Zitat:(...)Ich nehme daraus mit die Zeit im Hier und Jetzt so gut es geht zu nutzen.
....schreibt @Rheinländer.
"Die Zeit im HIER und JETZT" - aus meiner Sicht ist das die wichtigste Zeit überhaupt.
Wenn ich gleich wieder ans Grab der Eltern gehe - Papa in 2000 verstorben, Mama Anfang diesen Jahres - gehe ich mit einem Gefühl dorthin, dass es das Beste ist, was ich für mich tun kann.
Trauer - sie stellt sich zwar allmählich ein, schlägt ab und an heftig zu, Tränen "gehen" nicht.
Ich weiß nicht, warum keine Träne fließt. Der Tränensee müsste im Grunde überlaufen. Nee - gar nix läuft an Tränen. Braucht es Tränen, um der Trauer Ausdruck zu verleihen?
Wenn ich bestimmte Musikstücke höre, die die Eltern mochten, laufen Tränen ohne Ende. Dann ist es egal, wo ich mich aufhalte. In Konzerten kam das schon sehr oft vor... von außen ist nicht erkennbar, warum Tränen kullern. Eine Bekannte sah das, als bei einem bestimmten Musikstück Tränen liefen. Sofort ergriff sie meine Hand, drückte meine Hand, schaute mich an. Nach diesem Konzert habe ich ihr es gesagt.
Der Tod reißt Löcher ins Leben der Hinterbliebenen! Auch wenn der Tod als Erlösung gesehen werden kann? Der Verlust eines Menschen wiegt schwer. Der Umgang mit dem Verlust ist so individuell wie der Sand am Meer. Es gibt dabei kein "falsch/richtig"... kein "gut/schlecht".
Es gibt Kulturen, in denen der Tod regelrecht gefeiert wird. Ob der Tod dort die Krönung eines "gelebten Lebens" bedeutet?
Meine Mama verstarb mit knapp 95 Jahren. Sie hatte bestimmt ein erfülltes Leben, wenn auch sehr schweres Leben. Für sie war der Tod eine Erleichterung. So habe ich das direkt nach ihrem Tod auch gesehen. So sehe ich das heute auch noch - hoch betagt, ein erfülltes Leben mit 3 erw. "Kindern", 4 Enkeln, 1 Urenkel.
Jetzt kullern Tränen - während des Schreibens....