Zitat von Blue23:Ich verlor meine Frau vor 2,5 Jahren, wir waren 39 Jahre verheiratet. Es tut heute noch weh, es vergeht kein Tag an dem ich nicht an sie denke. Ich würde meinen, das der Zurückbleiben mehr Schmerz verspürt wie der Verstorbene. Wir haben es noch vor uns, wir sind alleine, trotz Familie. Innerhalb einer Familie ...
sich den Themen zu stellen, ist sehr schwierig. Die damit verbundenen Gefühle und Emotionen machen es noch schwieriger, wenn es um Menschen ging/geht, die einem sehr sehr nahe standen.
Sich dem Thema zu öffnen, dazu bereit zu sein, das wirklich zu wollen - dieses "sich öffnen wollen" - das kann nicht früh genug beginnen. Aber... solange keine "Notwendigkeit" besteht, wird doch meist so getan, als ob einen dieses Thema niemals erreichen wird.
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Als im Laufe der Jahre aus meiner Verwandtschaft so nach und nach Großeltern, Tanten, Onkel verstarben, waren bei mir noch keine Gedanken in der Hinsicht gegeben. ALLE Tanten und Onkel verstarben an Krebs. Zu Krebs gab es da bei mir keinerlei Bezug.
1998 erkrankte ich selbst an Krebs - mit damals nahezu aussichtsloser Prognose. (Das ist nicht übertrieben) Ich bin ein med. Wunder.
2000 verstarb mein Papa... nach dem 2. Schlaganfall.
2006 verstarb mein Schwager an Krebs mit einer aussichtslosen Prognose. Das war der Zeitpunkt, an dem ich "in Gespräche" kam. Alle sich mir bietenden Möglichkeiten habe ich genutzt - im Palliativ-Bereich einer Klinik, in dem mein Schwager bis zuletzt betreut/begleitet
wurde. Dort war es möglich, DIE Fragen zu stellen, die mir sehr wichtig erschienen - AUCH
deshalb, weil ich selbst "so nah dran war". Es war heftig, als ich den finalen Anruf meiner Schwester entgegennahm...
... im Februar 2023 nahm ich den finalen Anruf des KH entgegen, dass meine Mama verstorben sei. Ja... im Alter von fast 95 Jahren war jederzeit mit einen solchen Anruf zu rechnen. Mama war NIE zuvor wirklich ernsthaft erkrankt. Ihr Tod... auch bedingt durch
das sehr hohe Alter. Und trotzdem....
...wir alle wussten, dass der finale Anruf kommt. Die letzten anderthalb Wochen deuteten darauf hin. Kann Frau/Mann sich auf einen solchen Anruf vorbereiten? Ich sage nein... 2 mal bekam ich einen finalen Anruf. Was dann jeweils folgte - REINES "Funktionieren", um alle Modalitäten zu klären. Ich "funktioniere" heute noch in der Weise. Von Trauer...so wirklich keine Spur. Dass etwas in mir brodelt, deshalb Arztbesuche anstanden, Untersuchungen gemacht wurden mit dem Ergebnis, dass organisch alles okay ist... und doch kommt da etwas nicht so wirklich RAUS.... die Trauer, Tränen (bis auf die, wenn ich HIER im Thread Posts lese, wo es auch um den Tod nächster Angehöriger geht).
Wenn ich ans Grab der Eltern gehe...ich rede mit den beiden, als wären sie direkt und "leibhaftig" vor mir. Ich berichte ihnen aus meinem Leben....frage sie nach IHREM Befinden. Ich begrüße sie mit den Worten: "Hallo ihr beiden!", verabschiede mich mit den Worten: "Machts gut ihr beiden, bis zum nächsten mal!"
Jeder wird versuchen müssen, auf seine Weise einen Umgang mit dem Tod Nahestehender zu finden. Sich damit zu beschäftigen - das liegt nahe, weil es (für mich) einfach dazugehört. Trauer will und MUSS - aus meiner Sicht - zugelassen werden, um verarbeiten zu können, was "da passiert" ist, was einem nach dem Tod Nahestehender fehlt, dass das im Grunde normale Vorgänge sind, die "irgendwann" geschehen werden. Wahrhaben, dass dem so ist - wie schaut es damit aus!?
Ich schaffe es nicht mal, meine Gedanken in der Form niederzuschreiben, wie ich es in Zeiten meiner akuten Krebserkrankung gemacht hatte....über Jahre hinweg. Was die jetzige Trauer angeht... ich bringe sie nicht "zu Papier", um den Druck (durch die Trauer) loszuwerden - nicht mal ansatzweise.
Gespräche mit dem Arzt laufen....eine Therapie ist angedacht. Eine Reha habe ich ins Gespräch gebracht.