Liebe Florentine, mein aufrichtiges Beileid! Ich hoffe, deine Oma kommt zurecht, das ist wirklich sehr hart.
Zitat von Florentine: ...und vielleicht wird sie weiter glauben.
Das wünsche ich deiner Tochter sehr.
Zitat von Florentine: Ich werde daneben stehen und staunen und nicht wissen, ob ich grade in meinem Erziehungsauftrag versagt oder bestanden habe.
Ich war als Kind in der Situation deiner Tochter.
Meine Oma sehr gläubig (aber nicht fanatisch sondern eher aus dem Herzen heraus) und meine Mutter lehnte den Katholizismus aus tiefstem Herzen ab.
Was wurde aus mir..?
Ich bin evangelisch. Da meine Mutter mir immerhin ermöglichen wollte, meinen eigenen Weg zu finden und mich in den evangelischen Religionsunterricht schickte. Wofür ich ihr bis heute dankbar bin.
Wenn ich für mich im Leben eins gelernt habe, dann... man ist weder dazu da, um jemanden zu bekehren, noch um jemandem seinen Glauben zu nehmen.
Meine Oma (91), ein sehr positiver und liebevoller Mensch sagt "mein Glaube hat mir geholfen, niemals den Mut zu verlieren."
Er gibt ihr bis heute viel Kraft und Halt und hat dafür gesorgt, dass sie niemals verbittert und zynisch wurde.
Meine Mutter - nicht gläubig, aber doch ein wenig "spirituell", hat sehr viel Angst im Leben.
Ich - gemischt. Einesteils glaube ich... und andererseits fühle ich mich manchmal als Agnostikerin. Schwierig zu beschreiben.
Und trotzdem bin ich froh, dass es etwas gibt, das mich in manchen Augenblicken seelisch stützt.
Warum ist es dir ein Bedürfnis, dass dein Kind nicht glauben sollte?
Kannst du ihr denn beweisen, dass das, was sie glauben möchte, wirklich falsch ist?
(Wahrscheinlich nicht, sonst wärst du weltberühmt
😉)
In mir kämpfen auch immer wieder "logischer Verstand" und das Kind, das gerne glauben möchte, um Oberhand.
Fakt ist... keiner weiß woher wir kommen und wohin wir gehen.
Werden wir zu Staub - in einem Universum das nur Teil weiterer unendlicher Universen ist (wie schräg) oder doch etwas anderes?
Who knows.
Die weltbesten Physiker wissen es nicht. Und wir sind auch nicht schlauer.
🤷♀Am Ende werden wir es alle irgendwann sehen.
Meinen Erziehungsauftrag als Mutter sehe ich daher nur darin, darauf zu achten, dass die Kinder "Glauben" nicht falsch verstehen... so wie es bis heute weltweit passiert.
Streit, Krieg, Diskriminierung usw. im Dienste des Glaubens... Unterdrückung oder gar Angst vor der Strafe durch diverse Gottheiten...
zumindest hier sagt mir mein Gefühl mit 1000%iger Sicherheit - DAS kann es nicht sein...
Ich wünsche euch für den Gottesdienst viel Kraft!