Schöne Grüße an alle: Ich überlege gerade, wie viele hier im Forum diesen Thread zumindest lose verfolgen - ich ziemlich von Anfang an. Falls er wirklich morgen geschlossen wird, würd ich gern was ergänzen.
Wer mich "kennt" (von hier), weiß, dass ich eine der "betrogenen und verlassenen" Frauen bin, mein Ex hatte zweieinhalb Jahre Affäre mit zwei Frauen, in die zweite er sich dann verliebt und sich von mir getrennt, 25 Jahre Beziehung. Mich hatte diese Trennung maximal zerlegt, mehr als ich mir vorstellen konnte. Seit langer Zeit geht's mir aber wieder gut, auch wenn ich manchmal etwas Wehmut nach dieser Selbstverständlichkeit meiner früheren Beziehung hatte - nicht nach meinem Ex übrigens, wir haben uns sehr deutlich auseinandergelebt.
Aber:
Ich hab's NIE verstanden, warum irgendwer der AF irgendwelche Schuld zuschiebt.
Deswegen verstehe ich auch null, wie sich dieser Thread entwickelt. Weil Valerieee sich nicht "schuldig" fühlt - und das viele erwarten? Find's merkwürdig, obwohl ich Affären aus obigem kompletten Mist bzw. zerstörerisch für die Nichtwissenden finde.
Von mir: Ich war rund ein Jahr nach der Trennung in der Versuchung, AF zu werden. Ich hatte einen ziemlich spannenden Mann kennengelernt, der mir zu Beginn verschwiegen hat, eine Freundin zu haben. Als er's erzählt hatte nach den ersten Körperlichkeiten, war ich irritiert, er hat dann seine Beziehung maximal heruntergespielt: Fernbeziehung und XYZ (setze alles Mögliche ein). Ich hab ihn gefragt, was er davon halten würde, wenn seine Freundin was mit einem Mann anfangen würde wie er mit mir.
Er hat mich komplett entsetzt angeschaut und gemeint: "Zerbrichst Du Dir jetzt meinen Kopf über meine Beziehung?"
Das fand und finde ich immer noch logisch. Und ja - ich konnte es trotzdem nicht und hab den Mann mit großem Bedauern in die friendzone geschoben, weil es für mich nicht ging. Und damit verbinde ich, bitte nicht falsch verstehen, keine moralische Wertung. Ich wusste schlicht zu genau, wie es ist, zu erfahren, dass man zweieinhalb Jahre quasi in der Truman-Show gelebt hat, ungeschützter Se... auf der anderen Seite inklusive. Mir hat's - als Betrogene - den Magen umgedreht, weil ich es nicht wusste. Nicht vor Ekel, aber aus ernsthafter Angst vor Krankheiten und sei es nur ein mistiger Pilz, den ich definitiv nicht von einer Affäre meines Ex mitnehmen wollte. DAS fand ich von meinem Ex unsäglich.
ABER
Auch das: Was hat die AF damit zu tun?
Was ich aus diesem Thread mitgenommen hab, war eine ernsthaft neue Erkenntnis, die ich gut finde: Das Bild vom "Dreieck", sicher oft Hemschi-geprägt. Es stimmt nicht. Die AF und die EF haben erstmal nichts miteinander zu tun. Ja, die AF hat den Informations"vorsprung" - sie weiß, dass es eine EF gibt. Umgekehrt ist das anders. Fair ist das nicht. Aber bleibt für mich dennoch Schuldumkehr, die AF dafür verantwortlich zu machen.
Der betrügende Ehemann oder die betrügende Ehefrau ist der Mensch, der eine Affäre beginnt und führt - aus Sicht der betrogenen Ehepartner. Egal, ob diese/r sich auf die Affäre einlässt oder sie aktiv sucht oder ... oder .... oder ....
Hätte mein Ex gesagt: Danke für das Interesse, aber nein, danke, bin liiert und wir haben Exklusivität aka Treue vereinbart ..... dann hätte es keine Affäre gegeben. Er ist verantwortlich.
Meinem Ex nehme ich übel, dass er mich so krass verletzt und getäuscht und angelogen hat. Persönlich ist er mir heute egal, aber die Art war schlicht nicht in Ordnung. Aber der AF? Nein. For the record: Er hat sich damals für die zweite Frau getrennt, zusammen sind sie heute nicht, weil sie in ihrer Beziehung geblieben ist. Mir tut er heute leid.
Ich verstehe diese seltsamen "Erziehungsversuche" der TE durch andere Forenschreiber in diesem Thread null. Auf mich wirkt das wie ein Versuch, den eigenen ehemals betrügenden EM oder die eigene EF eben DOCH etwas zu entlasten .... Die AF/der AM muss ja eine Art Teilschuld haben, Verantwortung, unmoralisch sein. Ich finde nicht.
Auch nicht, obwohl ich genau dieses Argument am wichtigsten fand nach der Trennung: Warum hat mein Ex nicht mit mir geredet? Warum konnten wir uns nicht einfach "auf Augenhöhe" trennen? Wir waren nicht mehr gut miteinander. Warum hat er mir nicht gesagt, dass er Lust auf jemand anderen hat? Hatte ich auch übrigens, aber hab mich durchaus an mein Wort gebunden gefühlt. Wer sagt denn, dass hier die EF nicht auch Lust hätte, sich anders umzusehen.
Also ja: Affären sind für die betrogenen Partner/innen übel. Denn sie haben nicht die Möglichkeit sich zu entscheiden, weil sie es einfach nicht wissen. Spüren vielleicht (wie ich). Glauben? Nö, werden ja gern beschwichtigt vom Ehemann: Was hast Du denn, ist doch alles in Ordnung.
Und ja, ich hätte und hatte keine Lust auf einen Typen, der seine Frau besch....t und betrügt. Ungutes Gefühl bei mir. Bleibe aber dabei: Verantwortlich ist allein der - hier: - Ehemann. Wäre es nicht Valerieee, wäre es vermutlich eine andere. Und das ist vielleicht ein Punkt ....
Ich wünsch Dir, Valerieee, jemanden, der sich für Dich entscheidet, weil das einfach gut tut zu spüren. Der Dich als Priorität sieht und nicht als Option. Alles Gute!