Zitat von Perzet:"was denken Sie, müsste sich ändern, daß sie wieder den Wunsch nach Zärtlichkeit haben?"
Fast genau diese Frage wurde im Rahmen unserer Paarberatung auch gestellt.
Ich kann und konnte sie nicht beantworten.
Auch nicht nach wochenlangem drüber Nachdenken, was tierisch frustrierend war.
Zitat von Rob123:wir unternehmen nichts zu zweit
Kenn ich.
Warum nicht?
Zitat von Rob123:dann sitzen wir zwar auch mal am Fernseher aber nicht nebeneinander gekuschelt oder sonst was.
Kenn ich ebenfalls.
Zitat von Rob123:und wenn wir 3 Wochen Urlaub hatten, tat sich aber auch nichts
Das auch.
Zitat von Rob123:Aber das ist ja alles normal ...
Nein, ist es NICHT.
Zitat von Rob123:es hat die letzten Jahre vor der Affäre zwar nicht so ausgesehen als könnte ich ohne Liebe leben , aber vielleicht gewöhnt man sich daran
Du widersprichst hier deinen anfänglichen Ausführungen, nach denen du VOR der Affäre den Wunsch hattest, so alt zu werden.
So katastrophal kann es sich dann
nicht angefühlt haben oder?
Zitat von Rob123:Man kann einen Menschen ja nicht dazu zwingen Liebe und Zärtlichkeit zu geben.
Nein, das kann man nicht.
Du zwingst dich selbst ja auch nicht, hast geschrieben, du würdest nicht aktiv auf deine Frau zu gehen, weil die Gefühle dafür nicht stimmen würden.
Das wird deine Frau wahrnehmen und da soll sie sich dann bei dir ankuscheln?wozu, wenn du doch umgekehrt gar nicht in der Lage bist, ein solches Gefühl herzustellen.
Zitat von Löwin45:dass eine Annäherung kaum noch möglich erscheint.
Sehe ich auch so. Wobei ich das bei beiden Ehepartnern sehen würde, denn der Zustand hält schon eine Weile an und bestand scheinbar auch schon vor der Affäre.
Sie sind auseinandergedriftet, jeder macht sein Ding , braucht den anderen emotional nicht mehr, weil da schon lange eine Lösung stattgefunden hat.
Und mangels gemeinsam verbrachter Zeit und Gesprächen ist das (zu) lange gar nicht aufgefallen.
In der Beschreibung der Ehe sehe ich die letzten zwei Jahre zwischen mir und meinem Mann, wenngleich die weniger harmonisch liefen.
Ich denke, wenn die Ehe einen Status erreicht hat, in der nichtmal in den Arm nehmen noch ein Bedürfnis ist, in dem Berührungen nichts weiter auslösen, sich Zärtlichkeit auf eine bemutternde Fürsorge beschränkt (Lieblingsessen kochen und nach den Hausaufgaben fragen...überspitzt formuliert), der Anblick des anderen unbekleideten Körpers so nichts mehr auslöst....
Dann ist das Ding auf der sexuellen Ebene tot ohne Wiederbelebung.
Und vermutlich (!) auch auf der ein oder anderen Ebene, wenn auch kein Wunsch nach zu zweit verbrachten Zeit besteht und es zwei getrennte Freundeskreise gibt.
Ich habe in den letzten 2 Jahren viel mit Menschen in Ehekrisen gesprochen...aber kein Paar mit dem ich gesprochen habe, hat den Rückweg aus so einer Situation gefunden.
Die Liebe und das Fundament, die kann dir auch keine Therapie wiedergeben, wenn die sich ausgeliebt hat.
Dieser Satz, Liebe sei eine Entscheidung, an dem bin ich die letzten Jahre oft hängen geblieben und fühlte mich sehr schlecht, weil sich in mir einiges weigerte, diese Entscheidung zu treffen FÜR meinen Mann und die Ehe.
Ich dachte, ich könnte mich irgendwie selbst davon überzeugen.
Aber das ging und geht nicht, wenn da keine sonstige Bindung ist, die über Smalltalk und Kinder hinausgeht.