugeben, sollte man viel lieber im Moment leben und in dem Moment füreinander da sein, das ist schwer genug für viele, das hinzubekommen.
Zitat von CleoK: dann sind das allesamt Beziehungen, in welchen ich nicht mehr sein möchte
Das ist der Punkt. Danke, Cleo! Da muss eine Beziehung noch gar nicht mal schlecht oder schlimm sein.
Die Partner meiner Freunde sind allesamt sehr liebe und nette Menschen. Und trotzdem sehe ich immer wieder Situationen, die ich nur zu gern hinter mir gelassen habe. Aber es kann jeder wirklich so leben, wie er möchte. Und ich eben auch. Und mein Affärenpartner.
Zitat von CleoK: Wahrscheinlich hat man irgendwann die Nase einfach voll von diesem gesamten Ding.
Ja. Ich hatte vor Jahren mal ein interessantes Gespräch mit einer Bekannten, die um die 60 damals war. Ihre Freundinnen, auch alle in ihrem Alter, hatten nach ihren Scheidungen und nachdem die Kinder aus dem Haus sind, wieder neue Partner.
Fast jede "beklagte" den Punkt, dass sie sich erneut eingeschränkt fühlten. Alles kein Weltuntergang, was da beschrieben wurde, aber dennoch vielsagend.
Da wird dann zum Beispiel irgendwann mal gemurrt, was es denn nachts um zwei Uhr Wichtiges mit der Freundin zu bereden gäbe am Telefon.
Nur eine kleine, unscheinbare Bermerkung, absolut harmlos, aber so entlarvend.
Warum muss sich eine Frau, die über 60 ist und ihre Ehe hinter sich gelassen hat, erklären für ein Telefonat?
Es gibt keinen Grund dafür.
Es ist, als ob die Botschaft des Partners lautet:
Wenn du dich um mich schon kümmern willst und mir mein Leben angenehmer machen willst, dann richte deine Leben doch bitte nach mir aus.
Zitat von CleoK: Wie soll es auch anders sein, in dieser Konstellation? Wir verleben nur schöne Zeit und das ist das, was Valerieee und ich anscheinend genießen
Ich bettle nicht darum, ihm den Haushalt zu führen, aber bin natürlich immer bereit, ihm in jeder Lebenslage zu helfen, ich liebe ihn ja.
Das würde ich auch für jeden Freund/ Freundin tun (für sie da sein, wenn sie es wollen oder mich brauchen).
Aber, schon bevor ich ihn traf, hatte ich nicht mehr den Drang/ Wunsch, mir einen Mann zu suchen, der frei ist und darauf wartet, eine freie Frau zu besetzen.